Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Fahrrad-Club hält Rad-Schutzstreifen für gute Lösung
Mecklenburg Rostock Fahrrad-Club hält Rad-Schutzstreifen für gute Lösung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:07 11.07.2013
Mandt: Radwege sind zu teuer für die Kommunen. Foto: Tobias Hase
Mandt: Radwege sind zu teuer für die Kommunen. Foto: Tobias Hase
Anzeige
Rostock

Markierte Fahrrad-Schutzstreifen auf Landstraßen sind nach Ansicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs eine gute Lösung. Gregor Mandt von der ADFC-Landesgeschäftsstelle in Rostock sagte der dpa, es gebe zwei wichtige Argumente dafür. „Die Schutzstreifen sind ein Signal für Radfahrer: Hier bin ich erwünscht und fahre als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer auf der Straße.“ Den Autofahrern zeigten sie: „Hier haben Radfahrer ihren Raum.“ Die Radler würden damit besser wahrgenommen. Das zweite Argument seien die Kosten. Es könnten nicht überall Radwege gebaut werden. „Die Kommunen schaffen es nicht, sie instandzuhalten“, sagte Mandt. Spätestens nach zehn Jahren sei ein asphaltierter Radweg kaputt. Schotterwege müssten jährlich gewartet werden.

Mandt sagte, er verstehe nur nicht, warum die Schutzstreifen jetzt in einem bundesweiten Modellversuch bis Ende 2014 geprüft werden müssen. Er sehe damit keine Probleme und keine Sicherheitsnachteile und bedauerte es daher, dass die Markierungen erst in einigen Jahren Eingang in die Straßenverkehrsordnung finden könnten. Allerdings werde es vermutlich schwierig sein, auf den Straßenabschnitten mit markierten Radwegen die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Stundenkilometer für die Kraftfahrer durchzusetzen.

Für den bundesweiten Modellversuch, der in Mecklenburg-Vorpommern am Mittwochnachmittag starten sollte, hat das Infrastrukturministerium in Schwerin die Projektleitung übernommen. Wie es mitteilte, weist das Land zwei Teststrecken von 5,8 und 4,4 Kilometern Länge im Landkreis Ludwigslust-Parchim aus. Dort wurde die Mittellinie entfernt und in beiden Richtungen mit einer gestrichelten Linie ein Schutzstreifen von einem Meter Breite markiert. Autofahrer dürfen bei Gegenverkehr, vor Kurven und Kuppen auf den Rad-Streifen ausweichen.

Staatssekretärin Ina-Maria Ulbrich sagte: „Vorbild für diesen Versuch sind die Niederlande, wo diese Form der Verkehrsführung bereits seit Jahren erfolgreich angewendet wird.“ Weitere Modellstrecken wurden nach Ministeriumsangaben in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg ausgewiesen. Kriterien für die Auswahl waren unter anderem eine Fahrbahnbreite von bis zu 7,50 Meter und eine relativ geringe Verkehrsbelastung von weniger als 4000 Fahrzeugen täglich. Die Kosten von 214 000 Euro für das Forschungsprojekt übernimmt der Bund. Die Kosten für die Markierungen werden vom Bund mit 80 Prozent gefördert. Mecklenburg-Vorpommern trägt einen Eigenanteil von 13 000 Euro.

dpa