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Rostock 60-Millionen-Bau: Darum bekommt Rostock die modernste Feuerwehrzentrale Deutschlands
Mecklenburg Rostock 60-Millionen-Bau: Darum bekommt Rostock die modernste Feuerwehrzentrale Deutschlands
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07:58 10.07.2019
Oberbrandmeister Felix Fatteicher arbeitet in der Leitstelle der Feuerwehr in der Erich-Schlesinger-Straße. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

 Wenn es in der Wohnung brennt, wenn der Schmerz unerträglich ist, der Starkregen von außen durch die Tür läuft – dann landen die Rostocker bei Felix Fatteicher, Ronny Schmidt und ihren Kollegen. In der Leitstelle des Rostocker Brandschutz- und Rettungsamtes. Aus dem Großraumbüro an der Erich-Schlesinger-Straße werden alle Einsätze der Feuerwehren, des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes in der Hansestadt gesteuert. Unter erschwerten Bedingungen: Denn die Feuerwache, in der auch die Leitstelle untergebracht ist, muss dringend saniert werden. Nach jahrelangen Planungen soll das nun endlich losgehen: Rostock baut nicht nur eine neue Feuerwehr-Zentrale, sondern auch die modernste Leitstelle Deutschlands.

60 Millionen Euro für mehr Sicherheit

Der Bau des neuen Notfall-Zentrums in der Südstadt – es ist eine der größten Investitionen der Hansestadt in den kommenden Jahren: „Wir rechnen mit Baukosten von grob geschätzt 60 Millionen Euro“, sagt Sigrid Hecht, Leiterin des städtischen Immobilienbetreibers KOE. 2020 will sie loslegen an der Schlesinger-Straße, mit dem Bau der neuen Leitstelle. 2030 aber erst soll alles fertig sein. „Das ist nicht nur eines unserer teuersten, sondern auch eines der aufwändigsten Vorhaben“, sagt Hecht – und spricht von einer „Operation am offenen Herzen“. Denn der Bau des neuen „Zentrums für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz“ muss im laufenden Betrieb erfolgen. „Wir können ja nicht für die Bauzeit die wichtigste Feuerwache der Stadt dicht machen“, sagt die KOE-Chefin.

Los geht es also mit der Leitstelle. Auf dem „Hinterhof“ der bisherigen Wache entstehen ein Neubau für die Zentrale der Retter. „Technisch eine Herausforderung“, sagt Hecht. Denn die Leitstelle muss komplett autark sein. Sie wird über eine eigene (Not-)Stromversorgung verfügen, hochmoderne Funk- und Datentechnik. „Die Leitstelle muss 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr funktionieren. Nichts darf ihren Betrieb stören.“ Wenn der Neubau fertig ist, ziehen die „Disponenten“ – die Männer und Frauen, die alle Notrufe unter 112 entgegen nehmen – peu à peu um. „Die alte Leitstelle bleibt noch einige Wochen bestehen. Falls es Probleme gibt.“ Sämtliche Gewerke wurden bereits europaweit ausgeschrieben, die Aufträge vergeben. „Größtenteils an Rostocker Firmen“, so Hecht.

Rostock wird noch sicherer“

Die Feuerwache I in der Südstadt – Sitz der Leitstelle und der Rostocker Feuerwehr-Zentrale – wurde 1983 erbaut. Und seitdem nicht mehr grundlegend saniert. Quelle: OVE ARSCHOLL

„Wir bekommen die modernste Leitstelle Deutschlands“, sagt Johann Edelmann, der Leiter des Brandschutz- und Rettungsamtes. Digitalfunk, Datenübertragung von und in die Einsatzfahrzeuge, effiziente Computer-Technik: „Rostock wird noch sicherer. Denn wir werden noch besser, noch effizienter und schneller auf alle erdenklichen Lagen reagieren können.“ Herzstück der neuen Operationszentrale werden zum Beispiel eine digitale Lagekarte: „Auf der sehen wir sofort, wo in Rostock gerade Hilfe gebraucht wird – und wo sich unserer Einsatzkräfte befinden“, verrät Edelmann.

Unwetter und Naturkatastrophen, der Ausfall von Strom- und Wassernetzen, Großschäden oder auch Attacken auf die Stadt: In der neuen Leitstelle können wir jederzeit auf jedes Szenario professionell und schnell reagieren.“ Und: Das neue Herz des Rettungsdienstes ist zudem besser geschützt. „Die Leitstelle gehört zur so genannten kritischen Infrastruktur der Stadt. Wir stellen sicher, dass niemand reinkommt, der nicht rein darf – und dass wir selbst gegen alle Bedrohungen geschützt sind“, sagt Edelmann. Die alte Leitstelle erfülle zwar noch ihren Zweck. Aber: „Die Klimaanlage, die Leitungen – das ist alles alt, nicht mehr zu erneuern. Das Risiko, dass eines Tages mal etwas ausfällt, wächst.“

Neubau in fünf Abschnitt

Die neue Leitstelle ist aber nur einer von insgesamt fünf Bauabschnitten für das neue Rettungszentrum. „Es wird die größte Feuerwehr-Zentrale des Landes“, sagt KOE-Chefin Sigrid Hecht. Sobald die neue Leitstelle fertig ist, beginnt der Bau der neuen Gebäude für den Rettungsdienst. Danach geht es mit dem Bau des neuen Gebäudes für den Katastrophenschutz und die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte weiter. „In die Wache der freiwilligen Wehr zieht aber zunächst die Berufsfeuerwehr ein – damit wir die bisherige Wache sanieren können“, so Hecht. Denn die Zentrale sei mittlerweile 36 Jahre alt, nie grundlegende saniert worden. „Erst wenn die alte Wache auch saniert ist und die Berufsfeuerwehr zurückkehren kann, ziehen die Wehr Stadtmitte und auch das Lager des Katastrophenschutzes in die Südstadt. Wir geben deren bisherige Standorte an der Fahnenstraße und in der Gartenstadt auf, sparen so Miete.“

Bis zu 544 Menschen sollen dann ab 2030 – nach der Fertigstellung – im Rettungszentrum arbeiten können. 74 Fahrzeuge – darunter auch so große wie die Drehleitern der Feuerwehr – müssen in Garagen untergebracht werden, weitere 122 Fahrzeuge im Freien. „Ein Mammut-Vorhaben. Aber sie ist nötig: Wir investieren in Rostocks Sicherheit“, sagt Hecht.

Andreas Meyer

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