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Rostock Dat Du min Leevsten büst: Öllerfru im Chor Nuurdwind feiert 80. Geburtstag
Mecklenburg Rostock Dat Du min Leevsten büst: Öllerfru im Chor Nuurdwind feiert 80. Geburtstag
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18:00 21.01.2019
Helga Stüve (roter Pullover) inmitten ihrer Chorschwestern von Nuurdwind Quelle: Axel Büssem
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Reutershagen

Es ist nicht Helga Stüves Lieblingslied, aber es passt: „Dat Du min Leevsten büst“ („Dass Du mein Liebster bist“) singen ihre Chorschwestern von der Folkloregesangsgruppe Nuurdwind in der Probe. Denn sie alle haben ihre Öllerfru, also die Chorälteste, in ihr Herz geschlossen. Als Gründungsmitglied hat Helga Stüve über 30 Jahre lang alle Höhen und Tiefen des Chores mitgemacht. Am 22. Januar wird die begeisterte Sängerin 80 Jahre alt.

Die acht Jahrzehnte sieht man ihr nicht an, Helga Stüve ist noch immer ein Energiebündel und hält die anderen Sängerinnen in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität Reutershagen mit Sprüchen up platt bei Laune. Dieses Talent kommt ihr zugute, denn bei den zahlreichen Auftritten von Nuurdwind führt sie durchs Programm. „So kann ich das Platt, das ich ja als Kind noch gelernt habe, auch noch anwenden“, erklärt die Jubilarin. „Aus dem Alltag ist das ja weitgehend verschwunden.“

Früher war der Chor die Stimme des Rostocker Fischkombinats. Dort arbeitete Helga Stüve in der Familienbetreuung und tröstete die Angehörigen über die lange Abwesenheit der Fischer hinweg oder half bei Problemen. Seit fast einem halben Jahrhundert singt sie: 1972 fing sie beim Kombinats-Chor an und hatte mit ihm viele große Auftritte. „Wir haben unter anderem beim Tag der Seeverkehrswirtschaft oder beim Fischerfest am Schwanenteich gesungen“, erinnert sich die 80-Jährige. Für den Beitrag zu den Arbeiterfestspielen 1980 gab es sogar eine Medaille. 1986 kam der Chor dann zu seinem Namen Nuurdwind.

Damit wandelte sich auch der Stil: „Vorher haben wir vor allem Hochseefischerlieder und Volkslieder gesungen, viele davon waren selbst komponiert“, erzählt Helga Stüve. Bei Nuurdwind hielten dann auch plattdeutsche Volkslieder Einzug. Auch diese wurden häufig selbst geschrieben, darunter eines von Stüves Lieblingsliedern: „Kinnertiet“ (Kinderzeit): „Die Lyrikerin Ursula Kurz aus Wittenburg erlaubte uns, dieses Gedicht zu vertonen.“ Von der Rostocker Dichterin Gertrud Weigel wiederum stammt der Text zum Lied „Fräden“ („Frieden“) das die damalige Chorleiterin Christa Rössel schrieb.

Diese und viele andere Lieder bringen die Damen von Nuurdwind regelmäßig auf die Bühne. „Letztes Jahr hatten wir wegen des Stadtjubiläums sehr viele Auftritte“, sagt Helga Stüve. Etwa 20 waren es 2018, In diesem Jahr werden es wohl nicht viel weniger. „Ende Januar haben wir gleich vier Konzerte hintereinander.“

Shantys gehören nicht zum Repertoire des Folkloreensembles, das rund 50 Titel umfasst: „Das sind Arbeiterlieder. Wir singen über Mecklenburg und die vier Jahreszeiten“, sagt Helga Stüve. Und das habe nicht etwa damit zu tun, dass Nuurdwind ein reiner Frauenchor ist – zumindest zur Zeit: „Wir hatten auch schon Männer dabei und würden uns auch wieder über Neuzugänge freuen“, sagt Chorvorstand Helga Oertel-Schulze. Sie betont, wie wichtig Helga Stüve für Nuurdwind ist: „Sie ist das Herzstück des Chores, sie hält die Gruppe zusammen.“ Und Helga sei immer Helferin in der Not: „Wenn jemand mal einen Knopf oder ein Pflaster braucht, hat sie das immer in ihrer Tasche dabei.“

In den ersten Jahren sang Helga Stüve im Sopran, vor 15 Jahren wechselte sie dann in den etwas tieferen Alt, weil die Stimme nicht mehr so richtig in die Höhe wollte. Auch mit dem Notenlesen klappt es wegen der Augen nicht mehr so gut wie früher. Doch auch in der zweiten Stimme findet sich die 80-Jährige gut zurecht: „Wat in Kopp in is, is in.“ Ganz anders als im Text ihres zweiten Lieblingsliedes, dass ihre Mitsingerinnen für Helga darbieten: „Allens is vergäten“ („Alles ist vergessen“). Und mit ihrem Engagement hat sich Helga Stüve bei Nuurdwind ohnehin unvergessen gemacht.

Axel Büssem

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