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Rostock Erst zugeparkt, jetzt Rennstrecke: Probleme um Straße nehmen kein Ende
Mecklenburg Rostock Erst zugeparkt, jetzt Rennstrecke: Probleme um Straße nehmen kein Ende
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08:00 15.08.2019
Die Friedrich-Franz-Straße sorgt unter den Bürgern Warnemündes immer wieder für Diskussions-Stoff. Hier war noch beidseitiges Parken erlaubt. Diese Zeiten sind nun vorbei. Quelle: Ronald Lange
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Warnemünde

Seit Monaten sorgt sie für Verärgerung bei den Bürgern: die Friedrich-Franz-Straße in Warnemünde. Auch am Mittwochabend war sie bei der Sitzung des Ortsbeirats erneut Thema und führte zu Diskussionen. Diesmal stand allerdings eine neue Problematik im Mittelpunkt.

Erst im Juni wurde die Verkehrslage in dieser Straße ausführlich thematisiert. Damals lag das zentrale Problem in der Enge durch beidseitig parkende Autos. Anwesende Vertreter der Abfallwirtschaft und des Brandschutz- und Rettungsamtes der Hansestadt Rostock legten dar, dass weder die Müllabfuhr noch gegebenenfalls dringend benötigte Rettungsfahrzeuge die Straße ungehindert passieren könnten. Empfohlen hatte der Ortsbeirat deshalb ein einseitiges Halteverbot für Fahrzeuge.

Schwenk soll langsames Fahren erzwingen

Gesagt, getan: Heute darf man in der Friedrich-Franz-Straße lediglich auf einer Seite parken. Doch nun tritt ein anderes Problem auf: Raserei. Und das, obwohl in der Straße Tempolimit 30 gilt. „Unsere Erfahrung aus anderen Straßen zeigt, dass die Autofahrer durchheizen, sobald eine Fahrbahn breit genug ist“, berichtet Alexander Prechtel, Vorsitzender des Ortsbeirats Warnemünde. Deshalb hatte man sich nicht nur für ein einseitiges Halteverbot ausgesprochen, sondern sich gewünscht, dass der erste Teil der Straße links und der zweite Teil rechts zum Parken freigegeben wird. „Der dadurch erzwungene Schwenk sollte dafür sorgen, dass langsamer gefahren wird. Das ist ein probates Mittel“, erklärt Prechtel. In der Anastasiastraße, in der es ähnliche Probleme gab, habe die Methode bereits gefruchtet.

Mehr Druck auf das Straßenverkehrsamt gefordert

„Ich weiß nicht, warum es anders gekommen ist, wie wir es mit den entsprechenden Ämtern abgesprochen hatten“, antwortet Prechtel auf lautwerdende Klagen der versammelten Bürger. Er verstehe die Verärgerung jedoch: „Wir müssen das Geschwindigkeitsproblem in den Griff bekommen.“ Eine im Juni angedachte Begehung mit dem Straßenverkehrsamt, um sich die Modalitäten vor Ort anzusehen, fand aus unerkennbaren Gründen nicht statt. „Es muss mehr Druck auf das Verkehrsamt ausgeübt werden. Genügend Vorschläge haben wir gemacht“, empört sich Mathias Pawelke vom Bauausschuss.

„Ich habe bereits mit Verkehrssenator Holger Matthäus gesprochen. Er ist unserer Idee des zweigeteilten Halteverbots zugetan. Nun müssen wir auf die Zuarbeit der entsprechenden Ämter warten. Ein Ergebnis liegt daher noch nicht vor“, berichtet Prechtel einen Tag nach der Sitzung.

Eigeninitiative bringt Besserung

Inzwischen sind die Anwohner selbst tätig geworden: Sie haben Schilder an den Bäumen der Friedrich-Franz-Straße angebracht mit dem Hinweis, langsam zu fahren. Eine Dame hatte während der Sitzung die Aufmerksamkeit erregt, indem sie verwundert fragte, woher diese plötzlich kämen. Ein Anwohner und Eigentümer in besagter Straße bekannte sich sogleich als Verantwortlicher: „Wir mussten etwas gegen die Raserei tun. An die Geschwindigkeitsbegrenzung hält sich doch niemand“, verteidigt er seine Aktion. Und eine Anwohnerin fügt hinzu: „Es hilft bereits.“ Auch Ortsbeiratsvorsitzender Prechtel hat nichts an der Eigeninitiative auszusetzen: „Wenn es effektiv ist, ist es doch eine gute Übergangslösung.“

Auch Stimmen, die ein Tempolimit 20 fordern, wurden laut. Das sei laut Prechtel allerdings nicht ohne weiteres möglich. Ebenso wenig, wie schräg in der Straße zu parken, um mehr Parkmöglichkeiten zu schaffen, denn dafür sei die Fahrbahn schlichtweg zu schmal. Über ein halber Meter würde in der Breite der Straße fehlen, was in den Bereich der Unzulässigkeit falle. „Die Straßen wurden gebaut, als es noch nicht so viele Autos gab, vor allem nicht so große“, erklärt der Ortsbeiratsvorsitzende.

Anwohner oft selbst Übeltäter

Probleme wie in der Friedrich-Franz-Straße treten in Warnemünde immer wieder auf, wie Prechtel weiß. In einigen Straßen wurden sogenannte „Berliner Kissen“, also Bremsschwellen, eingebaut, um den Verkehr zu verlangsamen. „Auch Verkehrskontrollen wurden zeitweise vermehrt durchgeführt“, sagt Prechtel. Die haben jedoch meist ergeben, dass meist die Anwohner selbst diejenigen sind, die deutlich zu schnell fahren.

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Von Maria Baumgärtel

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