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Rostock Diese Firma sorgt für die Sicherheit beim größten Kreuzfahrtschiff der Welt
Mecklenburg Rostock Diese Firma sorgt für die Sicherheit beim größten Kreuzfahrtschiff der Welt
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14:31 10.10.2019
An jedem Standort von MV Werften steht ein Höhenrettungsteam von Kötter Services zur Verfügung. Quelle: KÖTTER Services/Holger Martens
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Rostock

Kommt es zu einem Notfall bei MV Werften, dann sind sie im Einsatz: Die Rettungskräfte von Kötter Security sorgen an den drei Standorten in Rostock-Warnemünde, Wismar und Stralsund für Sicherheit in den Hallen und an Bord der Schiffe. „Unsere Leistungen sind kein Standard, nur wenige Feuerwehren können die Technik oder Ausbildung aufweisen, die wir für unsere alltägliche Arbeit auf den Werften benötigen“, erklärt Dirk H. Bürhaus, Geschäftsführer der verantwortlichen Kötter Fire & Service GmbH & Co. KG.

Ob medizinische Erstversorgung oder Höhenrettung aus einem Bockkran in 80 bis 100 Metern über dem Boden, das Löschen eines Brandes an Bord der „Global Dream“ oder die Arbeitssicherheit in den Werfthallen: Kaum eine Sicherheitsfirma in Deutschland kann mit dem Know how und der Technik aufwarten, mit der Kötter an den Werftstandorten agiert. „MV Werften verfügt damit über eine der modernsten Werkfeuerwehren in ganz Nordostdeutschland“, betont Bürhaus.

Bereit für tägliche Änderungen auf dem Gelände

Allein am Standort Warnemünde sind etwa 45 Feuerwehrleute und 50 Mitarbeiter des Werkschutzes rund um die Uhr im Einsatz. „Im Schichtsystem sorgen wir für die Unternehmenssicherheit und letztendlich dafür, dass die Werftarbeiter auch morgen noch an ihrem Arbeitsplatz tätig sein können“, sagt Bürhaus. Pro Schicht sind zehn Kameraden und zwölf Sicherheitskräfte auf dem Areal und an Bord der „Global Dream“ im Einsatz. „An jedem Tag ändert sich etwas auf dem 850 000 Quadratmeter großen Gelände. Das müssen wir im Blick haben“, so der Firmenchef.

Bildergalerie: So arbeitet Kötter bei MV Werften

Egal, ob auf dem Gelände oder an Bord der „Global Dream“: Die Kötter GmbH ist für MV Werften in den Bereichen Feuerwehr und Sicherheitsdienst aktiv. Allein am Standort Warnemünde sind etwa 90 Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz.

Und die Aufgabe, mit der das Unternehmen bei MV Werften zu tun hat, ist riesig. „Die ,Global Dream’ ist schon in ihrem jetzigen Stadium größer als manch fertige Schiffe. Gemeinsam mit unserem Kunden haben wir extra ein Brandschutzkonzept erstellt und viel Know how in die Infrastruktur hineingesteckt, um mit Blick auf die Fertigungsprozesse, Materialien und das Volumen des Schiffskörpers gewappnet zu sein“, betont der Geschäftsführer.

Schiffsbrand ist nicht mit anderen vergleichbar

Je weiter das Schiff wächst, um so mehr Mitarbeiter werden auch von Kötter im Einsatz sein. „Kommt die ,Global Dream’ nach Wismar, werden zeitweise bis zu 50 Mitarbeiter für die Schiffssicherheit pro Schicht sorgen“, blickt Bürhaus voraus. Die Schwierigkeit ihrer Arbeit: Das Löschen eines Schiffsbrandes ist nicht mit anderen Feuern vergleichbar. „Brennt ein Haus, geht man von der Seite ran. Ein Schiff ist aber an den Seiten durch die Hülle geschlossen. Bei einem Brand unter Deck müssen wir also von oben dem Rauch, der Hitze und den Flammen entgegenkommen, um zu löschen“, erklärt Dirk H. Bürhaus.

Multimedia-Reportage:
Auf zum größten Kreuzfahrtschiff der Welt

Um die Rettungskräfte dafür fit zu machen, werden sie in einem maritimen Großbrand-Simulator trainiert, in dem sie Bedingungen wie auf Schiffen vorfinden – auch von Schiffen, die sich noch im Bau befinden. Die Temperaturen in den Containern sind feurig – die Männer üben zwischen Rauch und Flammen.

95 Prozent der Notrufe sind Fehlalarme

Wie oft es allerdings zu Einsätzen bei MV Werften kommt, kann der Chef der Sicherheitsfirma nicht sagen. „Mal sind es zwei Alarmauslösungen pro Woche, dann passiert wieder nichts. Jede Schicht,in der es ruhig bleibt, ist eine gute Schicht“, so Bürhaus. Am häufigsten kommt es beim Funkenflug oder Fehlfunktionen von Baumaschinen zu Einsätzen. „Aber 95 Prozent der Notrufe sind Fehlalarme, oft löschen auch die Mitarbeiter selbst kleinere Feuer. Wir sind aber immer im Volleinsatz.“

Werk- oder Betriebsfeuerwehr?

Werk- und Betriebsfeuerwehren dienen dazu, die bereits vorhandenen Strukturen von Berufs- und freiwilligen Feuerwehren zu ergänzen. Denn manchmal machen es die Arbeiten eines Unternehmens, die ein höheres Brandrisiko bergen, erforderlich, schneller eingreifen zu können.

Der Unterschied zwischen einer Werk- und einer Betriebsfeuerwehr sind die behördlichen Auflagen. So sehen die Ämter es bei den MV-Werften-Standorten in Wismar und Stralsund als erforderlich an, dass Kameraden vor Ort sind. Dort gibt es also eine Werkfeuerwehr.

In Warnemünde läuft hingegen noch das Anerkennungsverfahren. Aber auch im Ostseebad sieht es der Werftenverband als notwendig an, Einsatzkräfte vor Ort zu haben, so dass er eigenverantwortlich eine Betriebsfeuerwehr gegründet hat. 2020 soll aber eine neue Feuerwache auf dem Gelände entstehen, in der es auch neue und größere Sozial- und Ruheräume geben soll.

Um auf dem neuesten technischen Stand zu sein, hat die Firma in den vergangenen zwölf Monaten zudem 3,5 Millionen Euro in die Brandbekämpfungseinheiten an allen drei Standorten bei MV Werften investiert. Mit dem Geld sind in Wismar, Rostock und Stralsund neue Lösch- und Logistikfahrzeuge sowie mehrere mobile Großlüfter angeschafft worden. Außerdem kommen in Warnemünde die Rettungskräfte hoch hinaus: Mit einer auf 60 Meter ausfahrbaren Teleskopmastbühne „TMB 60“ steht MV Werften jetzt die höchste Rettungsbühne in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung.

Höhenrettung beim Tag der offenen Tür

Wie die eingesetzt wird, davon können sich Besucher am Sonntag, dem 13. Oktober, beim Tag der offenen Tür bei MV Werften in Warnemünde von 12 bis 17 Uhr ein Bild machen. Denn dann wird auch die Firma Kötter auf dem Werftgelände informieren, die „TMB 60“ sowie eine Höhenrettungsübung präsentieren und fachlich kommentieren.

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