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Rostock Entspannt am Strand: Wie die Präsidenten den Sail-Plan durcheinander wirbelten
Mecklenburg Rostock Entspannt am Strand: Wie die Präsidenten den Sail-Plan durcheinander wirbelten
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20:25 09.08.2019
Entspannt am Strand: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist am Freitagvormittag mit seinem Gast, dem portugiesischen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa, und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig durch Warnemünde spaziert. Sie liefen über die Strandpromenade ein Stück am Strand entlang. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Warnemünde

Marcelo Rebelo de Sousa hält nicht viel vom strengem diplomatischen Protokoll. Und das bekamen sowohl Autofahrer, Kapitäne als auch Personenschützer während der Hanse Sail gleich mehrfach zu spüren. Denn Portugals Staatspräsident und sein Gastgeber, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, erlaubten sich bei ihrem Besuch auf dem größten Traditionsschiff-Treffen der Welt gleich mehrere kleine Ausflüge, die so nicht geplant waren – sehr zur Freude von Passanten, Schaulustigen und auch Händler auf der Meile.

Ausflug ans Meer: Der portugiesischen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa erfrischte sich am Strand von Warnemünde mit Ostsee-Wasser. Quelle: OVE ARSCHOLL

Ausflug an den Strand

Am Freitagmorgen sollten die beiden Staatsoberhäupter gemeinsam mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) eigentlich nur entspannt über die Strandpromenade von Warnemünde schlendern. Doch plötzlich bog Rebelo de Sousa ab – an den Strand, schnurstracks auf das Wasser zu. Der Gast hockte sich hin, tauchte seine Hände ins Meer und wusch sich das Gesicht mit dem klaren Nass der Ostsee. Ein Albtraum für die besten durchgeplanten Personenschützer, ein Vergnügen für den Präsidenten. Steinmeier und Rebelo de Sousa nahmen sich auch Zeit für ein paar Sätze mit den überraschten Schaulustigen. Das Angebot eines Händlers, schon gegen 10 Uhr einen Cocktail zu trinken, lehnte Steinmeier aber ab: „Ist es bisschen früh.“ Mit etwas Verspätungen starteten die Staatsgäste dann zur Ausfahrt mit der „Johann Smidt“. Die Folge: Stau auf der Warnow. Denn vor den Staatsgästen durften viele andere Schiffe nicht auslaufen – und mussten warten.

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Staus und Kolonnen

Autofahrer hatten sich schon am Donnerstag über massive Sperrungen in Rostock geärgert: Für die Staatsgäste wurde – ebenfalls aus Sicherheitsgründen – unter anderem die L22 kurzzeitig gesperrt. Angeführt wurde die mehr als 20 Fahrzeuge umfassende Wagenkolonne von zwölf Motorrädern der Berliner Polizei. Die Zahl der Motorräder schreibt das diplomatische Protokoll vor. Bei offiziellen Besuchern von Staatsoberhäuptern sind es immer zwölf, bei inoffiziellen oder Arbeitsbesuchen „nur“ sieben Motorräder. Angereist waren Steinmeier und Rebelo de Sousa übrigens mit dem Regierungs-Airbus der Luftwaffe. Die Maschine landete in Laage. Von dort hob der Staatsgast am Freitag auch wieder gen Lissabon ab.

Von Andreas Meyer

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