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Rostock Erster barrierefreier Strandkorb eingeweiht
Mecklenburg Rostock Erster barrierefreier Strandkorb eingeweiht
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18:30 08.05.2019
Tourismusdirektor Matthias Fromm (v.l.), Annette Rösler, Tino Ammon und Strandkorbvermieter Alexander Fritz testen den neuen Strandkorb. Quelle: Susanne Gidzinski
Rostock

Als Rollstuhlfahrer den Sonnenuntergang am Strand in erster Reihe genießen? Das ist ab sofort in Warnemünde möglich. Am Aufgang 10 wurde am Mittwochmorgen ein ganz besonderer Strandkorb eingeweiht. „Seit einigen Jahren widmen wir uns den Anforderungen an einen barrierefreien Urlaub, um wirklich all unseren Besuchern ein möglichst uneingeschränktes Erlebnis zu bieten“, sagt Tourismusdirektor Matthias Fromm. „Ich freue mich daher, heute den ersten barrierefreien Strandkorb präsentieren zu dürfen.“ Das Angebot richte sich in erster Linie an Rollstuhlfahrer, aber auch an Familien mit Kinderwagen oder ältere Gäste, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

Erster Test ist bestanden

Tino Ammon, Trainer der Rollstuhl-Basketballmannschaft „Nordic Bulldogs“, ist der erste Besucher, der die neue Sitzmöglichkeit am Ostseestrand ausprobieren darf. „Bislang habe ich von mir aus nicht darüber nachgedacht, ans Meer zu fahren, weil ich mich hier doch eher als Hindernis gefühlt habe“, berichtet er. Umso glücklicher ist er über das neue Angebot. „Das ist Lebensqualität. Rolli-Fahrer wie ich freuen sich, jetzt auch in erster Reihe die Ostsee genießen zu können. Hier kann ich einfach eine entspannte Zeit verbringen“, so der Trainer weiter.

Einen kleinen Verbesserungsvorschlag hat er dennoch: „Ein bisschen mehr Platz zum Rangieren wäre schön.“ Ein Hinweis, den der Tourismusdirektor gern aufnimmt. „Das ist ein Pilotprojekt. Wir lernen mit dem Strandkorb und sind dankbar für jegliche Anmerkungen.“

Mit einem Fingerdreh

Beim ersten Probesitzen überrascht Strandkorbvermieter Alexander Fritz alle Anwesenden. Er hat den Korb ein wenig umgerüstet. Dank einer nachträglich angebrachten Drehscheibe lässt sich der 125 Kilogramm schwere Strandkorb kinderleicht mit nur einem Finger um 360 Grad drehen. „Wenn die Sonne knallt, möchte man schließlich nicht die ganze Zeit brutzeln. So können die Gäste ihre Position ganz individuell einstellen“, erklärt der Strandkorbvermieter. Doch das ist nicht alles, was er sich ausgedacht hat. Zusätzlich befindet sich am Strandkorb ein Sender mit einem Rufknopf, der einen Mitarbeiter des Verleihs informiert. „Wenn die Kunden Hunger bekommen oder etwas benötigen, bringt es ihnen das Personal direkt zum Platz“, erklärt Fritz.

Mit gutem Beispiel voran

Der barrierefreie Strandkorb wurde vom Tourismusverband Mecklenburg Vorpommern im Rahmen des Projektes „Tourismus für Alle“ erstmals für die Saison 2019 ausgelobt. Insgesamt zwölf Orte und Kommunen haben sich beworben. Durchgesetzt hat sich schließlich die Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde. Damit ist das Ostseebad Botschafter für Barrierefreiheit am Strand. „Wir wollen mit einem guten Beispiel vorangehen und hoffen, dass andere Bäder nachziehen und ebenfalls ein entsprechendes Angebot schaffen“, sagt Projektleiterin Annette Rösler.

Dabei betont sie: „Entlang der Ostseeküste gibt es zahlreiche barrierefreie Strandzugänge. Mich hat es in den letzten Jahren genervt, dass Rollstuhlfahrer keine Möglichkeit hatten, einen Strandkorb zu nutzen. Es war an der Zeit, das Thema zu Ende zu denken.“

„Strandkorb für Alle“

Der barrierefreie Strandkorb am Strandaufgang 10 in Höhe des Hotels Neptun kann kostenfrei bis zu zwei Tage lang gemietet werden.

Unter der Internetadresse: www.strandkorbvermietung-warnemuende.de erhalten Interessenten weitere Informationen und können das Angebot direkt buchen.

Dieser Strandkorb wird nur an mobilitätseingeschränkte Nutzer, die auf einen Rollstuhl oder Rollator und andere Hilfsmittel angewiesen sind, vermietet.

Dies ist ein Pilotprojekt in Kooperation mit dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern und der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde.

Susanne Gidzinski

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