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Rostock Der letzte literarische Buchclub bleibt optimistisch
Mecklenburg Rostock Der letzte literarische Buchclub bleibt optimistisch
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06:21 27.08.2015
Buchhändlerin Angelika Wüstemann in der Anderen Buchhandlung in Rostock.
Buchhändlerin Angelika Wüstemann in der Anderen Buchhandlung in Rostock. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Ende dieses Jahres will Bertelsmann angesichts sinkender Umsätze seine letzten Buchclubs schließen. Damit geht eine Ära zu Ende – 1990 zählte „Der Club“ noch sechs Millionen Mitglieder.  Im Schatten des einstigen Riesen versucht sich die Büchergilde mit ihren rund 70 000 Mitgliedern mit besonders aufwändig gestalteten Büchern zu behaupten und gründete dafür im vergangenen Jahr eine  Genossenschaft. Das Netz der bundesweit über 80 Partner-Buchhandlungen, die die Büchergilde im Angebot haben, soll ausgebaut werden.

Die Andere Buchhandlung in Rostock ist der einzige Buchladen nördlich von Berlin mit Büchergilde-Titeln. „Das Interesse wächst. Es werden verstärkt junge Leute Mitglied, die bei uns auf die besonders schön gestalteten Bände der Büchergilde aufmerksam geworden sind“, sagt Buchhändlerin Angelika Wüstemann. Ein Argument sei neben der aufwändigen Gestaltung auch der Preis: Ein halbes Jahr nach dem Erscheinen des Originals kann die Büchergilde mit einer 20 Prozent billigeren Lizenzausgabe auf den Markt kommen. Von den aktuellen Büchergilde-Neuerscheinungen seien derzeit u.a. „Kindeswohl“ von Ian McEwan, „Unterwerfung“ von Michel Houellebecq und „Der Vizekönig von Ouidah“ von Bruce Chatwin in Rostock stark gefragt. „Zu uns kommen viele politisch interessierte Menschen, deswegen stehen neben Romanen und Krimis politische Titel hoch im Kurs“, betont Wüstemann.



OZ