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Rostock „Herz in Not“: Fast 100 Besucher beim Forum in Rostock
Mecklenburg Rostock „Herz in Not“: Fast 100 Besucher beim Forum in Rostock
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20:34 17.10.2019
Angela Waltereit (l.) und Renate Lange lassen sich von Medizinstudentin Christin Löwendorf die Wiederbelebung am Kind erklären. „Das Üben ist unfassbar wichtig und gibt Sicherheit. Denn viele haben Angst vor einer solchen Situation und sind unsicher."   Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Angela Waltereit und Renate Lange sitzen vor einer Kinderpuppe und üben mit Hilfe eines Beatmungsbeutels eine Wiederbelebung. „Aber so etwas habe ich doch nicht dabei, wenn ich unterwegs bin“, gibt Angela Waltereit zu bedenken. „Sie können auch ihren Mund nehmen und damit in Mund und Nase pusten“, beruhigt Dr. Gernot Rücker die Frau. Der Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie der Unimedizin Rostock demonstriert am Rande des OZ-Herzforums die Wiederbelebung in Notfällen.

„Die Deutschen sind mit die schlechtesten in Europa, wenn es um Wiederbelebung geht. Da haben wir deutlichen Nachholbedarf“, sagt Dr. Rücker. Angela Waltereit nickt. „Ich hatte das mal beim Führerschein“, sagt die 75-Jährige aus Kühlungsborn. „Es kann immer etwas passieren. Helfen würde ich auf jeden Fall, denn nichts tun ist am schlimmsten.“

Knapp 100 Besucher beim Forum

Fast 100 Besucher sind am Donnerstag der Einladung der OSTSEE-ZEITUNG gefolgt, um sich über Herzgesundheit und Medikamente zu informieren, sich durchchecken zu lassen und zwei Vorträgen zu folgen. Herzchirurg Dr. Alexander Kaminski hat zum Thema „Plötzlicher Herztod“ referiert. Der Leitende Arzt der Helios-Kliniken in Schwerin verwies darauf, dass ein plötzliches Herz-Kreislauf-Versagen alle Altersgruppen treffen könne.

Der Kinderarzt und Intensivmediziner Prof. Dr. Matthias Heckmann von der Unimedizin Greifswald thematisiert die Problematik angeborene Herzfehler bei Neugeborenen. Der Herzspezialist betonte, dass es für die chirurgische Versorgung von Kindern mit angeborenen Herzfehler eine enge Zusammenarbeit mit der Charité in Berlin gibt. Im Anschluss standen die Mediziner für Fragen der Besucher zur Verfügung.

Bildergalerie: Eindrücke vom Forum

Eindrücke vom OZ-Herzforum

„Ich interessiere mich sehr für Herzthemen“, sagt Annelie Bisanz aus Rostock. „Ich möchte wissen, was ich tun kann, um meine Gesundheit zu fördern.“ Ähnlich geht es auch Siegfried Berg, der sich Infomaterial am Stand vom Landesverband Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ansieht. „Wir waren schon bei mehreren Veranstaltungen dieser Art. Es ist wichtig, sich zu informieren“, sagt der 87-Jährige. Der Meinung ist auch Karla Priester. „Ich bin gesund und das soll auch so bleiben“, sagt die 81-Jährige. „Ich arbeite viel im Garten, das hält fit.“

Ärzte kennenlernen

Fachliche Fragen hat Karlheinz Schmidt aus Rostock. „Ich habe einen Herzschrittmacher und möchte wissen, ob die Referenten eher einen Beipass oder einen Stent empfehlen würden“, sagt der 76-Jährige. Der Rostocker hält sich mit Bewegung fit. „Ich trage seit 16 Jahren jeden Mittwoch Zeitungen aus“, erzählt er und lacht. „Junge Leute joggen und kaufen sich dafür eine teure Ausrüstung – ich bekomme Bewegung und verdiene Geld dabei.“

Auch Angelika Silberbach bewegt sich gern. „Ich habe aber gemerkt, dass ich bei Treppen und Anhöhen manchmal ein bisschen aus der Puste komme“, sagt sie. „Ich möchte heute erfahren, was es da für Möglichkeiten gibt.“ Außerdem möchte die Frau, die selbst Medizinerin ist, die Experten in diesem Bereich kennenlernen. „Ich verlasse mich bei Ärzten immer auf mein Bauchgefühl, zu welchem ich gehe“, sagt sie.

Körperfett, Lungenwerte und Blutdruck überprüfen

Viele Besucher nutzen die Gelegenheit, Körperfett und Blutdruck überprüfen zu lassen. Die Schlangen an den Ständen sind lang. „Meine Frau misst ihren Blutdruck und dann habe ich das auch mal gemacht – ich hatte das Gefühl, dass er ein bisschen hoch ist“, sagt Volker Nehls aus Wittenbeck, der am Stand des Apothekerverbands MV steht. „Aber gerade hat sich gezeigt, dass das normale Werte sind.“

Maria Wolf aus Rostock nutzt die Gelegenheit, ihre Lungenwerte zu checken. „Gesundheitsvorsorge ist mir wichtig“, betont die 65-Jährige. „Ich mache nicht direkt Sport, aber ich liebe ausgedehnte Spaziergänge und achte auch auf eine gesunde Ernährung.“ „Ich denke, ich könnte mehr machen“, gibt Dana Hartmann selbstkritisch zu. „Manchmal bin ich etwas faul, vielleicht könnte ich mehr Radfahren. Vielleicht bekomme ich ja heute Tipps.“

Dass für ein gesundes Leben neben Sport aber auch vor allem die Ernährung eine große Rolle spielt, erklärt Jeannette Weide, Ernährungscoach von Med Previo aus Rostock, den Besuchern. „Veränderungen beginnen immer von Innen – ich kann noch so viel Sport treiben, wenn ich mich schlecht ernähre, werde ich trotzdem krank.“

Eine Rolle dabei spiele das sogenannte Viszeralfett, auch Organfett genannt. „Es erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes“, erklärt die Expertin. Sie und ihre Kollegen stellen ein zwölfwöchiges Stoffwechselprogramm vor, bei dem es darum geht, dieses Fett zu verringern.

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