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Rostock Einsatz ab 2020: Rostock baut E-Fähre für die Warnow
Mecklenburg Rostock Einsatz ab 2020: Rostock baut E-Fähre für die Warnow
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17:18 29.05.2019
Neptun Ship Design plant im Auftrag der Stadt eine neue Fähre zwischen Gehlsdorf und dem Stadthafen. Quelle: Neptun Ship Design
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Rostock

Zu alt, zu anfällig bei Sturm und Wellen – und vor allem nicht klimafreundlich: Die Warnow-Fähre zwischen dem Kabutzenhof und Gehlsdorf hat bei Rostocks Fahrgästen wahrlich nicht den besten Ruf. Doch mit den Problemen rund um die „Gehlsdorf“ dürfte es nun bald vorbei sein: Die Hansestadt hat die Weichen für einen umweltfreundlichen Ersatz gestellt: Über den Fluss soll schon in einigen Jahren eine hochmoderne E-Fähre pendeln. Entwickelt wurde das Schiffsdesign in Rostock.

Neue Anleger, neue Technik

Bereits 2016 hatte Umwelt- und Verkehrssenator Holger Matthäus (Grüne) angekündigt, den Fährverkehr auf dem Fluss künftig „grün“ machen zu wollen. Also ohne den Ausstoß schädlicher Abgase im Stadthafen. Die Stadt braucht zwar länger, am Plan hält sie aber fest: „E-Mobilität ist das große Zukunftsthema – auch auf dem Wasser“, sagt Matthäus. Auch Hafen-Senator Chris Müller-von Wrycz zählt zu den treibenden Kräften hinter dem Projekt: „Mit dem künftigen Einsatz einer hochmodernen Elektro-Personenfähre die E-Mobilität in unserer Stadt einen großen Sprung.“ Die alte Fähre sei bereits 25 Jahre alt, demnächst stünden umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen an. „Die sind aber nicht mehr wirtschaftlich.“

Und weiter: „Insbesondere für die Menschen im wachsenden Stadtteil Gehlsdorf wollen wir damit einen Impuls zur verstärkten Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs setzen“, so der SPD-Politiker. Mit Kosten von einer knappen halben Million Euro hatte die Stadt noch im Jahr 2016 für eine neue Fähre mit Akku und Elektroantrieb gerechnet. Das wird nicht mehr reichen: Harald Arndt, Projektleiter bei „Neptun Ship Design“, schätzt, dass der Neubau „eineinhalb bis zwei Millionen Euro“ kosten wird.

Neptun Ship Design plant im Auftrag der Stadt eine neue Fähre zwischen Gehlsdorf und dem Stadthafen: So soll sie aussehen. Quelle: Neptun Ship Design

Neue Anleger müssen her

„In den zwei Millionen Euro sind die Kosten für die neuen Anleger noch gar nicht eingerechnet“, so Arndt. Denn das neue Schiff soll auch auf einer neuen Route verkehren. Statt vom Kabutzenhof soll die E-Fähre künftig in Höhe Neptun-Einkaufszentrum starten. „Es geht uns darum, die neuen und geplanten Wohngebiete in Gehlsdorf und in der KTV zu verbinden“, sagt Matthäus. Die bisherige Route sei spätestens ab 2025 überflüssig: Zwischen dem Christinenhafen und Wellenweg plant Rostock zur Bundesgartenschau den Bau einer Rad- und Fußgängerbrücke. „Damit werden wir den Nordosten an die Innenstadt anbinden“, so der Senator.

„Auf Gehlsdorfer Seite wird die alte Fährtasche saniert und um einen Pontonanleger ergänzt. Dieser Anleger erhält auch den Ladeanschlusspunkt für das Aufladen der Schiffsbatterien“, so Hafensenator Müller-von Wrycz Rekowski. Die Stadtwerke Rostock Netzgesellschaft wird eine neue Stromleitung mit Trafostation zum Ufer verlegen. „Wenn wir die E- statt der bisherigen Fähre einsetzen, spart Rostock pro Jahr 36 000 Liter Diesel ein – und wir vermeiden 95 Tonnen CO2-Ausstoß.“

Hightech made in Rostock

Wo die neue Fähre gebaut wird, ist noch offen: „Der Auftrag wird europaweit ausgeschrieben“, sagt Arndt. Auch die Rostocker Werften sollen gezielt angesprochen werden. Die Fähre ist für 80 Passagiere und 15 Fahrräder ausgelegt. Sie soll im 20- oder 30-Minuten-Takt über den Fluss pendeln. Nach jeder zweiten Überfahrt müssen die Batterien geladen werden. Zusätzliche saubere Energie liefern Solarzellen auf dem Schiffsdach. Bereits Ende 2020 soll das neue Wasserfahrzeug für den Nahverkehr geliefert werden.

Harald Arndt und sein Team bei „Neptun Ship Design“ sind von ihrem Konzept für eine E-Fähre jedenfalls überzeugt – und halten es sogar für ausbaufähig. Bereits 2016 hatte das Konstruktions- und Designbüro, das für Reedereien und Werften weltweit Schiffe entwirft und plant, ein Konzept namens „Neptun Hopper“ vorgelegt. Die Pläne sahen nicht nur eine E-Fähre auf der Warnow vor, sondern eine ganze Flotte. Die Schiffe sollten von Warnemünde bis zur Mühlendammschleuse an mehreren Anlegern Halt machen und so die ganze Stadt verbinden. Aktuell arbeiten rund 120 Mitarbeiter für „Neptun Ship Design“, in den kommenden Jahren soll sich die Zahl der Angestellten fast verdoppeln. Erst Anfang des Jahres stiegen die MV Werften in das Unternehmen ein.

Senator will mehr „Haltepunkte“

Auch die Anleger sollen komplett neu gestaltet werden. Quelle: Neptun Ship Design

„Wir setzen ein Zeichen für sauberen Nahverkehr – auch auf dem Wasser“, sagt RSAG-Vorstand Jan Bleis zu den Plänen für die neue Fähre. Das Schiff soll vorerst von der Reederei Antaris, einem Partner der RSAG, betrieben werden. „Die alte Fähre muss einfach ersetzt werden, sie ist in die Jahre gekommen“, so Bleis.

Senator Matthäus denkt bereits weiter: „Zu einer Küstenstadt gehört Schiffsverkehr! Wir müssen es endlich gemeinsam schaffen, die gesamte Warnow als Bindeglied unserer Stadt zu entwickeln. Von der Innenstadt bis nach Warnemünde. Eine klimaneutrale E-Fähre ist die beste Alternative überhaupt.“ Der Grüne macht sich dafür stark, das Fährnetz auszubauen, um den Iga-Park, den Seehafen und auch Warnemünde über das Wasser besser anzubinden. „Die neue E-Fähre kann der Anfang sein.“

Andreas Meyer

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