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Rostock FDP-Kandidat fordert mehr Geld für Rostocker Schulen
Mecklenburg Rostock FDP-Kandidat fordert mehr Geld für Rostocker Schulen
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00:00 18.08.2017
Hagen Reinhold (39) will für mehr Optimismus im Land sorgen. Auch soll das Leben für die Menschen einfacher werden. Quelle: Foto: Ove Arscholl
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Stadtmitte

Bildung, Digitalisierung und flexiblere Arbeitszeiten sind die Kernthemen des FDP-Direktkandidaten für die Bundestagswahl in Rostock, Hagen Reinhold (39). Der Bauunternehmer aus Barth sagt, er kenne die Probleme aus dem Alltag: „Hauptschüler sind heute nicht mehr ausbildungsfähig. Und selbst wenn ich einen Realschüler frage, wie viel Quadratmeter sein Kinderzimmer groß ist, bei drei mal vier Meter, kann er das nicht beantworten. Da läuft doch etwas falsch.“ Das Bildungssystem müsse komplett umgekrempelt werden. „Das muss das Mondfahrprojekt der Deutschen werden. Wie John F. Kennedy mal gesagt hat, ,wir Amerikaner setzen jetzt alles daran, auf den Mond zu kommen’, so muss unser Mondfahrprojekt eben die Bildung sein“, sagt der FDP-Spitzenkandidat in MV.

Mehr Geld ins Bildungssystem

Es müsse deutlich mehr Geld ins System gesteckt werden. „Die finanziellen Mittel sind da. Es ist ja nicht so, dass der Bundeshaushalt von zu wenig Einnahmen gedrückt wird.“ Und das Geld wäre aus Reinholds Sicht gut angelegt: „Durch Bildung finanzieren wir weiteren Wohlstand und weiteres Wachstum in Deutschland über die nächsten Jahrzehnte. Deshalb ist Bildung für uns so wichtig.“

Auch solle der Bund mehr in Schulbauten investieren können; bisher sei das durch das sogenannte Kooperationsverbot mit den Ländern nicht möglich. „Wir sehen nicht ein, dass Bundesfinanzminister Schäuble in Ruanda Schulen finanzieren kann, aber in Rostock nicht“, sagt Reinhold.

Die FDP wolle zudem den Wettbewerb der Schulen untereinander befeuern. Das Ziel seien selbst verantwortliche Schulen in einem bundesweit vergleichbaren System. „Die Schulen sollen über Lehrer, Schulkonzept und Ausstattung selbst entscheiden können.“ Die Höhe der finanziellen Mittel richte sich dabei nach der Anzahl der Schüler. „Eine Schule mit guten Lehrern, gutem Schulkonzept und besserer Ausstattung wird dann mehr Geld zur Verfügung haben und mehr Projekte umsetzen. So erziehen wir die Schulen zu bestmöglichen Ergebnissen anstatt wie bisher zu Mittelmäßigkeit.“

Erfahrung im Bundestag

Reinhold ist liiert, hat drei Kinder und war 2013 bereits kurzzeitig als Nachrücker im Bundestag. Über sich selbst sagt er: „Echtes Küstenkind, selbständiger Handwerksmeister und glücklicher Familienvater“. Schafft es der gebürtige Wismarer erneut ins Parlament, will er das Arbeitszeitgesetz überarbeiten. Auch, um die Ansiedlung digitaler Wirtschaft in MV zu erleichtern. „Der digitale Fortschritt bietet gerade für unser Bundesland mit wenig Einwohnern auf einer großen Fläche viele Chancen, auf Entwicklungen schnell reagieren zu können.“ Dafür müssten Mitarbeiter jedoch am Sonntag tätig sein dürfen, so der Liberale. „Warum können die Firmen den Mitarbeitern nicht sagen: Du bleibst 60 Prozent der Arbeitszeit zu Hause, deine Ergebnisse musst Du aber am Ende des Monats abliefern. Ob du das tags oder nachts machst, oder ob du lieber deine Kinder bei den Schulhausaufgaben betreuen willst, das ist deine Sache.“ So wäre auch für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesorgt, sagt Reinhold.

Drama bei der Wahl 2013

Bei der vergangenen Bundestagswahl erreichte Reinhold nur 1,1 Prozent der Erst- und 1,9 Prozent der Zweitstimmen. Zum Vergleich: 2009 waren es 6,6 und 9,5 Prozent. „Die Grundlage für das Ergebnis 2013 ist bei den Koalitionsverhandlungen 2009 gelegt worden. Da fing das Drama an“, blickt Reinhold zurück. Die FDP habe sich gegenüber einer professionellen CDU ungeschickt verhalten. „Da waren unglückliche Entscheidungen dabei, auch personelle“, sagt Reinhold. „Das wird uns nicht wieder passieren.“ Gerade wegen der Erfahrungen aus 2009 würden die Liberalen nur noch koalieren, wenn der größte Teil ihrer Inhalte umsetzbar ist. „Ansonsten bleiben wir in der Opposition.“

Insgesamt wolle die FDP für eine positivere Stimmung im Land sorgen. „Das Leben soll einfacher und unkomplizierter werden. Die Bürger sollen mehr Freiraum bekommen und nicht mehr ständig durch neue Gesetze unter Generalverdacht gestellt werden.“ Es soll ein Klima des Optimismus und der Lust auf die Zukunft entstehen. „Wir wollen die Menschen dazu ermutigen, Berufe zu ergreifen, selbstständig zu werden, was auszuprobieren und auch mal zu scheitern, ohne dafür gesellschaftlich geächtet zu werden.“

Zehn Bewerber wollen für Rostock nach Berlin

Für den Bundestag kandidieren am 24. September im Wahlkreis 14: Peter Stein (CDU), Dr. Dietmar Bartsch (Linke), Christian Reinke (SPD), Stephan Schmidt (AFD), Uwe Flachsmeyer (Grüne), Hagen Reinhold (FDP), Arne Gericke (Freie Wähler), Philipp Schwartz (MLPD), Torsten Frosina (ÖDP) und Eric Adelsberger (Die Partei). Die OZ stellt die Kandidaten in loser Reihenfolge vor.

Der Wahlkreis 14 umfasst neben der Hansestadt Rostock die Gemeinden Dummerstorf, Graal-Müritz und Sanitz sowie die Ämter Carbäk, Rostocker Heide, Schwaan, Tessin und Warnow-West.

André Wornowski

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