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Rostock Vorurteile gegen vietnamesische Pflegekräfte
Mecklenburg Rostock Vorurteile gegen vietnamesische Pflegekräfte
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09:46 31.12.2018
In Rostock: Thi Than Huyen Nguyen (links) und Anh Tu Do (rechts), vietnamesische Pflegekräfte in der Ausbildung, werden bei ihrer Arbeit in der Onkologie von Janine Schreiber, Leitende Gesundheits- und Krankenpflegerin, begleitet. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Rostock

Die Hoffnungen waren groß, als Ende August die Pflegeausbildung von 20 jungen Vietnamesen an der Universitätsmedizin Rostock begann. Die Hoffnungen haben sich erfüllt, aber es gab auch überraschende Ressentiments, wie Annett Laban, Pflegevorstand der Klinik der Deutschen Presse-Agentur, sagt. Völlig unerwartet für die Organisatoren war demnach, dass es Vorbehalte unter den anderen 80 Auszubildenden des Jahrgangs gab. „Die Deutschen meinen, dass die Vietnamesen bevorzugt werden“, erklärte Laban. Sie betonte, dass dies nicht der Fall sei. Etwa mit speziellen Unterrichtseinheiten wolle man gegen diese Vorbehalte angehen.

Die Vietnamesen selbst sind zufrieden. „Es geht mir gut“, bestätigt Pflegeschülerin Anh Tu Do aus Hanoi. „Es war eine gute Entscheidung, nach Deutschland zu kommen“, sagt die 22-Jährige. Do arbeitet nach den Wochen der Eingewöhnung und Sprachkursen auf der onkologischen Station. Eine Arbeit, die sie schon aus Vietnam kenne. Wie ihre Kollegen aus Südostasien ist sie eine ausgebildete Fachkraft. Nur wird die Ausbildung in Deutschland nicht anerkannt. Deshalb sind 16 Frauen und 4 Männer laut Laban von der Fachlichkeit her ihren deutschen Kollegen voraus - vielleicht ein Grund für die Vorbehalte.

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Feier gegen Heimweh im Februar

„Es gibt keine Bedenken, dass die Vietnamesen die Probezeit bestehen“ sagt Projektleiterin Caren Erdmann. Allerdings beginne bei einigen langsam das Heimweh. Mit einem Fest zum vietnamesischen Neujahr am 5. Februar will die Pflegeleitung dagegen angehen. Von Vorteil sei, dass es in Rostock eine lange, schon aus DDR-Zeiten rührende Tradition im Zusammenleben mit Vietnamesen gebe.

Anh Tu Do, eine von 20 jungen Vietnamesen, die Ende August 2018 ihre Pflegeausbildung in der Unimedizin begannen, steht auf dem Flur der Onkologie. Wie erwartet ist der Umgang mit der deutschen Sprache noch schwierig, aber von der fachlichen Seite her gibt es keine Probleme mit den 16 Frauen und 4 Männern aus Vietnam. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Für die kommende Ausbildung ab Herbst 2019 steht die nächste Gruppe Vietnamesen bereit, sagte Laban. Dies beruhe auf einer Zusammenarbeit mit dem Vivantes-Konzern, der seit 2012 in Vietnam Pflegekräfte rekrutiere. „Jetzt muss aber bereits das Jahr 2020/21 organisiert werden.“ Die Uniklinik hoffe dabei auf das Land, das seit längeren eine eigene Initiative in Gang gesetzt hat.

RND/dpa

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