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Rostock Flugzeug-Werft in Rostock-Laage? Wie der Airport seine Zukunft sichern will
Mecklenburg Rostock Flugzeug-Werft in Rostock-Laage? Wie der Airport seine Zukunft sichern will
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19:48 04.12.2019
Der Airport Rostock-Laage hatte 2019 kein gutes Jahr. Quelle: Thomas Häntzschel/dpa
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Rostock/Laage

Auf Fluggesellschaften allein will sich Dörthe Hausmann nicht mehr verlassen. Nach den Turbulenzen zum Jahresbeginn und anhaltenden Debatten um die Zukunft des Flughafens Rostock-Laage, will die Geschäftsführerin den größten Airport in MV neu aufstellen – und vor allem breiter: Laage soll Technologie-Standort werden, ebenso aber auch Reparatur-Flughafen und Fracht-Standort. Dafür will Hausmann Millionen investieren.

Vor dem Kreistag in Güstrow hat Hausmann ihre Vision am Mittwoch für den Flughafen vorgestellt. Die Fraktionen der Rostocker Bürgerschaft hatte sie vorab informiert. Die Hansestadt, der Landkreis und die Stadt Laage sind die Gesellschafter des Airports.

Flugzeug-Werft für einen „Riesen“?

Der wichtigste Baustein in Hausmanns neuer Strategie: Die Flughafen-Gesellschaft will kräftig investieren – in neue Gebäude und neue Anlagen. „Wir planen den Bau von zwei großen Flugzeughangars und wollen das Vorfeld erweitern“, so Hausmann.

Ein Hangar soll als „Parkhaus“ für Flugzeuge genutzt werden. Kleinere Maschinen – wie die Geschäftsreiseflugzeuge vom Typ Cessna etwa – sollen in dem Neubau abgestellt werden können. Einen potenziellen Mieter dafür gibt es bereits, heißt es vom Airport. Wichtiger aber wird der zweite, der große Hangar: Denn der soll das Herzstück einer neuen Flugzeug-Werft werden, die in Laage entstehen könnte. Europaweit suchen Fluggesellschaften händeringend nach freien Werft-Kapazitäten, um ihre Maschinen warten und ausbessern zu können.

„Der Hangar wird groß genug sein, um dort Maschinen vom Typ Airbus A220 warten zu können“, sagt Hausmann. Welche Firma oder welche Airline Interesse an der Werft, an dem Hangar haben könnte – dazu schweigt sie. „Wir werden das Gebäude lediglich vermieten.“ Zu den größten Betreibern des Kurz- und Mittelstreckenmodells A220 gehört aber der Lufthansa-Konzern.

Ausweich-Airport für den BER

Und noch ein Bauvorhaben soll mittelfristig frisches Geld in die Kassen Flughafens bringen: Laage will Ausweichflughafen für den Hauptstadt-Airport BER in Berlin werden. Wenn der Ende 2020 nun endlich eröffnet wird, gilt in Schönefeld ab 23.30 Uhr ein striktes Nachtflugverbot. „Wir bieten uns allen Airlines als Ausweichflughafen an“, erklärt Hausmann. Im Klartext: Flieger, die spät abends auf dem Weg nach Berlin sind, dort aber wegen des Verbots nicht mehr landen dürfen, sollen nach Rostock ausweichen.

Dafür will Hausmann neue Vorfeldflächen und Parkpositionen bauen. Die könnte der Airport auch für das Frachtgeschäft nutzen: „Das große Luftfrachtdrehkreuz im Osten ist Leipzig. Daran wollen wir nicht rütteln.“ Aber: Laage wolle eine Alternative sein. Der Airport kann rund um die Uhr angeflogen werden und selbst die größten Maschinen abfertigen. „Wir haben neue Technik und Software angeschafft, unser Personal geschult: Wir sind bereit für mehr Luftfracht.“ Unter anderem könnten per Flieger verderbliche Waren für Kreuzfahrtschiffe oder auch Teile für die Werften im Land eingeflogen werden.

80 Prozent weniger Gäste

Dass sich Hausmann breiter aufstellt, hat gute Gründe. Denn die Zeit der Rekorde am Flughafen Rostock-Laage ist erstmal vorbei. Im Gegenteil: Die Pleite der Fluggesellschaften Germania und bmi zu Beginn des Jahres trifft den größten Airport des Landes hart. 80 Prozent weniger Fluggäste als noch 2018 werden von Laage abheben. Zwar hat die Lufthansa die München-Linie von bmi übernommen und sogar ausgebaut, große Sprünge bei den Passagierzahlen sind vorerst aber nicht absehbar.

Die gute Nachricht jedoch für die drei Gesellschafter: Trotz des deutlichen Minus bei den Passagieren konnte der Flughafen seine Einnahmen steigern. „Wir brauchen keine weiteren Beihilfen unserer Gesellschafter“, so Hausmann. Pro Jahr wird der Flughafen mit 1,8 Millionen Euro von den Gesellschaftern und mit einer Million Euro vom Land unterstützt. Eine schlechte Nachricht für 2020: Die Airline Laudamotion wird Laage nicht mehr anfliegen. „Wir konnten uns nicht über die Höhe der Landeentgelte einigen“, so die Flughafen-Chefin. Laage wolle aber nicht zum Billig-Airport werden.

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Von Andreas Meyer

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