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Rostock Drei Amerikaner im Ostseebad
Mecklenburg Rostock Drei Amerikaner im Ostseebad
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00:26 24.05.2018
James J. Kee (rechts), Tenor am Rostocker Volkstheater, mit seinen Eltern James und Suzanne Kee. Quelle: Foto: Christina Milbrandt
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Warnemünde

Dass sie mit Anfang 70 nochmal ein lebensveränderndes Abenteuer wagen würden, hätten Suzanne und James Kee selbst nie erwartet. Doch nun sitzen die beiden US-Amerikaner in ihrer schönen Wohnung direkt an der Promenade in Warnemünde, ihr altes Leben haben sie in den Staaten zurückgelassen. Eine Entscheidung, die den beiden ziemlich schwer fiel, sagt Suzanne Kee, es aber allemal wert war.

Denn das Ehepaar ist nach Deutschland gekommen, um ihrem Sohn James J. Kee nahe zu sein. Der 35-Jährige lebt bereits seit fast neun Jahren in Deutschland, ist derzeit als Tenor am Rostocker Volkstheater engagiert. Statt tausenden Kilometern trennen die drei jetzt nur noch 150 Meter. „Ich scherze immer, dass wir nur in der zweiten Reihe wohnen und meine Eltern kommen her und ziehen direkt in die erste Reihe“, erzählt Sohn James lachend.

Mittlerweile leben seine Eltern schon seit zwei Monaten hier. Die Sprache ist bislang der schwierigste Part. Noch sind die beiden darauf angewiesen, dass ihr Sohn übersetzt. „Aber wir wollen bald mit einem Kurs beginnen“, sagt Suzanne Kee. Diese Herausforderungen gehen die beiden aber optimistisch an. Denn dass sie ihrem Sohn nahe sind, ist für sie die Hauptsache. Das Schönste daran ist für sie, dass sie dessen Aufführungen und die seiner Frau, die ebenfalls Sängerin ist, nun ohne Probleme miterleben können. „Sie auf der Bühne zu erleben, macht die Schwierigkeiten, die mit unserem Umzug hierher verbunden waren, wett. Es ist toll, die beiden als Künstler wachsen zu sehen“, sagt Suzanne Kee voller Stolz.

Die Begeisterung für klassische Musik hat die Familie schon immer miteinander geteilt, was sich auch in den Biographien der Eltern zeigt. So war Suzanne Kee früher Balletttänzerin, tanzte für das New York City Ballet und die Metropolitan Opera Ballet Company. Später gründete sie ein Tanztheater. Die Einrichtung liegt etwas außerhalb von Washington, D.C., wo die Familie lange lebte. Während Suzanne für den künstlerischen Teil verantwortlich war, übernahm ihr Mann, der 26 Jahre lang auch als Professor an der George Washington University lehrte, die Geschäftsführung.

Nach ihrer Pensionierung zog es die Eltern in eine Community, in der Kultur auch einen großen Stellenwert hatte. Regelmäßige Aufführungen und Konzerte gehörten zur Tagesordnung. „Das vermissen wir schon. So oft wie dort gehen wir hier noch nicht aus. Aber ich bin sicher, dass das noch kommt“, sagt Vater James. Als vorteilhaft erweist sich da der Ausblick aus dem Wohnzimmer. Denn von dort können die Kees direkt auf die Bühne im Kurhausgarten sehen – und bekommen so immer viel von den dortigen Veranstaltungen mit.

Die nächste große Gelegenheit, auswärts Kultur zu genießen, haben der 73-Jährige und seine Frau schon am 3. Juni. Dann findet in der Halle 207 die Premiere der Oper „Der Bajazzo“ statt, in der ihr Sohn den Titelhelden geben wird. Eine Rolle, die er laut Suzanne Kee schon in seiner Kindheit faszinierend fand. „Als er drei Jahre alt war, hat er sich Aufnahmen davon angeschaut und war begeistert“, erzählt die 71-Jährige. Ihn nun in dieser Oper auf der Bühne zu erleben, sei für sie wundervoll.

Im Alltag arbeiten die Kees nun daran, ihr Deutsch zu verbessern und Warnemünde noch besser kennenzulernen. „Wir haben uns schon gut durch die Restaurants gearbeitet“, erzählt James Kee. Wann sie das nächste Mal in die USA reisen, wissen sie bislang noch nicht. Gegen das Heimweh hilft ihnen vor allem, dass etliche Freunde bereits ankündigten, sie in Deutschland zu besuchen, erzählt Suzanne Kee.

Und im Sommer machen sie sich erst einmal daran, gemeinsam mit ihrem Sohn südlichere Gefilde Deutschlands zu erkunden. „Ich plane eine Tour entlang der Romantischen Straße“, erzählt James J. Kee.

Der Bajazzo

Die Handlung: Eine Komödiantentruppe zieht in ein Dorf, um für die Bewohner eine Komödie zu spielen. Tonio, der Tölpel der Truppe, verrät Canio, dem Prinzipal, dass dessen Frau Nedda einen Bauern des Dorfes liebe. Den Namen des Liebhabers kann er dem eifersüchtigen Canio aber nicht nennen. Die von Liebessehnsucht und Betrug geprägten Beziehungen der Komödianten untereinander spiegeln sich in dem Spiel, das sie dann auf der Bühne zeigen.

Die Premiere: Die Oper wird zum ersten Mal am Sonntag, 3. Juni, in der Halle 207 gezeigt. Beginn: 19.30 Uhr

Christina Milbrandt

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