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Rostock Da fliegen die Funken: Wettbewerb „Jugend schweißt“
Mecklenburg Rostock Da fliegen die Funken: Wettbewerb „Jugend schweißt“
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05:03 29.05.2019
Beim Wettbewerb "Jugend schweißt" in der SLV im Fischereihafen flogen am Dienstag die Funken. Quelle: Axel Büssem
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Rostock-Fischereihafen

Es knallt, zischt und blitzt: 22 junge Schweißer aus ganz MV müssen ihr ganzes erlerntes Können aufbieten, um das erhitzte Metall ordentlich zusammenzufügen. Immerhin ging es am Dienstag in der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt (SLV) MV im Fischereihafen um den Landestitel beim Wettbewerb „Jugend schweißt“.

Die meisten Funken fliegen beim Metall-Aktivgasschweißen (MIG). Daher sitzen dort die Teilnehmer in einer mit einer Schutzmappe abgedeckten Kabine. Einer von ihnen ist Eric Till. Der 19-Jährige lernt beim Kranbauer Liebherr Konstruktionsmechaniker. „Ich finde Schweißen einfach klasse. Man braucht dafür viel handwerkliches Geschick und Übung.“ Ein Teil der Faszination: Fast jedes Stahlteil könne durch das Schweißen verbunden werden, vom filigranen Teil bis zum riesigen Kran. „Und am Ende des Tages kann man stolz auf das sein, was man geschafft hat“, erklärt Till.

Die Luft brennt

Bis zu 6000 Grad werden beim MIG-Schweißen erreicht. Beim reinen Gasschweißen im Nachbarraum wird es nur halb so heiß. Doch auch hier brennt die Luft: Immer wieder knallt es, wenn die Teilnehmer die Flamme zu klein einstellen und dadurch ein Rückschlag entsteht. Oder Funken sprühen, wenn sie zum Reinigen der Düse das Schweißgerät auf einen Holzblock klopfen. „Gasschweißen wird in der Praxis vor allem für Reparaturarbeiten und für kleine Rohre genutzt“, erklärt Schweißlehrer Udo Schröder. MIG sei eher für dickere Bleche und Rohre.

Eine Aufgabe im Wettbewerb ist das Schweißen von einem Rohr in „Zwangsposition“: Dafür wird das Werkstück so eingespannt, dass man es nicht bewegen kann – wie auch oft in der Berufspraxis, erklärt Lehrer Schröder: „Ein Schiff kann man ja auch nicht einfach drehen, wie man es gerade braucht.“

Drei Arten von Nähten

Zudem müssen die Jungschweißer drei grundlegende Schweißnähte beherrschen: Für die Kehlnaht werden zwei Bleche im rechten Winkel verschweißt (Kehle heißt im Schweißer-Jargon rechter Winkel). Mit einer Stumpfnaht werden zwei relativ dünne Bleche Kante an Kante zusammengefügt. Die V-Naht kommt wiederum bei dicken Blechen zum Einsatz: Hier werden die Kanten angeschrägt, so dass ein V entsteht, wenn man sie aneinanderlegt. Die so entstehende Rinne wird mit drei Schichten befüllt: der Wurzel, der Füllung und der Decklage.

Am Ende kamen alle vier Sieger von den MV Werften: Paul Dimke, Dominik Gerth und Jonas Wendlandt aus Stralsund sowie Nick Meyer aus Rostock. Die vier fahren im Herbst als Team zum Bundesentscheid in Gelsenkirchen.

Axel Büssem

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