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Rostock Debatte in Rostock: Kluge Köpfe diskutieren im Konrad-Zuse-Haus
Mecklenburg Rostock Debatte in Rostock: Kluge Köpfe diskutieren im Konrad-Zuse-Haus
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11:15 05.11.2019
Beim sogenannten Wippengespräch werden sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gegenübersitzen und über die Zukunft des Klimas diskutieren. Die 360° Wippe von Jenny Brockmann soll zu einer ausgewogenen Diskussion beitragen. Quelle: dpa
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Rostock

Wie verändert der Klimawandel unser Leben? Sollten Kreuzfahrten verboten werden? Im Konrad-Zuse-Haus wird am Mittwochabend um 20 Uhr über die Zukunft des Klimas diskutiert. Dabei sitzen sich kluge Köpfe aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und der Fridays-for-future-Bewegung auf einer 360° Wippe gegenüber. Der Abend wird von OZ-Chefredakteur Andreas Ebel und dem Uni-Rektor Wolfgang Schareck moderiert. Lesen Sie hier, welche Experten am Wippengespräch teilnehmen.

Das kann niemand kalt lassen

Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt in MV Quelle: Archiv

MV’s Landwirtschaftsminister Till Backhaus sieht es „schon fast als Verbrechen“, wenn man sich als Person des öffentlichen Lebens nicht für den Klimaschutz einsetzt. Stürme, Sturmfluten, Überschwemmungen, Dürreperioden und Waldbrände: „Dass sich beim Klima etwas verändert, haben mir die vergangenen Jahre mehr als deutlich vor Augen geführt“, erklärt der Minister. „Derartige Wetterextreme rücken immer näher an uns heran und stellen auch uns in Mecklenburg-Vorpommern vor wachsende Herausforderungen. Das kann niemanden kalt lassen.“ Dass er vor drei Jahren erneut Vater wurde, prägte ihn auch persönlich. „Ich frage mich sehr oft, welche Welt will ich meinen Kindern und Enkelkindern hinterlassen will. Tue ich wirklich genug?“, erklärt der 60-Jährige. Von der Diskussionsrunde erhofft er sich einen konstruktiven Austausch. „Die Folgen des Klimawandels bekommen wir auf kurz oder lang alle zu spüren und nur gemeinsam können wir das Problem angehen und eindämmen.“

Eines der größten Probleme

Ulf Karsten hat die Auswirkungen des Klimawandels über Jahre beobachten können. Seit 1997 ist der Ökologieprofessor regelmäßig für Expeditionen in Polargebieten unterwegs. Die schmelzenden, jährlich kleiner werdenden Gletscher machen ihn traurig.

Ulf Karsten, Professor für angewandte Ökologie und Phyokologie sowie Polarforscher der Uni Rostock. Quelle: Universität Rostock

„Ich wollte meinen Kollegen bei einer Wanderung einen beeindruckenden Gletscher zeigen, aber statt über Eis sind wir nur über Erde und Geröll gewandert.“ Er war auch schon in den tropischen Gebieten Mexikos, Australiens und Japans unterwegs und weiß um die Empfindlichkeit von Ökosystemen. Seit 2000 leitet er die Abteilung Angewandte Ökologie am Biowissenschaftsinstitut der Uni Rostock. Für ihn ist klar: „Klimawandel ist ein Fakt. Da gibt es nichts zu leugnen“ Karsten weiter: „Das ist eines der größten Probleme, das die Menschheit angehen muss.“ Die komplette Energiewirtschaft müsse zwar umgestellt werden, jedoch traue er den Menschen zu, mit den Veränderungen umgehen zu können, wenn diese transparent vermittelt werden. Ein erster Schritt: Energie sparen, wo es möglich ist. Vom Wippengespräch erwartet er eine „faire und interessante Diskussion“.

