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Rostock Fatale Verwechslung: So schildern die Trauergäste ihren Abend mit Cannabis-Kuchen
Mecklenburg Rostock Fatale Verwechslung: So schildern die Trauergäste ihren Abend mit Cannabis-Kuchen
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18:21 30.10.2019
Der Köhlerhof in Rostock-Wiethagen: Hier kam es bei einer Trauerfeier zu eine folgenreichen Verwechselung auf dem Kuchenbuffet. Quelle: Stefan Tretropp
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Rostock

Nachdem es während eines Leichenschmauses nach einer Beisetzung in Rostock-Wiethagen zum irrtümlichen Verzehr vom Cannabis-Kuchen gekommen war, werden nun weitere Details bekannt. Witwe Brigitte D. und Trauergast Christa Michl sprechen von teils massiven Gesundheitsproblemen, die sie nach dem Kuchenverzehr hatten. „Ich aß ein Stück Brownie-Kuchen, mein Mann zwei“, erklärt die 78-jährige Christa Michl, eine Bekannte der Witwe.

Nachdem das Beisammensein im Köhlerhof beendet wurde, fuhr der Ehemann von Christa Michl mit dem Auto nach Hause. Dort angekommen, habe er eine ungewöhnliche Müdigkeit festgestellt und sich sofort schlafen gelegt, schildert die 78-Jährige. „Mein Mann hat mehrere Stunden so fest wie ein Stein geschlafen, das war schon sehr ungewöhnlich“, sagt sie.

Unsicherer Gang und Spinnenweben vor dem Auge

Die 78-Jährige selbst hatte einen „unsicheren Gang“ und sah eine Zeit lang nur noch Spinnenweben vor den Augen. „Ich wollte mich dann eigentlich schlafen legen, konnte aber nicht, weil ich so aufgeregt war“, erinnert sich Michl.

Abends hätten sie dann Familienmitglieder der Witwe besucht und erzählt, dass Drogen im Kuchen gewesen seien. „Ich konnte und wollte das einfach nicht glauben“, sagt sie.

„Die Situation war sehr ernst“

Noch schlimmer erging es Witwe Brigitte D., die ein Stück des Browniekuchens gegessen hatte. „Erst wurde mir schlecht, dann habe ich die Leute verwechselt und dann brach mein Kreislauf zusammen“, schildert die 74-Jährige, die neben dem schmerzlichen Verlust ihres Mannes auch noch die gesundheitlichen Problemen verkraften musste.

Der Sohn von D. berichtet, wie seine Mutter plötzlich erbrechen musste, Luftnot bekam und schließlich bewusstlos wurde. „Die Situation war sehr ernst“, sagt er.

Wechselwirkung mit Beruhigungstabletten

Erst die Sanitäter hätten sie wieder „zurückgeholt“. Sie kam mit einem Rettungswagen in die Boddenklinik nach Ribnitz-Damgarten und wurde dort fünf Tage lang behandelt.

Da die Witwe an dem für sie ohnehin sehr aufregenden Tag eine doppelte Dosis Beruhigungstabletten nahm, könnte es zu einer Wechselwirkung der Medikamente gekommen sein. Zumindest vermuten das Familienmitglieder.

Polizei: „Waren Sie bei einem Junggesellenabschied?“

Weiterhin berichten die Betroffenen, dass insgesamt 21 Gäste der Trauergesellschaft Symptome zeigten, jedoch nur 13 von ihnen zum Arzt oder ins Krankenhaus gingen. Die Schwester der Schwiegertochter musste auf der Rückfahrt vom Köhlerhof mit ihrem Auto anhalten und einen Notarzt rufen, weil ihr schwindlig wurde. „Viele durften auch am nächsten Tag gar nicht zur Arbeit gehen“, erzählt sie weiter.

Kurios: Als die Betroffenen bei der Polizei sind und den Fall anzeigen, können die Beamten es selber kaum glauben und fragen: „Waren Sie bei einem Junggesellenabschied oder wirklich bei einer Trauerfeier?“

Keine Entschuldigung von der Verursacherin

Trotz aller Umstände macht Witwe Brigitte D. den Verantwortlichen vom Köhlerhof keinen Vorwurf: „Es war halt eine Verwechslung.“ Dennoch: Einen Anwalt habe sie eingeschaltet. Sie gehe jetzt gegen die junge Bäckerin des Kuchens, die Tochter einer Angestellten, vor.

Von der habe es bislang keine Entschuldigung gegeben, vom Köhlerhof jedoch schon. Das Angebot von dessen Chef, eine Gratis-Fackelwanderung durchzuführen, wolle die Familie annehmen – mit einer Einschränkung: Es gibt keinen Kuchen.

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Von Stefan Tretropp

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