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Rostock Zoo Rostock: Gorilla bringt totes Baby zur Welt – und sorgt sich liebevoll darum
Mecklenburg Rostock Zoo Rostock: Gorilla bringt totes Baby zur Welt – und sorgt sich liebevoll darum
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18:20 06.05.2019
Gorilla-Dame Yene im Zoo Rostock (Archivfoto) Quelle: Zoo Rostock / Joachim Kloock
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Rostock

Traurige Szenen im Darwineum des Rostocker Zoos: Gorilladame Yene trägt vor den Augen von Tierpflegern und Besuchern den leblosen Körper ihres ersten Nachwuchses durch die Tropenhalle. Am Montag brachte sie ihr erstes Jungtier zur Welt – leider zu früh und nicht lebensfähig. „Wir sind natürlich traurig“, sagt Zoodirektor Udo Nagel. Trotz des Verlustes gibt es Grund zur Hoffnung für die Rostocker Gorilla-Population.

Es hätte nicht nur die erste Geburt von Gorilla-Dame Yene werden können, sondern die erste Geburt eines Gorillas im Rostocker Zoo überhaupt. „Die Natur hat das aber leider anders geregelt“, sagt Zoo-Chef Udo Nagel. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Gorillas ihren ersten Nachwuchs verlieren. „So eine Erstgeburt ist ganz einfach eine riesige Umstellung für den Körper. Und gerade dann ist nicht selten, dass diese mit einer Fehl- oder Totgeburt enden.“

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Starke Bindung zu totem Nachwuchs

Yene wird nach Aussage von Nagel ihr Jungtier noch eine Weile mit sich herumtragen und es umsorgen – auch vor den Augen der Besucher. Das wolle der Rostocker Zoo nicht verhindern. „Die Bindung zu dem Nachwuchs ist sehr stark – auch wenn dieser verstorben ist. Das sind ganz natürliche hormonelle Vorgänge bei Säugetieren. Die Mutter muss das verarbeiten und da wollen wir nicht eingreifen“, sagt Nagel. Sobald Yene von ihrem Nachwuchs lässt, wird der Körper des Jungtieres in die Sektion gegeben. „Dann versuchen wir herauszufinden, woran die Geburt tatsächlich gescheitert ist.“

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Auf den 4500 m², die den Gorillas im Darwineum zur Verfügung stehen, leben derzeit fünf Tiere. Neben der 18-jährigen Yene sind es mit Zola (11) und Eyenga (15) zwei weitere weibliche Gorillas, die vielleicht noch für Nachwuchs sorgen könnten. Silberrücken Assumbo hat das Sagen in der Wohngemeinschaft und der im Oktober 2016 aus dem Heidelberger Zoo geholte Kwame (8) wurde von ihm gut aufgenommen. Im Nachbargehege leben noch Silberrücken Gorgo (38) und sein Weibchen Bebe (41), die im Darwineum ihren Altersruhesitz genießen.

Eine bestandene Prüfung

In so einer kleinen Gruppe wiege der Verlust eines Jungtieres schwer. Doch gleichzeitig ist das auch eine Prüfung, die die Tiere bestanden hätten: „Auch wenn wir über den Vorfall unglücklich sind, sind wir froh zu sehen, dass die Gruppe funktioniert.“ Denn die anderen Gorillas kümmern sich um Yene, halten zusammen und akzeptieren den Verlust.

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Das sei auch die Voraussetzung dafür, in Zukunft vielleicht doch noch den ersten Gorilla-Nachwuchs in Rostock begrüßen zu dürfen. Gerade auch weil Kwame auf den besten Weg ist, selber ein echter Silberrücken zu werden. Denn der Rostocker Zoo geht davon aus, dass nicht Assumbo, sondern Kwame der Vater des verstorbenen Gorilla-Babys ist.

Kwame wird Führungsrolle übernehmen

Männliche Gorillas werden mit acht bis zehn Jahren geschlechtsreif, Weibchen mit sieben bis zehn Jahren. Im Schnitt dauert eine Schwangerschaft ähnlich wie beim Menschen acht bis neun Monate. „Der junge Gorillamann hatte ausreichend Zeit, sich in Rostock einzuleben und wird nun Schritt für Schritt weiter in seine neue Führungsrolle hineinwachsen“, so Nagel.

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