Professorin dokumentiert Veränderung

Dr. Inna Sokolova untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf Meereslebewesen. Quelle: Universität Rostock

Dr. Inna Sokolova ist Professorin für Meeresbiologie und lehrt seit 2016 an der Rostocker Universität, zuvor forschte und unterrichtete sie in Russland und den USA, zuletzt an der Universität von North Carolina. Zurzeit untersucht sie die Auswirkungen des Klimawandels auf Meereslebewesen, vor allem auf Muscheln in den gemäßigten Gebieten wie Nord- und Ostsee: „Ich arbeite dort in der Stresspsychologie und erforsche Stressoren, die durch den Klimawandel ausgelöst werden“, erklärt Sokolova.In der Diskussion will sich Dr. Sokolova vor allem auf die Darlegung und Erklärung von Fakten konzentrieren. „Meine Spezialität als Expertin ist die Dokumentation von Einflüssen“, sagt Sokolova. Damit verbunden seien Schlussfolgerungen über Veränderungen und auch Ratschläge, wo welche Ressourcen sinvoll eingesetzt werden könnten. Außerdem werde es für sie interessant seien, die verschiedenen Herangehensweisen und für andere Teilnehmer wichtige Aspekte zu hören, so Sokolova.

Wir stehen zu den Pariser Klimazielen

Hansjörg Kunze freut sich auf einen fairen Austausch zwischen den Teilnehmern. Quelle: Ove Arscholl

Hansjörg Kunze ist der Pressesprecher eines der größten Kreuzfahrtunternehmen, Aida Cruises. Mit der Debatte rund um die durch die Schiffe verursachten Umweltschäden ist auch Aida direkt am Diskurs zum Klimawandel beteiligt. Auch hier macht man sich Gedanken zum Umweltschutz: „Wir stehen zu den Pariser Klimazielen“, stellt Kunze klar. In einer technischen Roadmap habe man mögliche Lösungen für die Herausforderungen aufgezeigt, so Kunze weiter. Die Diskussion unter der Führung von Experten hält er für wichtig und sinnvoll: „Die Lösung der Herausforderungen des Klimawandels ist generell nur möglich, wenn wir Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft gleichermaßen einbeziehen.“ Er freue sich über einen offenen, fairen Austausch mit den anderen Teilnehmern des Wippengesprächs und werde gerne über konkrete Lösungswege informieren.

Wir müssen zusammenstehen

Mitorganisatorin und Mitgründerin von "Students for Future" Pauline Zschach (22) vor der Frieda 23. Quelle: Anh Tran

Pauline Zschach ist Mitgründerin der Rostocker „Students for Future“-Gruppe. Sie und ihre Kommilitonen waren bei den ersten Fridays for Future Demonstrationen in der Hansestadt dabei. „Wir haben damals gemerkt, dass es kaum Studenten auf diesen Demos gibt und deshalb wollten wir einen Anlaufpunkt für diese schaffen.“ Für die 22-Jährige sind die Schüler der Bewegung aber die wichtigsten Mitstreiter im Kampf gegen den Klimawandel. „Wir haben unglaubliche Hochachtung vor den Schülerinnen und Schülern von ,Fridays for Future' und unterstützen sie“, so die Germanistik-Studentin. Auch privat achtet Zschach auf nachhaltigen Konsum – sie versucht Plastikmüll zu vermeiden und achtet auf ihre Ernährung. Die Studentin steckt viel Freizeit in ihr Engagement, verteilt häufig Flyer und organisiert Aktivisten-Treffen. Für sie ist klar: „Wir müssen zusammen stehen, denn das Problem betrifft uns alle.“

Es gibt nicht nur einen Lösungsweg

Ute Römer ist Vorstandsmitglied bei den Stadtwerken Rostock. Quelle: Universität Rostock

Wissenschaft und Wirtschaft sollten zusammenkommen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, meint Stadtwerke-Vorstandsmitglied Ute Römer. Vor allem im Bereich der zukunftsweisenden Technologien sehe die studierte Ingenieurin Potenzial. Für sie ist aber auch klar: „Es gibt nicht nur einen Lösungsweg.“ Umstieg auf erneuerbare Energien, Verkehrswende, bessere Wärmedämmung in Gebäuden – viele Maßnahmen, vor allem in internationaler Zusammenarbeit, bringen die Lösung. Wichtig sei aber auch die wirtschaftliche Umsetzbarkeit und Menschen zu überzeugen, die sich wenig mit dem Thema auseinandersetzen: „Es müssen auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen geschaffen und die Leute abgeholt werden, die skeptisch sind.“ Für Römer und ihr Energieversorgungs-Unternehmen steht das Thema schon seit vielen Jahren weit oben. „Dass der dringende Handlungsbedarf mittlerweile in Politik und Gesellschaft angekommen sind, ist eine sehr positive Sache“, so Römer. Auf das Wippengespräch freue sie sich und ist vor allem auf die Teilnehmer aus der Wissenschaft gespannt.

