Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Der Pleitegeier kreist über der dritthöchsten Spielklasse
Mecklenburg Rostock Der Pleitegeier kreist über der dritthöchsten Spielklasse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:02 28.03.2019
Die Rostock Piranhas hatten in dieser Saison oft Grund zum Jubeln. Doch die Zukunft der Oberliga-Mannschaft ist ungewiss. Quelle: Nina Cathrin Sulzer
Rostock

Großer Wirbel in der Eishockey-Oberliga. Die Saison 2018/19 ist noch gar nicht beendet, da machen sich viele Clubverantwortliche schon Sorgen wegen der neuen Spielzeit in der dritthöchsten Spielklasse, die voraussichtlich im September starten soll. Mike Specht von den Rostock Piranhas bangt sogar um die weitere Ober­liga-Zugehörigkeit seines Vereins, sollten die Staffeln Nord und Süd verschmolzen werden.

Der Grund für seine Bedenken: Nach den Hamburg Crocodiles hat Anfang der Woche mit den EC  Harzer  Falken  Braunlage ein zweiter Nord-Club Insolvenz angemeldet. Das teilten die Niedersachsen am Montag auf ihrer Internetseite mit. Dies sei notwendig geworden, da die Falken aktuellen Zahlungsforderungen nicht mehr nachkommen konnten. „Das Ziel ist es, den Verein zu sanieren und den Fortbestand zu gewährleisten. Die Teilnahme der ersten Mannschaft an der Saison 2019/20 wird angestrebt, die dahingehenden Planungen laufen parallel zum Insolvenzverfahren“, schrieben die Braunlager. Ihre Planungen dürften allerdings eher in Richtung Regionalliga gehen.

Mike Specht befürchtet einen Zusammenschluss von Norden und Süden. Darüber wurde beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) in der Vergangenheit wohl schon debattiert. Specht sagt: „Abgesehen davon, dass die Süd-Teams das gar nicht wollen, müssten wir uns dann die Frage stellen: Ob wir es überhaupt schaffen könnten, regelmäßig nach Bayern zu fahren.“ Finanziell und vom Kader her wäre das kaum zu stemmen, zweifelt der REC-Boss, der in Rostock als selbstständiger Unternehmer tätig ist.

Als nordöstlichster Standort mussten die Rostocker ohnehin schon die meisten Kilometer in der Liga reisen, um zu ihren Auswärtsspielen in der Oberliga Nord zu kommen. „Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Fans und Mitgliedern und werden keine finanziellen Risiken eingehen“, verspricht Mike Specht. Andere Clubs hätten in der Vergangenheit große Ziele angepeilt, viel investiert und seien ins Schleudern gekommen, als der Erfolg ausblieb, sagt der ­47-Jährige.

In der vergangenen Saison hatte bereits der EHC Timmendorfer Strand sein Team aus der Oberliga zurückgezogen. Für die Rostock Piranhas entfiel damit das prestigeträchtige Ostseeduell, das meist ­viele Fans in seinen Bann gezogen hatte. Im Dezember meldeten die Hamburg Crocodiles dann Insolvenz an, wurden daraufhin von den Play-offs ausgeschlossen, sicherten allerdings dank großer Unterstützung von Sponsoren und anderen Vereinen den Spielbetrieb bis zum Ende der Hauptrunde. Am 2. April findet in Hamburg eine Gläubigerversammlung statt, die einem ausgearbeiteten Rettungsplan zustimmen muss. Erst wenn das Verfahren abgeschlossen ist, kann eine Planung für die Saison 2019/20 auf­genommen werden.

Unklar scheint außerdem, wie es beim ECC Preussen Berlin weitergehen wird. Den Tabellenletzten der abgelaufenen Hauptrunde in der Nord-Staffel sollen zwischenzeitlich ebenfalls finanzielle Probleme geplagt haben. Die Preussen verlängerten allerdings gerade den Vertrag mit Chefcoach Uli Egen für eine weitere Spielzeit.

„Wir müssen abwarten, was nach den Play-offs passiert. Spätestens im Juni wird klar sein, welche Teams in der Oberliga starten wollen und wie die Struktur aussehen soll. Danach werden wir alles bewerten“, sagt REC-Präsident Mike Specht. Bis zum 15.  Mai müssen die Lizenzierungsunterlagen beim DEB in München vorgelegt werden. Ein Piranhas-Rückzug in die vierte Liga stehe aktuell nicht zur Debatte.

Die Rostock Piranhas hatten Anfang des Monats erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt die Play-offs erreicht, unterlagen dort allerdings in drei Spielen gegen den EV Landshut. Die Landshuter werden ab ­Freitagabend im Viertelfinale gegen die Halle Saale Bulls gefordert sein. In den weiteren Partien trifft der Herner EV auf den EC  Peiting, Nord-Staffelsieger Tilburg Trappers auf die Selber Wölfe und die Hannover Scorpions spielen gegen die Starbulls Rosenheim. Die Teams, die zuerst drei Siege erreicht haben, ziehen ins Halbfinale der Meisterrunde ein.

René Warning und Tommy Bastian

Der Wahlausschuss hat neun von elf Bewerbern für die Oberbürgermeister-Wahl am 26. Mai zugelassen, darunter zwei neue Gesichter. Ein Kandidat wurde aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt. 241 Rostocker wollen in die Rostocker Bürgerschaft.

29.03.2019

Neun Bewerber buhlen um die Nachfolge von Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling. Die OZ organisiert verschiedene Veranstaltungen, damit die Leser herausfinden, wen sie wählen wollen.

28.03.2019

Seit Dienstag wurde die 14-jährige Samanta Fritzler aus Rostock vermisst. Am Abend soll sie die elterliche Wohnung verlassen haben und seitdem nicht mehr aufgetaucht sein. Am Donnerstagabend tauchte sie unversehrt wieder auf.

29.03.2019