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Rostock Finanzdebakel: Rostocker Uniklinik rechnet bis 2025 mit Verlusten
Mecklenburg Rostock Finanzdebakel: Rostocker Uniklinik rechnet bis 2025 mit Verlusten
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20:58 29.11.2019
Mathias Brodkorb will am 20. Dezember einen Plan vorlegen, der das Rostocker Uniklinikum aus der Krise führen soll. Quelle: UMR; Cornelius Kettler; Montage: RND
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Rostock

Das Rostocker Universitäts-Klinikum wird voraussichtlich noch bis 2025 Verluste einfahren. Diese Einschätzung gab die Vorstandsvorsitzende Gabriele Nöldge-Schomburg am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung bekannt. 2019 machte das Klinikum 32 Millionen Euro Verlust nach einem Gewinn im Vorjahr von 500.000 Euro. Ursprünglich hatte die Klinikleitung ein Plus von 345.000 Euro erwartet.

Gründe für die verheerende Bilanz seien die Rückkehr in den Flächentarifvertrag für die 4000 Mitarbeiter und eine „geringere Fallschwere“ als geplant – das heißt, die Patienten, deren Zahl stabil blieb, waren weniger krank als erwartet. All diese Entwicklungen seien nicht vorhersehbar gewesen, so der Aufsichtsratsvorsitzende Mathias Brodkorb. Weitere Gründe waren Personalaufbau, Bettensperrungen und Verluste bei Tochtergesellschaften.

Kein Stellenabbau geplant

Um die Wende zu schaffen, soll es keinen Personalabbau geben. Der Vorstand verzichtet für 2019 auf seine variablen Vergütungsanteile, was insgesamt „mehr als 150.000 Euro“ ausmacht, so Brodkorb. In der eilig einberufenen Pressekonferenz verwiesen die Verantwortlichen auf schlechte äußere Umstände.

Zwei Drittel der deutschen Unikliniken machten dieses Jahr Verluste, insgesamt bringen es die 34 Häuser auf 300 Millionen Euro Miese. Was wiederum bedeutet: Jeder zehnte Euro, die Unikliniken in Deutschland als Verluste machten, stammt aus Rostock.

92 Millionen Euro Verlust in drei Jahren

Details zu Sparmaßnahmen wurden nicht genannt. Die will der Aufsichtsrat nach einer außerordentlichen Sitzung vier Tage vor Weihnachten bekanntgeben. Laut vorläufigem Wirtschaftsplan beläuft sich der erwartete Gesamtverlust von 2020 bis 2022 auf insgesamt 92 Millionen Euro.

Auf die Frage nach einer persönlichen Verantwortung von Klinik-Managern für das Debakel ging Brodkorb nicht ein. Die Vorstandsvorsitze Gabriele Nöldge-Schomburg, die vor elf Monaten interimsmäßig den Posten übernommen hatte, nachdem der Ärztliche Direktor Christian Schmidt nach Untreuevorwürfen abberufen worden war, gibt ihr Amt zum Jahresende planmäßig ab. Laut Brodkorb muss der neue Chef nicht bis Ende Dezember gefunden werden. „Es gibt Vertretungsregeln“, sagte der Aufsichtsratschef.

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