Für Probleme der Logistik sensibilisieren

Ist ebenfalls Teilnehmer am Wippengespräch 2019: Stephan Gustke, Geschäftsführer von Gustke Logistik. Quelle: Christoph Meyer

Stephan Gustke ist Geschäftsführer in dritter Generation des Unternehmens Gustke Logistik, das bereits 1933 in Rostock gegründet wurde. Zum Thema Klimawandel sagt er: „Wir werden im Bereich des Verkehrsgewerbes natürlich auch stark davon berührt.“ Die Fahrzeuge des Verkehrsgewerbes liefen zu 100 Prozent mit Verbrennungsmotoren und seien damit für den Ausstoß von CO2 verantwortlich. Während des Gesprächs will er als Vertreter der Branche auf die bereits laufenden Bemühungen aufmerksam machen, genauso wie auf die Schwierigkeiten. In einem Flächenland wie MV sei man für die Versorgung der Bevölkerung zuständig, auch in kleinen Dörfern. „Es bringt ja nichts, wenn wir zwar kein CO2 ausstoßen, dann aber die Läden leer sind“, so Gustke. Deshalb erhoffe er sich vom Dialog mit der Wissenschaft eine größere Dynamik in der Entwicklung von Alternativen für die Branche.

Große Anstrengung notwendig

Harald Weber ist Professor an der Uni Rostock und nimmt am Wippengespräch teil. Quelle: Archiv

ProfessorDr Harald Weber lehrt bereits seit 1997 an der Universität Rostock. Hier ist er am Institut für elektrische Energietechnik tätig und sagt über sein Fachgebiet: „Die elektrische Energieversorgung arbeitet für die alten und die neuen Energieversorger“. Dank der neutralen Einstellung am Institut könne man sowohl mit den Betreibern von Kohlekraftwerken als auch mit denen von Windparks zusammenarbeiten.

Von dem Wippengespräch erhofft er sich eine größe Aufmerksamkeit für sein Fachgebiet: „Ich hoffe, dass die Leute für die elektrische Energieversorgung sensibilisiert werden“, so Weber. Denn eigentlich interessiere sich niemand dafür, wo die Energie herkomme, wie sie entstehe und wie viel überhaupt vorhanden sei. „Ohne Anstrengung schaffen wir es nicht mehr, die Klimakrise zu bewältigen, geschweige denn mitreden zu können“, appelliert Weber an die Öffentlichkeit.

Zu lange haben wir zugeschaut

Pia Hornung (16), Sprecherin der Rostocker Fridays for Future Ortsgruppe, moderierte die Kundgebung im September. Quelle: privat

Schon bevor sie eines der bekannten Gesichter der Rostocker Ortsgruppe von Fridays for Future wurde, interessierte sich Pia Hornung für das Thema nachhaltiges Leben. Sie lebt vegetarisch und kauft ihre Kleidung aus zweiter Hand. Der Klimawandel ist für sie „die größte Krise der Menschheit“ und vor allem für ihre Generation ein großes Problem. „Wir haben als Gesellschaft zu viele Jahre nur zugeschaut und jetzt stehen wir vor einem Massensterben“, sagt die 16-jährige Gymnasiastin. Vor allem der IPCC-Bericht zum Klimawandel von 2018 alarmierte die junge Aktivistin und motivierte sie, bei der Fridays for Future-Bewegung mitzuwirken. „Bei Demonstrationen, ist es schön zu sehen, wie sich selbst Kinder politisieren und engagieren.“ Das gebe ihr Hoffnung für die Zukunft. Aufgeregt ist sie wegen der Diskussionsrunde nicht. „Es ist wichtig, gemeinsam Lösungsvorschläge zu erarbeiten – als Gemeinschaft können wir der Krise entgegenwirken.“

