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Rostock Vor Auftaktspiel: Hansas Co-Trainer hat keinen Bammel vor der 2. Liga
Mecklenburg Rostock

FC Hansa Rostock: Co-Trainer Thielemann hat keinen Bammel vor 2. Liga

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14:00 22.07.2021
Sie waren schon beim 1. FC Magdeburg ein Team und arbeiten seit 2019 beim FC Hansa zusammen: Cheftrainer Jens Härtel und sein Assistent Ronny Thielemann – hier mit Sportvorstand Martin Pieckenhagen.
Sie waren schon beim 1. FC Magdeburg ein Team und arbeiten seit 2019 beim FC Hansa zusammen: Cheftrainer Jens Härtel und sein Assistent Ronny Thielemann – hier mit Sportvorstand Martin Pieckenhagen. Quelle: Lutz Bongarts
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Rostock

Die schweißtreibende Saison-Vorbereitung steht bei den meisten Fußballprofis weit unten auf der Beliebtheitsskala. Für Ronny Thielemann ist es zuallererst eine herausfordernde, spannende und enorm wichtige Zeit. „Es gibt so viel zu tun, und es wird niemals langweilig“, sagte der Co-Trainer des FC Hansa Rostock kurz nach dem Trainingsstart der Hanseaten Ende Juni.

Thielemann freut sich auf das Abenteuer 2. Liga. Bammel vor sportlichen Rückschlägen – kein Thema für den Ex-Profi. „Ich kenne keinen, der sich nach einem Aufstieg in eine untere Liga zurücksehnt, nur weil er dort erfolgreicher war“, sagt der ehemalige Mittelfeldspieler, der vor mehr als 20 Jahren bei Hansa zum Bundesliga-Profi wurde.

Zuvor hatte er in Aue in der Regionalliga gekickt. Bei Hansa gehörten in der Saison 1999/2000 Torhüter Martin Pieckenhagen, der heute Sportchef ist, und Uwe-Ehlers, heute ebenfalls Co-Trainer, zum Team.

„Ich bin jemand, der immer gute Laune hat“

Thielemann, der im Januar 2019 als Assistenzcoach in Rostock anheuerte, fühlt sich beim Klub bestens aufgehoben. „Für mich war es eine große Geschichte, als Jens Härtel und Martin Pieckenhagen mich gefragt haben, ob ich mir vorstellen könnte, sie hier zu unterstützen. Ich habe das gern getan, weil ich Lust auf die Aufgabe bei einem Verein mit solcher Strahlkraft und viele gute Erinnerungen aus meiner Zeit als Spieler bei Hansa hatte.“

Der Mann, der sich von den Profis duzen lässt, beschreibt sich emotional, empathisch und kommunikativ. „Ich bin jemand, der immer gute Laune hat. Das ist mein Naturell.“

Freundschaft zwischen Assistenzcoach und Chef

Es gibt viele Dinge, die den Assistenzcoach und seinen Chef miteinander verbinden. „Wir sind beide in der DDR groß geworden, auf die Kinder- und Jugendsportschule gegangen, haben Fußball gespielt“, erzählt Thielemann, der zwar ein paar Jahre jünger als Jens Härtel, aber auch Sachse ist. Über die Jahre hat sich eine Freundschaft entwickelt. Bei seiner Hochzeit gehörte Härtel zu den Gästen. „Wir sind uns gegenüber aber kritisch und reflektiert geblieben“, betont Thielemann, der seit 2014 mit Härtel zusammenarbeitet.

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Neben der anspruchsvollen und spannenden Arbeit beim FCH schätzt der Co-Trainer, der sein Elternhaus als Elfjähriger in Richtung KJS verließ, in Karl-Marx-Stadt zur Schule ging und schon immer gerne Ferien an der Ostsee machte, die Lebensqualität an der Küste. Seine Frau, die als Controllerin arbeitet, und seine beiden Kinder aus zweiter Ehe – acht und neun Jahre alt – haben ihren Lebensmittelpunkt in Magdeburg.

Wann immer möglich, ist der Vater an der Elbe oder Frau und Kinder an der Küste. „Vor allem als die Kinder noch kleiner waren, war die Fernbeziehung nicht immer leicht. Aber wir haben das gemeinsam sehr gut hinbekommen“, sagt Thielemann, der in der Nähe des Ostseestadions lebt, viel und gerne arbeitet und sich mit Joggen, Radfahren und Tischtennis fit hält.

„Wir gehen die Dinge konzentriert an“

2018 schloss er die Profi-Trainer-Ausbildung ab. „Ich habe in meinem Leben immer die maximale Qualifikation angestrebt. Es ist ein gutes Gefühl, gewappnet zu sein“, sagt er 47-Jährige. Die Fußball-Lehrerlizenz zu besitzen heiße für ihn nicht automatisch, sie auch nutzen zu müssen. Vor dem DFB-Lehrgang hatte Thielemann ein Sportmanagement-Studium mit Diplom abgeschlossen.

Nach dem Aufstieg mit Hansa hat er mit seiner Familie eine Woche auf Ibiza entspannt. Jetzt ist er zurück bei Hansa und hilft, die Grundlagen für eine möglichst erfolgreiche Zweitliga-Saison zu legen. Mit Motivation und Zuversicht: „Wir gehen die Dinge konzentriert an. Ich glaube, dass wir mit Qualität und Überzeugung mehr erreichen können als mit Angst. Wir stehen vor einer extrem schweren und zugleich äußerst attraktiven Aufgabe.“

Von Christian Lüsch