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Rostock Fesche Faschings-Fete im Freizeitzentrum
Mecklenburg Rostock Fesche Faschings-Fete im Freizeitzentrum
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00:00 20.01.2018
Für die Kostüme ist Aktuelles aus Film und Fernsehen angesagt.Stephan Lange Sozialpädagoge
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Reutershagen

Schon beim Betreten des Rostocker Freizeitzentrum (RFZ) strömt der Geruch von frischem Popcorn entgegen. Ritter, Polizisten, Hexen, Prinzessinnen und sogar ein Stinktier rennen in bunten Kostümen durch die Gänge – lachen, tanzen und toben. Zwei Wochen lang herrscht hier Ausnahmezustand: Das RFZ feiert Fasching.

Von der Polizistin bis zum Roboter: Noch bis zum 1. Februar feiern täglich rund 450 Kinder Karneval

„Wir machen das bestimmt schon seit rund 20 Jahren“, erzählt der Sozialpädagoge Stephan Lange. Er ist auch der Koordinator der Faschingsfeier, zu der täglich rund 450 Grundschüler in bunten Kostümen antanzen. In den vergangenen Jahren habe die Nachfrage der Schulen noch weiter zugenommen. Mittlerweile kommen rund 6000 Kinder innerhalb von zwei Wochen in die Einrichtung nach Reutershagen. „Die meisten Schulen kommen aus Rostock, doch es gibt auch Grundschulen, die aus Tessin, Rethwisch oder Broderstorf mit ihren Schülern anreisen“, sagt der 41-Jährige. Und die Anmeldungen für das nächste Jahr würden jetzt schon wieder vorliegen.

Auch Mia ist überglücklich dabei zu sein. Sie hat sich als kleine Polizistin verkleidet. „Ich möchte mal zur Polizei“, sagt die Sechsjährige. Ob sie schon viele auf den Gängen verhaftet hat? Grinsend nickt Mia mit dem Kopf. Ihre Mutter guckt ihrer Tochter lächelnd von einer Bank aus zu. „Für sie war gleich klar, als was sie sich verkleidet. Ein Prinzessinnenkleid wollte sie noch nie tragen“, erzählt Juliane Mütschow. Für sie ist die Veranstaltung im RFZ eine Zeitreise. „Als ich so alt war, wie meine Tochter jetzt, habe ich hier auch schon Fasching gefeiert“, erzählt die 27-Jährige schwärmerisch. Auch für ihre Tochter ist klar, was ihr heute am besten gefällt „Ich mag die Disco am liebsten.“

Doch das ist nicht alles, was die Faschingsfeier zu bieten hat. „In der Turnhalle hat der Spielbus Hugo eine Hüpfburg und Spiel- und Spaßgeräte aufgestellt“, erzählt Stephan Lange. Darüber hinaus gibt es für die Kinder eine Schminkstation, eine Bastelecke und ein Märchenzimmer. „Hier können die Kinder auch mal zur Ruhe kommen.“ Außerdem gibt es Animation und Musik schon im Eingangsbereich.

Hier sucht das RFZ jeden Tag den Superstar. „Da sollen die Kinder zeigen, wie sie singen und tanzen können“, sagt der Sozialpädagoge.

Kostüm-Trends kann Stephan Lange jedoch nicht erkennen. „Mädchen gehen immer noch gern als Prinzessin und Jungs als Cowboy“ , erklärt er. Seit ein paar Jahren gebe es bei den Jungs auch viele Fußballer. „Aber ich merke schon, dass bei den Kindern auch Aktuelles aus Film und Fernsehen angesagt ist.“ So würden auch einige Figuren aus dem Film Starwars und einige Minions über die Flure laufen. Und auch „Bibi & Tina“ und Eiskönigin Elsa dürfen nicht fehlen.

Früher habe es für die Partys mal ein Motto gegeben. Doch die Idee wurde schnell wieder verworfen. „Wir wollen die Feier so offen wie möglich gestalten, denn nicht alle Eltern können jedes Jahr ein neues Kostüm kaufen.“ Doch Stephan Lange weiß, dass die Kinder nicht nur in gekauften Kostümen herumlaufen. „Einige Eltern und Kinder haben ganz viel Fantasie.“ Da wird ein Junge auch mal dank eines Pappkartons und Silberfolie zu einem coolen Roboter.

Die neunjährige Johanna hat sich stattdessen für ein Vampir-Kostüm entschieden. Ihr Name sei heute „Bavis“. „Ich mag Vampire“,erzählt sie. In der Klasse hätten sich die Kinder abgesprochen, weiß

Mutter Gritta Glöde-Groth. „Da sind jetzt Harry Potter, Zauberer und Vampire beliebt.“ Blut will Johanna heute jedoch bei niemandem absaugen. Stattdessen steht die Viertklässlerin schon beim Popcorn-Stand, denn für jeden Faschingsgast gibt es eine Portion der buttrig-süßen Nascherei.

Damit der Ablauf der Feier reibungslos gelingt, sei jedoch der Personalaufwand gewaltig. Jeden Tag müssten 25 Personen aushelfen – viele von ihnen ehrenamtlich. Auch Jutta Jungnick und ihre Kollegin Renate sind hier als Ehrenamtler tätig. Sie sitzen in der Bastelecke und helfen den Kindern, Klapperteller zu basteln. „Das ist toll, damit kann ich Mama und Papa toll wecken morgens um 6 Uhr“, sagt die sechsjährige Amalie laut lachend und läuft wieder zu ihrem Platz. „Es macht einfach Spaß mit den Kindern“, sagt Jutta Jungnick ebenfalls schmunzelnd. „Hier kommt man auch unter Leute und trifft andere Ehrenamtler“, fügt Renate hinzu, die ihren Nachnamen nicht nennen möchte. Beiden gefällt, dass sie hier etwas Sinnvolles machen. „Das wird hier auch anerkannt“, ergänzt Jutta Jungnick.

Johanna Hegermann

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