Klimaziele kostengünstig erreichen

Teilnehmer am Wippengespräch 2019: Michael Rauscher. Quelle: Michael Rauscher

Dr. Michael Rauscher ist Professor an der Uni Rostock und Inhaber des Lehrstuhls Außenhandel am Institut für Volkswirtschaft. Außerdem beschäftigt sich Prof. Rauscher auch mit Umweltökonomie und betrachtet seit 40 Jahren Zusammenhänge zwischen der Wirtschaft und deren Auswirkungen auf die Umwelt, beispielsweise den Emissionshandel. Vom Wippengespräch erhofft Rauscher sich vor allem Anregungen für das Publikum: „Ich hoffe, dass die Zuschauer mit neuen Erkenntnissen rausgehen können.“ Vor allem ist ihm ein produktiver Austausch mit den anderen Gesprächsteilnehmern wichtig, auch wenn man nicht immer die gleiche Meinung vertritt: „Ich hoffe, dass wir uns ein bisschen streiten können. Wenn alle einer Meinung sind, bringt das wenig“, so Rauscher. Nur dann könne man seine Positionen revidieren und neue Anregungen aus dem Gespräch mitnehmen. Für ihn steht fest: „Wir sollten versuchen, die Klimaziele auch mit den knappen vorhandenen Mitteln und vor allem kostengünstig zu erreichen.“

Unsere Haltung muss sich ändern

Johann-Christian Põder ist Juniorprofessor für Ethik, speziell Technikethik und Medizinethik an der Uni Rostock. Quelle: Universität Rostock

Johann-Christian Põder ist Juniorprofessor für Medizin- und Technikethik an der Uni Rostock. Er forschte und lehrte bereits an verschiedenen Universitäten in Dänemark, Estland und Deutschland. Auch mit Umweltethik beschäftigt er sich. „Ich habe immer ein großes Interesse für das Verhältnis von Mensch und Natur gehabt“, sagt der 42-Jährige. Bei der Klimakrise handelt es sich für ihn um ein „Symptom für ein grundsätzliches problematisches Verhältnis von Mensch und Natur.“ Põder weiter: „Unser Übergriff auf die Natur gefährdet nicht nur die Zukunft der Menschheit auf der Erde, sondern bedeutet auch eine destruktive Schamlosigkeit gegenüber der Natur.“ Für die Lösung sei ein „fundamentaler Haltungswechsel“ im Umgang mit der Umwelt erforderlich. „Das betrifft unsere ganz konkreten Lebenszusammenhänge – wie wir essen, reisen, einkaufen, uns warmhalten, feiern“, so Põder. Die Fridays- For Future-Bewegung schärfe das Bewusstsein für den Klimaschutz. „Das Rostocker Wippengespräch ist für mich eine sehr schöne Gelegenheit, dieser Bewegung einen großen Dank zu sagen zu sagen.“

Konsequenzen direkt vor der Haustür

Martin Reißig ist promovierter Maschinenbauer. Quelle: FVTR

Martin Reißig ist Geschäftsführer des Forschungszentrums für Verbrennungsmotoren und Thermodynamik. Den Klimawandel empfindet er als ernst zunehmendes Problem. „Wir müssen mehr tun und unser bestes geben, auch wenn es anfangs etwas wehtut“, betont der promovierte Maschinenbauer. Als Hobbygärtner führten die Dürreperioden und heißen Sommermonate der letzten Jahre ihm das Thema auch persönlich vor Augen: „Die Konsequenzen passieren direkt vor unserer Haustür“, bedauert er. Reißig weiß aber, dass Deutschland das Klima nicht alleine retten kann. Der Mangel an internationaler Zusammenarbeit frustriert ihn deshalb. Als Experte für effiziente Motoren haben er und sein Forschungsunternehmen einen Vorschlag für einen positiven Wandel im Energie- und Verkehrssektor: Die Erforschung von synthetischen – also künstlich hergestellten – Kraftstoffen, die nicht auf fossiler Basis beruhen. „Wir brauchen weiterhin überall Motoren und diese Richtung ist zukunftsweisend“, glaubt Reißig. Auf die Diskussionsrunde ist er gespannt. „Das Thema ist leider noch nicht überall angekommen und ich würde mir gerne andere Meinungen dazu anhören.“

