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Rostock Feiern bis in die Nacht: Das ist vor Rostocks beliebtem „Dobi-Döner“ los
Mecklenburg Rostock

Feiern bei Bestkebap: Das ist vor Rostocks beliebtem „Dobi-Döner“ los

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22:26 09.01.2022
Stine Ganzer (25, l.) und Lisa Bent (28) aus der KTV beobachten das Treiben am Dönerladen bei einem eigenen Abend-Imbiss.
Stine Ganzer (25, l.) und Lisa Bent (28) aus der KTV beobachten das Treiben am Dönerladen bei einem eigenen Abend-Imbiss. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Es ist Freitagabend, kurz nach 21 Uhr: Während in weiten Teilen Rostocks bereits Ruhe eingekehrt ist und die Straßen fast wie leergefegt wirken, herrscht im Herzen der Hansestadt das pure Leben. Der Alkohol fließt in Strömen, ein aufdringlicher Geruch von Cannabis liegt in der Luft, laute Bässe durchdringen die Stille der Nacht und zahlreiche Menschen tanzen zum Beat. Ein ungewöhnlicher Anblick in Corona-Zeiten. Doch am Doberaner Platz rund um die Dönerbude „Bestkebap“ ist er fast alltäglich. Es vergeht kaum ein Tag, an dem hier nicht zum Abwinken gefeiert wird – auch an diesem Wochenende.

„Dobi-Döner“ über Stadtgrenzen hinaus bekannt

Das Publikum ist jung, die Masse kaum älter als 20 Jahre alt. Die meisten wollen einfach nur Spaß haben und dem stressigen Arbeits- und Schulalltag entfliehen. „Aktuell hat man ja fast keine Möglichkeiten, etwas zu unternehmen“, sagt die 17-jährige Lilly. Gemeinsam mit ihren Freunden ist sie daher fast jedes Wochenende auf den Straßen der Kröpeliner-Tor-Vorstadt unterwegs. Selbst dann, wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt rutschen. „Hier ist eben immer etwas los. Jeder kennt den Dobi-Döner, langweilig wird es nie.“

Zahlreiche Menschen feiern Abend für Abend rund um die Döner-Bude „Bestkebap“ in der Rostocker KTV. So sieht eine Partynacht dort aus.

Und das scheint sich rumgesprochen zu haben, denn nicht nur Rostocker befinden sich unter den Feierwütigen. Max Hulerich (20) und Tommy Diebow (22) sind extra aus Tessin (Landkreis Rostock) angereist, um gemeinsam mit ihrem Kumpel Erik Brennmehl (21) anzustoßen. „Ich habe vor ein paar Wochen zufällig gesehen, dass hier Party gemacht wird und dachte es wäre cool, sich mal anzuschließen“, verrät Hulerich. Diebow ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Wären die Clubs offen, würden wir heute sicher woanders sein.“

Stimmung zu später Stunde

Bis kurz vor 23 Uhr genießen die drei Freunde die ausgelassene Atmosphäre auf dem Doberaner Platz. Dann heißt es für sie Abschied nehmen. Schließlich wollen sie noch den letzten Zug zurück nach Hause bekommen. Leerer wird die Fläche direkt vor der Döner-Bude dadurch allerdings nicht. Immer wieder gesellen sich neue Gruppierungen zu den Anwesenden. Die Stimmung steigt.

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Spätestens als ein paar junge Männer mit ihrem Auto vorfahren und die Musik voll aufdrehen, wippen auch Stine Ganzer (25) und Lisa Bent (28) im Takt mit. Von einer Bank aus beobachten sie das Treiben, genießen dabei einen kleinen Imbiss. „Wir sind öfter hier und schauen uns das Spektakel an“, sagt Bent. Zu sehen gebe es immer viel: Darunter ausgefallene Tänze, torkelnde Schnapsleichen und gelegentlich auch Schlägereien.

Das musste der 18-jährige Basti selbst schon einmal am eigenen Leib erleben. „Es gibt leider immer wieder Leute, die nur auf Ärger aus sind“, sagt der Schüler. Das halte ihn aber nicht davon ab, immer wiederzukommen. So gut wie jedes Wochenende nimmt er an der Freiluftfete teil. Der Grund: „Die meisten meiner Freunde sind hier, der Späti hat lange geöffnet und zu Essen bekommt man auch immer etwas. Was will man mehr.“

Anwohner genervt

Ganz so begeistert wie der junge Rostocker ist jedoch nicht jeder. Vor allem den Anwohnern stößt der Radau rund um den Doberaner Platz übel auf. „An manchen Abenden ist es so laut, dass man einfach kein Auge zubekommt“, schildert eine 31-Jährige, die unerkannt bleiben möchte. Zwar könne sie gut nachvollziehen, dass viele Menschen besonders in der aktuellen Zeit das Bedürfnis hätten, wieder ausgiebig zu feiern, doch würde sie sich mehr Rücksicht seitens der Partygäste wünschen.

„Es wäre gut, wenn die Polizei ein wenig mehr für Ruhe sorgen könnten – zumindest unter der Woche“, sagt die junge Frau. Ihr Blick ist auf einen Streifenwagen gerichtet, der langsam an der Menschenansammlung vorbeifährt. Die Beamten werfen einen kurzen Blick in die Menge und schon geht es weiter. „Na heute ist ja zumindest alles friedlich. Aber die nächste turbulente Partynacht lässt bestimmt nicht lange auf sich warten.“

Von Susanne Gidzinski