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Rostock Der Streit um die Mittelmole spitzt sich weiter zu
Mecklenburg Rostock Der Streit um die Mittelmole spitzt sich weiter zu
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00:02 11.04.2019
Rund 200 Bürger nahmen an der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend teil. Quelle: Susanne Gidzinski
Rostock

Volles Haus im Ortsbeirat Warnemünde. Auf der Tagesordnung am Dienstagabend stand der Beschluss über die Zielstellungen bei der Erarbeitung des Entwurfs für den Bebauungsplan der Mittelmole. Rund 200 Einwohner nahmen an der Sitzung teil. Sie hofften auf eine klare Positionierung des Ortsbeirates und die Möglichkeit, eigene Bedenken äußern zu können. Doch es kam anders als erwartet. Nach nur wenigen Minuten stellte Dr. Jobst Mehlan (UFR), Mitglied des Ortsbeirates, einen Vertagungsantrag, dem die anderen Mitglieder mehrheitlich zustimmten. Sehr zum Ärger der anwesenden Bürger.

Unklare Formulierungen in der Beschlussvorlage

„Wir haben uns versammelt, um über das Monstrum zu sprechen, das auf der Mittelmole gepflanzt werden soll“, beginnt Mehlan sein Plädoyer. „Allerdings gibt es einige Unstimmigkeiten, die zunächst beseitigt werden müssen“, führt er fort. So sei die Formulierung der Beschlussvorlage schwammig und unpräzise. „Einzelne Punkte müssen von der Verwaltung nochmals überarbeitet und neu vorgelegt werden, denn nur dann können wir eine Entscheidung darüber treffen, ob wir dem zustimmen oder nicht“, bestätigt auch der Ortsbeiratsvorsitzende Alexander Prechtel (CDU).

Bürgerschaftsmitglied Helge Bothur ist da anderer Meinung: „Wir sind nur ein beratendes Gremium. Am Ende entscheidet die Bürgerschaft, weshalb es umso wichtiger ist, dass wir heute darüber sprechen“, hält er gegen und erntet Beifall aus dem Publikum. Am Ende aber entscheiden sich die Ortsbeiratsmitglieder mit sechs von insgesamt neun Stimmen für eine Vertagung.

Einwohner sind sauer

Eine Entscheidung, die viele der Anwesenden verärgert. Während die einen wutentbrannt den Saal verlassen, schimpfen andere drauflos. „Toll gemacht Herr Prechtel, da haben Sie sich ja ein ganz eigenes Programm gemacht“, ruft jemand in die Runde. „Das ist eine Frechheit. Hier wird nicht im Interesse der Warnemünder gehandelt“, meint ein anderer Einwohner beim Herausgehen. Auch Edda Düwel verlässt die Sitzung vorzeitig. „Noch immer hängt alles in der Schwebe. Ich habe erwartet, dass der Beirat endlich eine Entscheidung im Interesse der Bürger fällt“, so die 78-Jährige. Ute Sendrowski (59) pflichtet ihr bei: „Man muss endlich Klartext sprechen und darf die Debatte nicht aufschieben. Während der letzten Podiumsdiskussion zu dem Thema wurde uns versprochen, dass wir noch etwas kippen können.“

Die Warnemünder Konrad Michaelis (82) und Henry Krause (62) sind ebenfalls entsetzt. „Die lange geplante Diskussionsrunde wurde einfach so ausgehebelt. Es wurden keine klaren Verhältnisse geschaffen“, findet Krause. Das bemängelt auch Heiko Schulze, Sprecher der Interessengemeinschaft Alter Fährhafen. „Indem man den Tagesordnungspunkt einfach absetzt, entzieht man dem Publikum jegliche Möglichkeit einer Meinungs- oder Willensäußerung“, sagt er. „Die Begründung für das Vertagen des Verwaltungsantrages erscheint unglaubwürdig.“

Ortsbeirat: „Nur so können wir Druck aufbauen“

„Seit 2014 sind wir die Einzigen, die sich dem Thema widmen. Das Ergebnis ist, dass wir die Prügel kassieren“, klagt Alexander Prechtel. „Mit der Beschlussvorlage ist niemand einverstanden. Wir wollen der Verwaltung lediglich die Chance geben, uns eine überarbeitete Version vorzulegen“, rechtfertigt er die Entscheidung. Oberbürgermeisterkandidatin Sybille Bachmann (Rostocker Bund) stimmt ihm zu: „Das ist doch clever gemacht, heute nichts zu beschließen. Selbst wenn der Ortsbeirat abgelehnt hätte, könnte die Bürgerschaft sich am 15. Mai für den Plan entscheiden.“ „Das sind tatsächlich unsere Überlegungen gewesen. Nur so können wir Druck aufbauen und einen Beschluss im Sinne der Warnemünder erzielen“, gibt der Ortsbeiratsvorsitzende am Ende der Sitzung zu.

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Susanne Gidzinski

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