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Rostock Darum sind die Millionen-Pläne für Rostocks neuen Kreuzfahrthafen gescheitert
Mecklenburg Rostock Darum sind die Millionen-Pläne für Rostocks neuen Kreuzfahrthafen gescheitert
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14:31 29.10.2019
Blick auf die MV Werften und das Werftbecken in Warnemünde im Sommer 2019: Die Pläne für einen neuen Kreuzfahrthafen in diesem Bereich dürften endgültig gescheitert sein. Quelle: Andreas Meyer
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Rostock

Fast 200 Millionen Euro wollte Rostock ins Werftbecken investieren – in einen neuen und dringend benötigten Kreuzfahrthafen, in die Zukunft eines wachsenden Millionen-Geschäfts. Doch nun steht fest: Die Pläne sind gescheitert.

Um in Warnemünde neue, große Anleger für Kreuzfahrtschiffe bauen zu können, braucht die Stadt nämlich Flächen der MV Werften. Die aber wollen nicht verkaufen. Die Zeit drängt jetzt: Denn schon jetzt machen die Reedereien mit ihren größten und neuesten Schiffen einen Bogen um Rostock.

Platz nur für kleine Schiffe

Seit knapp drei Jahren arbeitet Rostock an den Plänen für das Werftbecken. Und eigentlich sollte schon Anfang des Jahres das sogenannte Planfeststellungsverfahren für den neuen Hafen starten. Ist es aber nicht, bestätigt jetzt das Hafenamt. Und ja: Der Grundstückskauf von den MV Werften ist auch gescheitert, so die Behörden. „Die MV Werften am Standort Warnemünde können derzeit nicht auf die in ihrem Eigentum befindlichen Flächen verzichten“, sagt der neue Hafenkapitän Falk Zachau.

Für den Hafen hat das fatale Folgen: Denn große Kunden – wie zum Beispiel die Rostocker Reederei Aida Cruises – fordern, dass Rostock so schnell es geht einen „Großliegeplatz“ baut – mit mindestens 400 Metern Kai-Länge. Das ist im Werftbecken aber nicht mehr möglich: Von den vier einst geplanten Anlegern lassen sich ohne das Land der Werft nur noch die Liegeplätze 9 und 10 mit jeweils maximal 144 Metern nutzen. Zu wenig für moderne Kreuzfahrtschiffe.

Aida setzt auf Kiel

Dass die Anleger in Rostock zu klein sind, zeigte sich erst vor wenigen Wochen: Die „Aidaprima“, eines der neuesten Schiffe des deutschen Marktführers aus der Hansestadt, lief unplanmäßig Warnemünde an, macht direkt am „Cruise Center“ fest. Das 300 Meter lange Schiff ragte aber über den Anleger hinaus. „Suboptimal“, hieß es damals freundlich ausgedrückt seitens der Reederei.

Regulär läuft die „Prima“ schon jetzt Kiel an – weil es dort große Liegeplätze gibt. Vergangene Woche gab es dann den nächsten Hieb für Rostock: Die „Aidacosma“, das neueste Schiff der Kussmund-Flotte, wird zwar in der Hansestadt auf der Neptun-Werft gebaut und auf der Ostsee im Einsatz sein – aber ab Kiel und nicht ab Rostock fahren.

Bilder von der Kiellegung der neuen „Aidacosma“ in der Rostocker Neptunwerft.

Nichts Konkretes für den Seehafen

Seit Monaten gibt es immer wieder Gespräche über eine Nutzung des Seehafens für Kreuzfahrtschiffe. Doch die Geschäftsführung des Hafenbetreibers Rostock Port selbst soll intern in der Frage uneins sein. Dabei sind die Kai-Anlagen, die zuletzt beispielsweise die spanische Reederei Pullmantur für ihre Anläufe in Rostock nutzte, schon jetzt marode.

Hafenamtschef Zachau schreibt: „Die existierenden Liegeplätze im Überseehafen werden regelmäßig im Rahmen von Bauwerksprüfungen kontrolliert. Bereits bisher als Liegeplätze für Kreuzfahrtschiffe genutzte Kaianlagen haben ihre technische Nutzungsdauer erreicht oder sogar schon überschritten.“ Nur im Rahmen von Ausnahmegenehmigungen dürfen sie noch genutzt werden.

Die Stadt macht dem Hafen nun Druck: „Hier sind multifunktionale Ersatzneubauten notwendig, so dass neben unterschiedlichen Hafenumschlägen auch Kreuzfahrtschiffe festmachen könnten. Derzeit werden hierzu durch die Rostock Port GmbH erste Untersuchungen und Planungen verfolgt“, so der Hafenkapitän. Ob das auch den Bau eines Kreuzfahrtterminals im Seehafen meint, den unter anderem Aida seit Jahren fordert, lässt er offen.

Reederei: Rostock muss schnell handeln

Rostock Port bestätigt, dass wohl nur kleinere Schiffe das Werftbecken nutzen können. Aber: „Schiffe wie ,Norwegian Getaway’ mit ihren 326 Metern Länge konnten wir bereits erfolgreich am Liegeplatz 31/32 im Seehafen abfertigen“, sagt Hafen-Sprecher Christian Hardt.

Er bestätigt, dass im Seehafen der Bau eines Kreuzfahrtterminals geplant wird – auf der Pier 2. Das komme für Rostock Port aber nur infrage, „wenn Reedereien sich langfristig für die Nutzung einer solchen Infrastruktur verpflichten und diese nachfragen“. Die ersten Gespräche würden aber längst geführt.

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Von Andreas Meyer

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