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Rostock „Daddeln“ in der Stadtbibliothek: Gaming Club startet im August
Mecklenburg Rostock „Daddeln“ in der Stadtbibliothek: Gaming Club startet im August
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15:00 04.07.2019
Dennis Kranz ist Medienpädagoge und will mit Computerspielen junge Menschen für die Bibliothek begeistern. Quelle: Moritz Naumann
Rostock

Fortnite, League of Legends, Minecraft oder Clash Royale: Wenn einem diese Begriffe nichts sagen, ist man kein moderner Gamer. Denn bei all diesen Titeln handelt es sich um Online-Computerspiele, die von einer Vielzahl der zwölf bis 18-Jährigen gespielt werden – in der Regel von zuhause und in digitaler Gemeinschaft mit vielen Spielern weltweit. Die Stadtbibliothek Rostock startet nun einen Gaming Club, bei dem sich die junge Zielgruppe treffen und tiefer mit der Materie „Gaming“ beschäftigen soll.

Dennis Kranz lebt erst seit knapp einem halben Jahr in Rostock. „Ich komme eigentlich aus Hildesheim und habe hier eine Stelle zum Medienpädagogen in Rostock angenommen.“ Nach einem Studium in Merseburg und einem Engagement bei einem Radio in Hildesheim, suchte der 32-Jährige eine neue Herausforderung. „Ich habe mich dann auf die Stelle bei der Stadtbibliothek Rostock beworben und wurde genommen.“

Eine Nische in den pädagogischen Angeboten

Dort sucht Kranz seither nach Möglichkeiten mit der Stadtbibliothek ein junges Publikum anzusprechen. Der erste Schritt: Eine Nische finden, die von den pädagogischen Angeboten in der Stadt noch nicht gänzlich abgedeckt ist.„Rostock bietet viel: Rok-TV für das Fernsehen, Lohro für das Radio und auch beim Institut für neue Medien gibt es Möglichkeiten“, sagt Kranz. Welche Kultur jedoch noch unterrepräsentiert ist? „Das Gaming.“

Kranz selbst habe in seinem Leben zwar auch schon viel gespielt, sei aber nicht der stereotype Gamer. „Ich hatte die ersten Ausführungen der Playstation und habe auch verschiedene Computerspiele gespielt. Privat interessiere ich mich aber eher für ’Retro-Games’“. Das bedeutet für Spiele und Konsolen älterer Generationen. „Ich habe zum Beispiel die NES (Nintendo Electric System) und spiele damit noch zeitweise.“

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Podcast, TV und Let´s play

Der Gaming Club soll sich an Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren richten. „Wir werden dort nicht nur spielen. Denn es soll einen Mehrwert geben, in dem die Teilnehmer die Games hinterfragen.“ Wie das aussieht? „Wir werden neue Spiele testen und bewerten. Die Auswertungen werden wir dann in Form von Podcasts oder TV-Beiträgen verarbeiten.“ Darüber hinaus können die Teilnehmer auch lernen, wie man ein gutes „Let´s play“ macht. Dafür lassen sich Spieler während eines Spieles filmen. Sie kommentieren und bewerten dabei dann das, was sie erleben. Im Internet gibt es mittlerweile unzählige Anbieter, die das kommentierte Spielen über Plattformen wie Youtube anbieten. Millionen Nutzer klicken sich dann regelmäßig durch die neuesten „Let´s play´s“.

Auch mit alternativen Spielekonzepten wie „Bloxels“ sollen sich Jugendliche im „Gaming-Club“ beschäftigen. Dabei baut man auf einem Spielebrett eine Welt auf, die sich dann ins Digitale Spieleerlebnis transferieren lässt. Quelle: Moritz Naumann

Sozialsenator Steffen Bockhahn ist von den pädagogischen Möglichkeiten des neuen Angebots überzeugt: „Wir wollen die Kinder zu einem aktiv-kreativen, aber auch kritisch-reflektierenden Umgang mit Videospielen befähigen und somit ihre Medienkompetenz stärken.“ Da Computerspiele als Kulturgut heute gleichberechtigt zu klassischen Medien wie Büchern bestehen, müsse ihnen nun laut Bockhahn auch in der Bibliothek eine größere Rolle eingeräumt werden.

VR-Brillen und weitere Angebote im kommenden Jahr

Vorerst wird die Teilnehmerzahl begrenzt. „Wir haben derzeit nur zwölf Plätze zur Verfügung“, sagt Kranz. Das liegt vor allem an der Ausstattung der Stadtbibliothek. „Wir haben eine Playstation 4 und eine Nintendo Switch, an denen jeweils bis zu vier Spieler aktiv sein können. Darüber hinaus wird es vier Tablets geben.“ In Zukunft wolle die Stadtbibliothek ihr Inventar noch erweitern. „Wir planen die Anschaffung von fünf Oculus-Rift-VR-Brillen und fünf Laptops.“ Diese sollen jedoch erst im kommenden Jahr für weitere Abwechslung im „Gaming-Club“ sorgen.

Zu Beginn will sich der Club einmal im Monat treffen. „Eventuell weiten wir das aber auf alle zwei Wochen aus.“ Die Teilnahme wird kostenlos sein und auf ein halbes Jahr begrenzt, um möglichst vielen Kindern die Möglichkeit zu bieten, einmal am „Gaming-Club“ teilzunehmen. Warum es wichtig ist, so etwas anzubieten? „Die Kinder sollen in die Bibliothek kommen und sie nutzen. Es soll nicht mehr nur ein Verleihort sein, sondern dazu anregen, neue Sachen auszuprobieren.“

Im Fokus: Innovative und neue Spiele

Und Kranz legt besonderen Wert auf das „Neue“, denn Spiele wie Fortnite oder League of Legends, die ohnehin schon von Millionen Spielern gespielt werden, stehen nicht im Zentrum des „Gaming-Clubs“. „Wir werden die Spiele nutzen, die die Bibliothek im Inventar hat oder neu anschafft. Da setzen wir uns dann detailliert mit Games auseinander, die innovativ sind und eben noch nicht jeder kennt.“

So melden Sie sich an

Alle, die mindestens zwölf Jahre als sind, können mitmachen. Das erste Treffen des „Gaming Clubs“ findet am 28. August 2019 in der Stadtbibliothek Rostock statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmelden kann man sich direkt in der Stadtbibliothek, per Mail an stadtbibliothek@rostock.de oder unter der Telefonnummer 0381 381-2840.

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