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Rostock Die Ehrenamtler in der Bootshalle am Yachthafen
Mecklenburg Rostock Die Ehrenamtler in der Bootshalle am Yachthafen
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13:28 11.07.2019
Alle Boote im Wasser: Willy Bunge (64) steht an einem leeren Trailer vor dem Kran in Hohe Düne. Dutzende Boote hat der ehrenamtliche Helfer bereits ins Wasser gehievt. Quelle: Ove Arscholl
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Warnemünde

Sie gibt Parkscheine aus, Schlüssel fürs Duschen und Passierscheine für das Campen im Marinegelände. Und ohne sie ginge eigentlich überhaupt gar nichts. Seit zwölf Jahren ist Christina „Tina“ Goldschmidt ehrenamtlich für die Segler der Warnemünder Woche „Mädchen für Alles“, wie sie selbst sagt.

Gerade bindet Tina drei Seglern Sicherheitsarmbänder ums Handgelenk. Die müssen sie in unmittelbarer Nähe der Slipanlagen gegen entsprechenden Station halten. Damit melden sie sich ab, wenn sie zu Wasser gehen, und bei der Rückkehr an Land wieder an. So wird sichergestellt, dass das Team im Race Office weiß, dass die Segler wieder sicher im Hafen sind.

Team ist Familie

All das macht Tina aber gemeinsam mit ihren sieben Kollegen. „Wir sind hier ein richtiges Team“, sagt Tina. „Ich halte alle bei Laune und kümmere mich, wenn sie Durst haben.“ Jeder aus der Mannschaft trägt zum guten Gelingen bei. „Es macht eben Spaß, wenn unser Segelclub national und international eine ordentliche Visitenkarte abgeben kann.“

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen aber natürlich die Segler. Und die kommen mit allen denkbaren Problemen zum Ehrenamtler-Team in die Bootshalle. „Auch wenn sie sich zum Beispiel den Kopf am Baum aufgeschlagen haben“, sagt Tina Goldschmidt.

Durch die Liebe zum Segelsport

Aber auch mit dem Segeln selbst ist die 66-Jährige längst vertraut. Schuld ist die Liebe. Auf einem Klassentreffen vor 17 Jahren wurde ihr ans Herz gelegt, einen gewissen Dieter kennenzulernen. Einen verrückten Segler. Nach fünf Jahren des Pendelns aus Berlin, ankert sie für immer in Warnemünde, lernt das Segeln und wird Mitglied im Warnemünder Segel-Club.

Und dass es so gekommen ist, ist auch gut so. „Natürlich habe ich auch Ahnung vom Segeln“, sagt sie. Denn die Segler kommen auch mit fachlichen Problemen zu Tina. „Ich helfe den Leuten, wenn ihre Fender wieder aufgeblasen werden müssen oder ihnen das Gas ausgegangen ist“, sagt die 66-Jährige. Sogar ein Segelmacher ist vor Ort, wenn mal spontan repariert werden muss.

32 Boote am Tag kranen

Genauso lange wie Tina ist auch Willy dabei. Er ist der Mann von Teamchefin Christina Bunge. Gemeinsam reisen die beiden aus Halle (Sachsen-Anhalt) an, nehmen sich für die Warnemünder Woche sogar extra Urlaub. Und auch ohne Willy würd’ hier nicht viel passieren. Zumindest ginge es für niemanden ins Wasser. Der 64-Jährige krant die Boote ein. „Gestern waren es 32“, sagt er. Einige müssen auch noch per Seilzug gewogen werden, bevor sie zu Wasser gelassen werden können. „Die J/22 müssen mindestens 860 Kilo haben, sonst sind sie zu leicht“, sagt Willy. Zeigt die Waage weniger an, bekommen die Segler Bleigewichte an Bord, damit das Ganze auch fair bleibt.

Willy ist eigentlich selbstständiger Bauleiter und hat sich bei Konzerten schon um die Beschallungsanlagen für Iron Maiden, Alice Cooper oder Modern Talking gekümmert. Als Gitarrist spielt er auch seit Jahrzehnten in seiner eigenen Band. Und Boot fährt er natürlich auch.

In den Norden verliebt

Und genau wie bei Tina, hat sich auch bei Willy durch die Liebe einiges verändert im Leben. Bei ihm war es aber nicht die Liebe zu einem Menschen, denn seine Frau hatte er ja schon. Gemeinsam haben sich die beiden in den Norden verliebt. Seit sechs Jahren packt Willy inzwischen auf der Segelwoche mit an. „Ich wurde damals von Jürgen Missing gleich zum Kranen eingeteilt, weil ich den Schein dafür hatte“, sagt der 64-Jährige. Und inzwischen kommt das Ehepaar aus Sachsen-Anhalt nicht nur zur Warnemünder Woche hoch an die Ostsee. „Wir haben uns jetzt sogar ein kleinen Feriengrundstück in Papendorf gekauft, wo wir dann immer wohnen“, sagt Willy.

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