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Rostock DLRG Cup in Warnemünde: „Das Wasser ist unser Element“
Mecklenburg Rostock DLRG Cup in Warnemünde: „Das Wasser ist unser Element“
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19:33 18.07.2019
Louisa Henke (23, v.l.), Marlene Röhl (17) und Monika Hirte (32) treten zusammen für den DLRG-Ortsverein Kelkheim an. Hier trainieren sie gerade im Rettungskajak. Quelle: Frank Söllner
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Warnemünde

Durchtrainierte Sportler, interessante Wettkämpfe und ausgelassene Stimmung: Am Warnemünder Strand herrscht vom 18. bis 20. Juli wieder internationales Wettkampfflair. An den Strandabschnitten eins und zwei, auf Höhe des „Teepotts“, richtet die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) als größte Wasserrettungsorganisation weltweit den 23. Internationalen DLRG Cup aus.

Wer nimmt am DLRG Cup teil?

Rund 230, meist junge Rettungsschwimmer aus sechs Nationen sind nach Rostock gereist, um sich miteinander zu messen. In Teams von maximal zwölf Personen, bestehend aus der gleichen Anzahl von Männern und Frauen, gehen sie an den Start. Neben 37 Mannschaften aus den DLRG-Ortsvereinen, die aus 14 Bundesländern kommen, sind auch Rettungsschwimmer-Gruppen aus Belgien, Dänemark, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz vertreten. „Ich bin schon zum dritten Mal hier und diesmal habe ich meine Schwester mitgebracht“, erzählt Johanna von Sicard (20) aus Schweden. Die Teilnahme ist erst ab 16 Jahren erlaubt, weshalb Matilda von Sicrad (16) dieses Jahr Premiere feiert.

Welche Disziplinen werden ausgetragen?

Es gibt sowohl Einzel-, als auch Staffeldisziplinen. Los ging es am Donnerstag mit dem „Beach Sprint“, bei dem die Sportler im Sand eine Distanz von 90 Metern zurücklegen. Eine Distanz von 20 Metern wird beim „Beach Flags“ zurückgelegt. Nach jeder Runde, bei der die Athleten um einen Stab laufen, scheidet einer aus. Auf dem Wasser findet unter anderem das „Board Race“ statt, bei dem ein 600 Meter langer Kurs per Rettungsbrett zurückgelegt wird. Beim „Surf Ski Race“ umfahren die Sportler einen Kurs von 700 Metern. Das Brandungsschwimmen über 400 Meter findet unter der Bezeichnung „Surf Race“ statt. Die Königsdisziplin der Einzelkämpfe ist der Rettungstriathlon „Oceansman/Oceanswoman“, der 300 Meter Schwimmen, 400 Meter Rettungsbrett fahren und 500 Meter Rettungskajak fahren beinhaltet.

In Teams treten die Sportler bei der Rettungsbrett-Staffel („Board Rescue“), der Sprint-Staffel („Beach Sprint Relay“), der Gurtretter-Staffel („Rescue Tube Rescue Race“), der Rettungs-Staffel („Oceanman/Oceanwoman Relay“) und der Gemischten Rettungsstaffel Mixed („Ocean Lifesaver Relay) an.

Wie wird man Rettungssportler?

„Ich bin seit meiner Geburt DLRG-Mitglied. Bei uns ist das ,Familiensache’“, erzählt Lousia Henke (23). Die Studentin, die für die Mannschaft aus Kelkheim (Hessen) an den Start geht, lernte bereits im Kleinkindalter Schwimmen und begann mit zwölf Jahren die Rettungsschwimmer-Ausbildung, ehe sie in den Leistungsbereich eintrat. „Man braucht einen DLRG-Verein, der den Rettungssport fördert. Mit Andreas Vogl, dem Landestrainer Hessens, haben wir die perfekten Voraussetzungen“, freut sich Louisa. Auch ihre beiden Mitstreiterinnen Marlene Röhl (17) und Monika Hirte (32) sind jahrelange Mitglieder und trainieren viermal pro Woche, um sich in Wettkämpfen behaupten zu können. Regelmäßiges Training ist eine Voraussetzung, wie auch Jasmin Dziuron (25) aus dem Team Schloss Holte-Stukenbrock (Westfalen) weiß. Die athletische Schwimmerin trainiert täglich und ist bereits zum zehnten Mal beim DLRG Cup in Warnemünde.

Was macht den Rettungssport aus?

„Der Sport ist dank seiner vielen Disziplinen unglaublich abwechslungsreich“, begeistert sich Marlene. Außerdem machen die Wettkämpfe enorm Spaß – selbst bei schlechtem Wetter. „Man trifft Leute mit der selben Mentalität und kommt in ganz Deutschland und sogar international rum“, schwärmt Louisa. Überhaupt sei das Schwimmen ein Sport wie kein anderer, wie Monika meint: „Man kann dabei abschalten, entspannen und trotzdem auspowern. Die Zeit für sich und die Ruhe dabei, sind ein klasse Ausgleich zum Arbeitsalltag.“ Und Louisa ergänzt: „Es hat etwas Meditatives.“ Außerdem trainiert man schonend den ganzen Körper – die Verletzungsgefahr ist sehr gering. Zusätzlich sei es ein gutes Gefühl, Gefahren einzuschätzen und im Notfall helfen zu können, sagt Marlene. „Das Wasser ist unser Element.“

Vom 18. bis 20. Juli schnuppert man am Strand von Warnemünde, Höhe des „Teepotts“, internationale Wettkampfluft.

Was ist das Besondere am DLRG Cup in Warnemünde?

Der DLRG Cup ist der größte Wettkampf dieser Art in Deutschland. Das Besondere: Er findet am Meer statt. „Häufig sind Wettkämpfe an Seen. Das Meer stellt noch mal ganz andere Bedingungen dar. Wellen und Strömung machen den Cup noch spannender“, freut sich Jasmin. Für sie sind die Tage in Warnemünde auch eine wichtige „Generalprobe“ für die Europameisterschaft in Italien. Eine schöne Abwechslung zum Training im Pool ist es auch für die drei Mädels aus Kelkheim: „Wir genießen zusätzlich die Gegend – fast wie Urlaub“, lacht Louisa. Neben der Leistung steht hier auch der Spaß im Vordergrund. Die Stimmung zwischen den Teilnehmern, die sich teils seit Jahren kennen, ist ausgelassen.

Was hat die Veranstaltung für Besucher zu bieten?

Freitag kann man die Sportler von 8 bis 18 Uhr, Samstag von 8 bis 16.30 Uhr von der Tribüne oder direkt von der Wasserkante aus bei ihren Wettkämpfen beobachten. Sportarten, die man sonst nur selten sieht, und hochklassige Leistungssportler versprechen Spannung. Ein kleines Rahmenprogramm sorgt auch für die Unterhaltung der Jüngsten: Das DLRG-Maskottchen „Nobbi“, der Seehund, bringt den Kindern spielerisch die Baderegeln nahe. Eine Hüpfburg sorgt zusätzlich für Spaß.

Maria Baumgärtel

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