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Rostock Fall „Mr. Blue“ in Rostock: Stadt verteidigt Todesschuss auf Wolfshund
Mecklenburg Rostock Fall „Mr. Blue“ in Rostock: Stadt verteidigt Todesschuss auf Wolfshund
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20:30 29.10.2019
„Mr. Blue“ war ein dreijähriger Wolfshund-Mischling aus Dierhagen. Quelle: Privat
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Rostock

Der Wolfshund, der in der Nacht zum vergangenen Samstag in der Rostocker Fußgängerzone erschossen wurde, hätte laut Hansestadt nicht mit einem Betäubungsgewehr vorübergehend außer Gefecht gesetzt werden können. Stadtsprecher Ulrich Kunze sagt, das sei technisch nicht möglich gewesen.

Kunze: „Das Tier suchte erst Deckung im Klostergarten hinter Sträuchern und Büschen. Es war dunkel und die Einsatzstelle nur mit Taschenlampen dürftig ausgeleuchtet. Aus sicherer Entfernung von 35 bis 40 Metern musste geschossen werden. Eine weitere Annäherung an das Tier war nicht möglich.“Aufgrund von Dunkelheit und Entfernung hätte das Betäubungsmittel nicht eingesetzt werden können, so Kunze. Dafür wäre eine Distanz von etwa 20 Metern Voraussetzung gewesen.

Verwechselung mit einem Wolf

Der Wolfshund „Mr. Blue“ war kurz nach Mitternacht am Samstag in der Rostocker Fußgängerzone gesehen worden, nachdem er seiner Besitzerin aus Dierhagen im Stadthafen ausgebüxt war. Passanten hielten das Tier für einen Wolf und riefen die Polizei. Beamte von Feuerwehr und Polizei stellten das Tier schließlich im Rostocker Klostergarten und hielten es auch für einen Wolf.

Der verängstigte dreijährige Rüde suchte erst Deckung im Gebüsch, knurrte die Beamten an, die sich ihm zu nähern versuchten, und floh dann Richtung Lange Straße. In der Kröpeliner Straße auf Höhe des Kaufhauses C & A erschoss ein Feuerwehrmann der Gefahrenabwehr Tier den Hund schließlich.

Es fällt mir noch nicht einfach, jedoch werde ich jetzt ein paar Zeilen zu den Geschehnissen von Freitag zu Samstag an euch richten. Um ein wenig Aufklärung zu geben. Ich war am Freitag in Rostock mit Freunden unterwegs und wir haben uns dann so gegen 22.00 Uhr getrennt ich lief zum Hafen runter zu meinem Bus der auch schon in Sichtweite war. Da gab es einen großen Knall ich denke ein Polenböller oder ähnliches, darauf hat sich das Blüechen so erschrocken ist aus dem Halsband raus und lief verschreckt Richtung Kanonsberg weg. Ich bin sofort hinter her und hab gerufen leider vergebens. Dann bin ich erstmal in den Klostergarten um da zu schauen da er diesen Platz kennt vom Weihnachtsmarkt. Jedoch habe ich ihn da nicht vorgefunden, dann bin ich in die Wallanlage da wir da auf dem Nachmittag noch einen kleinen Spaziergang gemacht haben leider auch nichts. Ich lief alle stellen ab die er kennt und danach nochmals in den Klostergarten Leider auch Erfolglos. So habe ich dann nach ca. Zwei Stunden meine Suche vergebens abgebrochen. Blue und ich haben uns Im Klostergarten einfach verpasst. Dann ist mir der Gedanke gekommen bei der Polizei anzurufen da er ja Wolfsähnlich aussah da nahm das Drama dann seinen Lauf das Telefon verloren bei der Suche nach meinem Hund. Also ging ich erstmal zu meinem Bus zurück in der Hoffnung das er da wäre leider auch nicht ich habe dann am Hafen geschlafen mehr oder weniger und habe morgens gegen halb sechs die Suche fortgesetzt ohne Ergebnis. Bin dann erstmal zu einem Freund und habe im Tierheim angerufen und meine Mam in der Hoffnung das sich jemand von Tasso gemeldet hat. Auch vergebens nun habe ich dann bei der Polizei angerufen und da kam einer der schlimmsten Nachrichten meines Lebens. Ich war traurig wütend mir ist fast das Herz zersprungen. Jedoch ist niemand weder die Polizei noch die Feuerwehr noch die Behörde für Gefahrenabwehr - Tier, etwas vorzuwerfen sie haben eine Entscheidung getroffen, und sie sind davon ausgegangen das es ein Wolf ist damit ist Gefahr in Verzug und sie haben gehandelt. Entscheidungen müssen eben getroffen werden in Bestimmten Situationen ob sie richtig oder falsch sind. Da spreche ich als Veranstalter. Die Polizei und die Feuerwehr waren sehr betroffen als ich da war die Polizei hat sich umgehend darum gekümmert das ich meinen Hund abholen durfte. Es war eine Kette unglücklicher Umstände. Mein Blue war kein Aggressiver Hund er hatte in dieser Nacht in einer betrengten Situation einfach nur Angst und welcher Hund egal ob Labrador golden Retriever oder Wolfshund hätte das nicht. Er war für mich mein ein und alles jede Minute waren wir zusammen es ist in dieser Nacht auch ein Teil von mir gegangen und wie gesagt es war eine Verkettung Unglücklicher Umstände. Ich danke allen für ihre Anteilnahme, wer Blue kannte weiß das er ein aussergewöhnlicher Hund war ein liebes Wesen hatte und einen außergewöhnlichen gefestigten Charakter. Er war ein Bild von einem Hund. Und ich hoffe das man die Wolfshundbesitzer nicht Missversteht es sind wunderbare Tiere und nicht Gefährlich. In Gedanken an meinen besten Freund und Begleiter Mister Blue

Gepostet von Nadin Ruck am Montag, 28. Oktober 2019

Die Erschießung des eigentlich friedlichen Tieres löste vor allenin sozialen Medien einen Proteststurm aus. „Mr. Blue“ war ein Mischling aus einem Tschechoslowakischen Wolfhund und einem Saarlooswolfhund.

Anfang Oktober hatten Beamte der Rostocker Feuerwehr nahe Tessin bereits das Zebra „Pumba“ erschossen, das aus einem Zirkus ausgebrochen war. Auch das hatte einen Proteststurm ausgelöst.

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