Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Der Diesel schwächelt
Mecklenburg Rostock Der Diesel schwächelt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:46 18.08.2017
Ein TDI-Motor Quelle: Michael Gottschalk/photothek.net
Anzeige
Rostock

Autokäufer in Deutschland sind deutlich skeptischer beim Kauf eines Diesels als noch vor zwei Jahren. In einer in Frankfurt vorgestellten Studie gab nur jeder fünfte potenzielle Autokäufer (18 Prozent) an, einen Diesel kaufen zu wollen. Bei der Vorgängerumfrage der Tankstellenkette Aral vor zwei Jahren hatten noch 31 Prozent der potenziellen Käufer einen Selbstzünder bevorzugt, dessen Probleme damals noch nicht so stark öffentlich worden sind. Zuletzt war auch der Anteil neu zugelassener Dieselfahrzeuge weiter zurückgegangen.

„Die Verunsicherung bei den Käufern ist groß“, berichtet auch Renée Werner, Geschäftsführerin beim Verband des Kfz-Gewerbes Mecklenburg-Vorpommern. Der Verkauf von Diesel-Pkw im Nordosten sei „deutlich zurückgegangen“. So entschieden sich zwischen Januar und Juli 2017 von insgesamt 23 032 Neuwagen-Käufern in MV nur noch 8455 für einen Diesel. Im gleichen Zeitraum 2016 waren insgesamt nur 22 447 Neuwagen verkauft worden, davon aber noch 8857 Diesel. Ein weiterer Indikator für die Zurückhaltung der Käufer im Nordosten: Bis ein Gebrauchtwagen weiterverkauft wurde, vergingen bei Dieseln in MV in der Regel 95 Tage, bei Benzinern nur 79 Tage.

Doch auch der Elektroantrieb schwächelt: Weil ihn die Kunden bundesweit noch nicht für ausreichend alltagstauglich halten, ist statt dessen der Otto-Benziner in der Käufergunst stark gestiegen, ergab die Umfrage von Aral. Sein Anteil legte um zehn Punkte auf 52 Prozent zu. Hybrid-Motoren erfreuen sich wachsender Beliebtheit: 15 Prozent (2015: 11 Prozent) der Interessenten wollten sich ein Auto mit der Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor zulegen.

Grundsätzlich herrsche große Lust auf Autokauf, berichtet Aral auf der Grundlage der Online-Befragung mit 1003 repräsentativ ausgewählten Autofahrern. Von ihnen wollten 41 Prozent in den kommenden 18 Monaten ein Auto kaufen – so viele wie noch nie zuvor in der zum achten mal erhobenen Studie. Die Auswirkungen der in der Dieselkrise ausgelobten Abwrackprämien sind in der im März erhobenen Studie noch nicht abgebildet.

Thomas Luczak

Mehr zum Thema

Taugt die Dieselkrise als Wahlkampfthema? Der VW-Betriebsratschef lehnt das entschieden ab. Er fordert mehr „Sachlichkeit“. Doch auch der Autobranchen-Verband VDA und die Hersteller müssten dazulernen.

13.08.2017

Viele Länder machen sich Gedanken, wie Menschen in Zukunft Auto fahren werden. Auch die Kanzlerin sagt: Aus dem Verbrennungsmotor auszusteigen, sei grundsätzlich richtig. Bei einem entscheidenden Punkt legt sie sich aber nicht fest.

14.08.2017

Führt tatsächlich kein Weg mehr am E-Auto vorbei - oder lässt sich fast emissionsfrei fahren trotz Verbrennungsmotors? Synthetische Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels, sollen genau das hinbekommen und den Autobauern so Zeit verschaffen. Doch die Sache hat einen Haken.

15.08.2017
Rostock OZ-Schulnavigator Teil 24: Die Krusensternschule - 330 Schüler, 15 Länder und eine Schule

Die gebundene Ganztagsschule setzt auf vorbildliche Berufsorientierung und die Förderung von Schülern aus allen Nationen.

02.02.2018
Rostock OZ-Schulnavigator Teil 22: Das Förderzentrum am Schwanenteich - Diese Schule ist eine Chance

Das Sonderpädagogische Förderzentrum setzt den Schwerpunkt auf das Lernen. Auch die berufliche Vorbereitung wird gefördert.

07.02.2018
Rostock OZ-Schulnavigator Teil 21: Die Störtebeker-Schule in Groß Klein - Hier zählt besonders der Zusammenhalt

270 Mädchen und Jungen werden unterrichtet. Die Atmosphäre ist familiär. Der Fokus im Schulalltag liegt auf der Vorbereitung für das Berufsleben.

07.02.2018