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Rostock Das Glück kommt in Wellen: Neue SUP-Station im Ostseebad
Mecklenburg Rostock Das Glück kommt in Wellen: Neue SUP-Station im Ostseebad
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19:19 18.06.2019
Max Haase (v. l.), Denny Kambs und Tim Schröder verleihen am Strand von Warnemünde (Aufgang 24) SUP-Boards. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

 Lässig steigt Denny Kambs auf sein Board. Nimmt Schwung und gleitet regelrecht übers Wasser. Mit dem Paddel gibt er die Richtung an. Hauptsache raus aufs Meer. Gekonnt trotzt der Profisportler Wellen und Wind – beweist dabei einen exzellenten Gleichgewichtssinn. Beim Stand Up Paddling (SUP) – zu Deutsch Stehpaddeln – kann der 32-Jährige abschalten und alles um sich herum vergessen. Ein Gefühl, das er auch anderen Menschen vermitteln möchte.

Erst vor wenigen Tagen hat der Gründer von „Do Yours“ das SUP Center Warnemünde eröffnet. Ab sofort können Besucher sich hier auf dem Brett oder im Kajak ausprobieren. „Ich kann es noch immer nicht fassen, dass mein Traum einer eigenen Station direkt an der Ostsee in Erfüllung gegangen ist“, sagt der Rostocker vor Freude strahlend.

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Treffpunkt für jedermann

Drei Monate habe der Umbau der beiden Container gedauert. Gemeinsam mit seinem Team hat Kambs viel Mühe in die Ausstattung der Station gesteckt. Ein echter Hingucker ist die Schaukel aus alten Baumstämmen geworden. „Die ist ein richtiger Magnet für Kinder“, berichtet der Sportler. Noch ehe die Farbe an den Wänden vollständig getrocknet war, standen die ersten Kunden Schlange. „Ich habe schon etwas Angst vor den Ferien. Ich denke, dann wird es hier richtig voll.“

Die richtige Technik macht´s

Egal, ob jung oder alt Stand Up Paddling sei ein idealer Sport für jedermann, wie Kambs verdeutlicht. „Man muss auch keine durchtrainierten Arme haben. Die Technik ist das Entscheidende“, betont er. Daher lege der Trainer viel Wert darauf, seinen Kunden die richtigen Handgriffe zu zeigen. Neben dem SUP-Verleih bietet er nämlich auch Kurse und Touren an. „Leider sehe ich viel zu oft, dass Leute eine falsche Haltung einnehmen oder das Paddel falsch herum greifen.“ Fehler, die leicht verhindert werden können.

Vor wenigen Tagen hat Denny Kambs das SUP Center Warnemünde eröffnet. Die Station hat Allerlei zu bieten. Von einem SUP Verleih, über Kurse, bis hin zu einer Schaukel.

Er selbst betreibt den Sport seit seinem 28. Lebensjahr. Durch einen Job als Fitnesstrainer sei er darauf gestoßen. „Bei der Teilnahme an einem World Cup für Amateure habe ich schließlich Blut geleckt und konnte nicht mehr damit aufhören“, erinnert sich Kambs.

Vorbereitung auf Meisterschaften

Heute nimmt er regelmäßig an Meisterschaften teil. Sein Ziel ist es, im nächsten Jahr bei der „Euro Tour“ mitzufahren. Die Vorbereitungen dafür nehmen viel Zeit in Anspruch. Der Wecker des 32-Jährigen klingelt pünktlich um 5.30 Uhr. Nur wenige Minuten später steht er auf dem Brett und beginnt mit seinem ersten Training. Zwei Stunden lang wiederholt er Grundlagen, fährt seinen Parcours und variiert dabei die Geschwindigkeit. Anschließend baut er die Station auf, erledigt Papierkram und kümmert sich um Kunden. „Am Abend geht es dann in die zweite Trainingseinheit“, verrät er.

Im Winter verabschiedet sich der gebürtige Neustrelitzer nach Fuerteventura. Die Insel des Windes bietet ihm die idealen Voraussetzungen für sein Training. „Ich liebe es, durch die Wellen zu brettern. Dort herrschen völlig andere Bedingungen als hier an der Ostsee“, meint Kambs. Die höchste Welle, die er aufrecht stehend bezwungen hat, sei fünf Meter hoch gewesen.

Für Anfänger empfiehlt er allerdings eher ruhigere Gewässer: „Der Stadthafen bietet perfekte Bedingungen – wenig Wind, keine Wellen und eine tolle Aussicht.“ Dort hat er bereits vor einem Jahr seine erste Wassersportstation errichtet. „Die Atmosphäre da ist geil. Wir wollen die Leute einerseits aufs Wasser bekommen und ihnen den Sport nahebringen, andererseits möchten wir eine tolle Zeit mit ihnen zusammen verbringen.“ Regelmäßig bietet er daher eine gemeinschaftliche Tour bei Sonnenuntergang an.

Tour nach Dänemark

In wenigen Wochen macht sich der Fitnesstrainer auf den Weg nach Dänemark. Nur mit seinem Brett und einem Paddel ausgestattet möchte er die Ostsee überqueren. „Für den Notfall lasse ich mich von einem Boot begleiten“, berichtet Kambs. Sicherheit gehe vor. Unter besten Bedingungen könne er die Strecke in weniger als vier Stunden absolvieren. „Auf jeden Fall möchte ich es unter zehn Stunden schaffen. Das kommt dann aber stark auf das Wetter an.“ Wenn er diese Tour erfolgreich absolviert hat, plant er eine Überfahrt nach Norwegen. „Das dauert dann aber noch etwas.“

Susanne Gidzinski

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