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Rostock Ein Blick entlang der Warnow: Das wird Rostocks neuer Osthafen
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Ein Blick entlang der Warnow: Das wird Rostocks neuer Osthafen

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17:00 23.01.2020
Von der Warnow-Brücke bis zum Naturpark: Der Rostocker Osthafen wird sich bis zur Buga 2025 verändern. Quelle: Montage: Runze&Casper Werbeagentur GmbH
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Rostock

Eine Deponie, Bauhöfe und Gewerbe: Der sogenannte Osthafen – das Areal zwischen der Warnow und dem Dierkower Damm – ist derzeit alles andere als ein Vorzeigeviertel der Hansestadt. Dabei bieten die Nähe zum Wasser und die Anbindung an die städtische Infrastruktur ein noch längst nicht ausgeschöpftes Potenzial. Doch das soll sich nun ändern.

1. Campus setzt neuen Maßstab

Längst begonnen haben die Arbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Dachpappenfabrik. Die Fläche zählte noch bis vor wenigen Jahren zu den am meisten belasteten Rostocks. Über fünf Millionen Euro investierte das Land Mecklenburg-Vorpommern in die Beseitigung der Altlasten. Ein moderner Gebäudekomplex, als Ansiedlungsort für technologiebasierte Unternehmen, lässt die Erinnerungen an die früheren Zeiten verblassen.

Noch im Herbst 2020 sollen dort rund 200 Menschen ihren Arbeitsplatz beziehen. Das Gesamtkonzept „Campus Altkarlshof“ gehe dabei neue Wege in der Verbindung von Arbeit und Freizeit, wie die Architekten Stephan Bastmann und Martin Zavracky verdeutlichen. Neben den Mitarbeitern am Standort sollen auch die Rostocker von dem Vorhaben profitieren. So werde nicht nur ein Restaurant mit Panoramablick auf die Warnow geplant, sondern auch die Anbindung an einen öffentlichen Fuß- und Radweg. Dieser werde als Geschenk an die Hansestadt übergeben. „Insgesamt führt das Projekt auf dieser Warnow-Seite einen neuen Maßstab ein – ist also ein initialer Impuls für die Entwicklung des gesamten Osthafens“, meint Zavracky.

2. Ferdinand Schultz Nachfolger

Nur wenige Meter entfernt liegt das Grundstück des Unternehmens Ferdinand Schultz Nachfolger. Erst 2017 ist dort ein modernes Autohaus entstanden, wie Sebastian Zumack aus der Verwaltung berichtet. Weitere Großprojekte seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant, verrät er. „Wir freuen uns aber über die Veränderungen hier im Viertel.“ Besonders der Ausbau des Radweges entlang der Warnow stoße auf Zuspruch. „Es ist schön, dass der Osthafen belebt wird.“

3. Hotel Warnow macht Wasser erlebbar

Mitten im Gewerbegebiet liegt das Hotel Warnow – ein idyllischer Ort zum Runterkommen und Entspannen. Um seinen Gästen den Aufenthalt noch attraktiver zu gestalten, plant Inhaber Henry Jackwitz einige Veränderungen. „Ich habe ein paar Ideen, die sehr gut herpassen würden“, verrät er. Vorstellen könne er sich neben einer Gastronomie-Plattform auf dem Wasser auch einen kleinen Strand und einen Pavillon für Veranstaltungen. Bevor er sich aber an die Planung macht, sei eine Abstimmung mit der Stadt erforderlich. „Unser Ziel ist es, das Wasser für alle erlebbar zu machen.“

4 und 5: Wohnen, Gewerbe und Kultur

Auf dem Gelände, auf dem sich Veolia und der Rostocker Bauhof befinden, werde ein gemischtes Gebiet mit Wohnungen, Gewerbe, Kultur und sozialen Einrichtungen entstehen, erklärt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Es soll die nördlichen Stadtteile – wie Dierkow – besser mit dem Wasser verknüpfen. Die Bauhöfe des Amtes für Verkehrsanlagen und des Amtes für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege sollen am Westfriedhof zusammengefasst werden.

6. Sport und Entspannung in der Natur

Aus der ehemaligen Dierkower Deponie am Warnowufer soll ein Stadtpark werden. Der Wertstoffhof soll nach Toitenwinkel umziehen, sagt Frank Claus, der Buga-Sachgebietsleiter des Rostocker Grünamtes. Stattdessen werde dort ein Stadtpark mit Freizeitsportgelegenheiten und Kulturflächen entstehen. Rund um den Park soll es Baumpflanzungen geben. Auf dem Areal werden Sport- und Spielangebote, Verweilpunkte mit Sitz- und Liegeflächen, Grill- und Picknickplätze zu finden sein. Auch eine kleinere Bühne für Konzerte werde entstehen.

7. Rostock setzt auf Vernetzung

Zwischen dem Gebäudeensemble der Universitätsklinik an der Gehlsheimer Straße und dem alten Deponieberg liegt die Hechtgrabenniederung. Sie wird im Warnow-Rund eine zentrale Anbindung Richtung Norden zu den Plattenbausiedlungen in Dierkow und Toitenwinkel sein und zählt zu den wichtigen Vernetzungsprojekten in der Hansestadt. Dennoch, so Frank Claus, wolle man den jetzigen Zustand weitgehend erhalten und nicht groß in die Natur eingreifen. „Aber wir werden die Niederung zur Buga gut präsentieren.“

8. Warnow-Brücke kommt 2025

In wenigen Minuten von der Holzhalbinsel bis nach Gehlsdorf zu kommen – das soll ab April 2025 möglich sein. Die Inbetriebnahme der Warnow-Brücke ist bis zur Eröffnung der Buga geplant, bestätigt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Der Bund sagte die Übernahme von bis zu 80 Prozent der Kosten zu. Erste Berechnungen gehen von insgesamt 25 Millionen Euro aus.

Parallel zu den Genehmigungs- und Planungsverfahren will die Stadt die Verhandlungen mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund einleiten, weil die Brücke mit der Warnow eine Bundeswasserstraße kreuzt. Schiffe sollen die Wasserstraße weiter nutzen können, offen ist allerdings noch, ob die Brücke dazu einen Klapp- oder einen Drehmechanismus erhält.

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