Der Rostocker Nordwesten kommt nicht zur Ruhe: Nachdem es bereits am Donnerstag und Freitag beinahe zu Zusammenstößen zwischen linken Gruppen und einer selbst ernannten, Asyl-kritischen Bürgerwehr gekommen war, musste die Polizei am Sonntag erneut in Groß Klein anrücken – und gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppen verhindern.
Nach Angaben der Polizei hatten sich am Sonntag gegen 18 Uhr zunächst rund 40 Mitglieder der organisierten rechten Szene auf den Weg zu der umstrittenen Unterkunft für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge in Groß Klein gemacht. Rund 30 Mitglieder linker Gruppen versuchten den Marsch zu stoppen – zum Teil „schwer bewaffnet“. „Die Gruppe aus dem linken Spektrum trug Schutzbewaffnung sowie Schlaggegenstände mit sich. Etliche Personen waren vermummt“, so Polizeisprecherin Dörte Lembke.
Die Polizei musste die Gruppen mit einem Großaufgebot trennen. Die Beamten setzten 21 Personen aus dem linken Spektrum fest und nahm deren Personalien auf. „Wir haben Verfahren wegen Landfriedensbruch eingeleitet“, so Lembke. Nach dem dritten Demo-Abend binnen weniger Tage wurde Rostocks Polizei-Chef Michael Ebert gestern Abend deutlich: „Wir werden von keiner Seite Auseinandersetzungen im Stadtteil Groß Klein zulassen und weiterhin deutliche Präsenz zeigen.“ Ebert mahnte am späten Sonntagabend zur Ruhe und Besonnenheit im Stadtteil. am
Andreas Meyer