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Rostock Potenzielle Fachkräfte verlassen M-V nach dem Studium
Mecklenburg Rostock Potenzielle Fachkräfte verlassen M-V nach dem Studium
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17:27 23.04.2019
Das Hauptgebäude der Uni Rostock. Quelle: Universität Rostock
Rostock

 Mecklenburg-Vorpommern verliert mehr Hochschulabsolventen, als es ausbildet. Das ermittelten Forscher der, vom Personaldienstleister „Studitemps“ herausgegeben, Studie „Fachkraft 2030“. Laut der Ende März veröffentlichten Untersuchung verzeichnet das Bundesland eine Nettoabwanderung von rund 19 Prozent.

Ausnahme: MINT-Bereiche

MV steht damit an drittletzter Stelle nach dem Saarland (-31,3 Prozent) und Schleswig Holstein (-19,8 Prozent). Zum Vergleich: Sachsen-Anhalt verzeichnet eine positive Bilanz. Hier gibt es eine Zuwanderung von 31,3, Prozent. MV verliere durch die Wanderungsbewegungen viel Fachkräfte-Potenzial, das es selbst ausgebildet hat, heißt es.

Auch die 22-jährige Hannah Mestenhauser würde nach dem Abschluss gerne wegziehen. Sie studiert Sonderpädagogik und sieht eine mögliche berufliche Zukunft in Skandinavien. „Dort werden Sonderpädagogen gebraucht und auch sehr hoch angesehen“, sagt sie. Trotzdem sei MV eine Option. „Wenn ich eine Schule finden würde, in der ich gerne arbeite, wäre Hierbleiben definitiv eine Alternative für mich.“

Ausnahme bei der Abwanderung bilden die sogenannten MINT-Bereiche (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Hier prognostiziert die Studie in den nächsten Jahren einen Zuzug von rund 13 Prozent. „In Mecklenburg-Vorpommern muss man schon ein wenig ins Detail gehen, um das Positive zu finden. Erfreulich ist ohne jeden Zweifel, dass das Land im MINT-Bereich berufliche Zugkraft zu haben scheint“, erklärt Eckhard Köhn, Geschäftsführer bei Studitemps.

M-V als Sprungbrett für den späteren Job

Gerade durch die Arbeit in der Informatik würden Studenten und Absolventen für viele Berufszweige gut ausgebildet werden, findet Olaf Wolkenhauer, Professor am Lehrstuhl für Systembiologie und Bioinformatik. „Die Analyse von Daten und die Entwicklung von Programmen, ermöglicht den Absolventen, flexibel zu sein und legt sie nicht auf eine Branche fest.“

Eine mögliche Erklärung für die Abwanderung vieler Absolventen sieht Wolkenhauer in der Notwendigkeit, Berufserfahrung an verschiedenen Standorten zu sammeln. „Für Wissenschaftler ist es wichtig Erfahrungen in verschiedenen Instituten und Ländern zu sammeln.“

Studenten des Lehrstuhls würden nach dem Studium nur bis zum Ende der Promotion bleiben, erklärt Wolkenhauer. „Der Lehrstuhl dient als Sprungbrett, um sich aktuellen internationalen und interdisziplinären Entwicklungen anpassen zu können.“

Nicht jeder will weg

Der 25-jährige Kevin Scheffler kann sich vorstellen, in M-V zu bleiben. Er schloss vor Kurzem sein Studium für Nautik und Seefahrt ab in Warnemünde ab. „Ich habe mir hier in den letzten Jahren viel aufgebaut und Rostock ist eine schöne Stadt.“ Da der zukünftige Seefahrer seinen Arbeitsplatz ohnehin auf dem Meer habe, stehe es ihm frei, wo er wohne. „Mangelnde Berufschancen in M-V betreffen mich deshalb nicht, also kann ich mir vorstellen, hier zu wohnen.“

Auch Linn Kasten, Studentin in Geschichte und Medienwissenschaften, schließt M-V als langfristige Heimat nicht aus. „Generell finde ich M-V schön. Wenn sich hier eine berufliche Perspektive ergibt, dann hätte ich nichts dagegen, hierzubleiben." Sie könne sich unter anderem eine Zukunft in der Forschung vorstellen.

Steigende Attraktivität im Vergleich zu Vorjahren

Michael Vogt, Pressesprecher der Uni Rostock betont, die guten Berufschancen im Forschungsbereich. „Die Universität ist ein hochattraktiver Arbeitgeber“, sagt er. Um Fachkräfte in M-V zu halten, könne das hauseigene Zentrum für Entrepreneurship (Unternehmertum) zum Beispiel Start-ups unterstützen. Zudem biete man Beratungen an, um den Berufseinstieg zu erleichtern. „Es gibt dazu auch eine Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit“, erklärt Vogt.

Jens Rademacher, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, weist auf die gute Entwicklung der Region hin: „Gerade im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich gab es sehr gute Entwicklungen: zum Beispiel im Bereich Bioscience und Medizin.“

Im Vergleich zu den Vorjahren stieg die Attraktivität M-Vs. Es zeige sich eine positive Tendenz. So verzeichnete das Land 2016 ein Minus von 41,5 Prozent. 2017 waren es 24,1 Prozent.

Anh Tran

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