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Rostock Kaputte Treppe an Stolteraer Steilküste bis Ostern repariert
Mecklenburg Rostock Kaputte Treppe an Stolteraer Steilküste bis Ostern repariert
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14:03 05.04.2019
Bauarbeiten an der beschädigten Treppe bei der Steilküste am Stoltera. Quelle: Anh Tran
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Warnemünde

Das Sturmtief Zeetje und Erdrutsche zerstörten sie Anfang des Jahres. Jetzt wird die Treppe am Kliff der Stoltera im Bereich Diedrichshagen repariert. Die Arbeiten laufen seit letzter Woche Donnerstag. Bisher wurden umgestürzte Bäume geräumt und Stufen ausbetoniert. Bis Ostern soll die Treppe wieder freigegeben sein.

Betonfundament soll Treppe schützen

An den Reparaturen ist unter anderem die Bützower Firma „Norddeutsche Hoch- und Tiefbau Andre Mrosack“ beteiligt. Seit Montag arbeiten drei Handwerker – inklusive Chef Andre Mrosack selbst – an der Treppe. „Wir haben gerade angefangen, die Stufen einzuschalen, damit wir den Beton aufschütten können“, berichtete er am Donnerstag. Zuvor hatte eine andere Firma bereits Stahlträger zur Stabilisation verlegt.

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Wichtig sei das neue Beton- und Stahlfundament unter den Stufen. Dieses soll ein weiteres Abrutschen durch zukünftige Sturmschäden verhindern. Auch ein stabiles Geländer und Absicherungen an den Seiten werden verbaut. Der Beton der Treppe soll nach rund 28 Tagen vollständig ausgehärtet sein. Mrosack geht aber davon aus, dass sie vorher schon begehbar sein wird. „Ich denke, dass man nach 14 Tagen schon wieder raufgehen kann.“ Auch die Warnemünder Tourismuszentrale – zuständig für die Treppe - plant, den Aufgang bis Ostern wieder freizugeben. Der Schutz der Steilküste sei ebenfalls geplant. Ein Gerüst aus Stahlträgern und Holzbohlen sollen den Küstenbereich rund um die Stolteraer Treppe vor Ausspülungen der Erde und weiteren Rutschungen schützen.

Bauarbeiten an der beschädigten Treppe bei der Diedrichshagener Steilküste Quelle: Anh Tran

Bedenken über Standort

Im Vorfeld hatte ein Anwohner bei der Warnemünder Ortsbeiratssitzung Bedenken geäußert. Der Standort der Treppe sei unsinnig, da es immer wieder Rutschungen und entsprechende Schäden geben würde. Ortsbeiratsvorsitzender Alexander Prechtel sieht keinen Grund zur Kritik: „Wenn die zuständigen sachkundigen Behörden sagen, das ist in Ordnung, dann sehe ich keinen Grund, sich da einzumischen.“ Auch die Tourismuszentrale betont die Notwendigkeit der Treppe dort: „Sie ist der einzige Steilküstenaufgang zwischen Wilhelmshöhe und Elmenhorster Bach und somit sehr wichtig.“

Die Pressestelle des Umweltministeriums bestätigt aber, dass die Stolktera-Küste sich auch künftig landeinwärts bewegen würde. Als „Rückgangsküste“ würde ihr Fuß und auch die obere Böschungskante weiter zurück gehen. „Die Einschätzung, dass der Standort problematisch ist, ist daher zutreffend“, heißt es. Die Möglichkeit, eine „standsichere“ Treppe zu errichten sei zwar nicht unmöglich, wäre aber „aufwendig und kostenintensiv“.

Aktuelle Arbeiten als Provisorium

Bauunternehmer Andre Mrosack sieht die aktuellen Arbeiten als geeignete provisorische Lösung. Eine genaue Einschätzung über die Langlebigkeit der Treppe sei jedoch nicht möglich, sagt er. Bereits 2015 hatte es Arbeiten an dem Strandaufgang gegeben. Damals war er acht Monate lang gesperrt. Ein Gutachten kam zu dem Schluss, dass die Treppe längerfristig erhalten werden könne. Die Reparatur kostete rund 25 000 Euro. „Ziel der Sanierung war die langfristige Festigung und Erhaltung der Treppe“, sagte Tourismusdirektor Matthias Fromm damals. Schon zu diesem Zeitpunkt sollte eine Stahlkonstruktion den Treppenfuß vor Unterspülungen sichern.

Lebensgefahr durch Abbrüche an der Küste

Im Januar hatte das Sturmtief „Zeetje“ für Hochwasser in Rostock und Warnemünde gesorgt. Die Wellen trugen große Mengen Sand und Erde ab. Teile der Steilküste brachen ab und fielen auf den darunterliegenden Strandabschnitt. Die Treppe wurde dabei massiv beschädigt und mehrere Bäume entwurzelt. Nach wie vor warnen Schilder Spaziergänger vor bestehender Lebensgefahr. Es sei immer noch mit Rutschungen zu rechnen. Viele auf dem Strandabschnitt liegende Bäume bestätigen die möglichen Abbrüche der Küstenteile. Das Landesamt für Umwelt und Geologie warnte damals davor, zu nahe an der Klippe entlangzugehen. Insgesamt sei das Kliff auf einer Länge von etwa 350 Metern betroffen gewesen.

Zahlreiche Bäume stürzten bereits von der Steilküste. Quelle: Anh Tran

Anh Tran