Globale Probleme auch global lösen

Matthias Beller ist Direktor des Leibniz-Instituts für Katalyse. Quelle: Pablo Castagnola

Matthias Beller, geschäftsführender Direktor des Leibniz-Institut für Katalyse, ist es ein persönliches Anliegen, an der Diskussionsrunde teilzunehmen. „Ich finde, dass die Klimaproblematik und die vorhandenen Lösungsansätze in der Öffentlichkeit immer noch verkürzt dargestellt werden“, sagt der Chemieexperte. „Vielleicht kann das Gespräch einen kleinen Baustein zur Verbesserung liefern.“ Der menschengemachte Anstieg von Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre ist für ihn „zu hundert Prozent klar“. Das lege wesentlich an der Verdoppelung der fossilen Energienutzung seit den 70er Jahren. „Die resultierenden Auswirkungen würden unser Klima und unser tägliches Leben signifikant verändern“, warnt er. Es müsse international und gemeinsam gehandelt werden. „Globale Probleme kann man nicht lokal lösen. Sie brauchen globale Lösungen.“ Bellers Forschung spezialisiert sich auf die Entwicklung umweltfreundlicher Katalysatoren und Synthesemethoden sowie deren Anwendung.

Landwirte sind Teil der Lösung

Detlef Kurreck ist Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern und nimmt am Wippengespräch teil. Quelle: dpa

Detlef Kurreck ist nicht nur Geschäftsführer eines Landwirtschaftsbetriebs, sondern auch Präsident des Bauernverbandes MV. „Wir als Landwirtschaft stehen in der aktuellen Diskussion häufig am Pranger“, sagt er mit Blick auf den Klimawandel. Natürlich habe man einen ökologischen Fußabdruck zu verantworten, gleichzeitig sei die Argrarindustrie aber auch die einzige Branche, die durch den großflächigen Anbau von Pflanzen CO2 binde. Kurreck will während des Gesprächs vor allem darauf aufmerksam machen, dass sich bereits intensiv mit dem Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt werde. „Wir sind als Landwirtschaft Teil der Verursacher, aber auch Teil der Lösung“, so Kurreck. Im Gespräch will er nicht nur seine Meinungen zur Diskussion stellen, sondern sich auch die Erwartungen und Ideen der anderen Teilnehmer anhören. „Wir Bauern denken von Berufs wegen in Generationen. Wir wollen unseren Kindern nicht nur einen funktionierenden Betrieb überlassen, sondern auch das entsprechende Umfeld“, so Kurreck. Da komme man zwangsläufig mit dem Klimawandel in Berührung.

Wald zur Bindung von CO2 nutzen

Bernhard von Finckenstein hofft auf gegenseitiges Verständnis und eine produktive Lösungssuche. Quelle: Archiv

Den Großteil seines Lebens forscht Bernhard von Finkenstein schon zu Wäldern. Nach seiner Promotion in Göttingen wurde er 1996 Landesforstamtsleiter in MV. „Wälder prägen mein gesamtes Berufsleben“, sagt der 57-Jährige. Deshalb weiß er auch um die Schäden, die der Klimawandel an ihnen anrichtet. Vor allem beim Wandern beobachtet er tagtäglich sterbende Wälder. „Besonders furchtbar war eine Wanderung durch den Harz dieses Jahr, das hat mich auch emotional berührt.“ Trotzdem müsse man einen kühlen Kopf bewahren und rational mit den Problemen umgehen, betont er. Ein Vorschlag: Aufforsten und den Wald selbst zur Bindung von klimaschädlichem CO2 nutzen. „Es ist unabdingbar, dass wir uns in den reichen Industrienationen bemühen, den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß zu verringern“, meint Finkenstein. Auf die Diskussionen im Wippengespräch freue er sich. „Ich will gerne die Perspektiven der anderen Teilnehmer auf dieses Phänomen sehen – das gegenseitige Verständnis bringt Mehrwert für die Lösungssuche.“

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