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Rostock Forum zur Oberbürgermeisterwahl: Wer hat die beste Idee für die Wirtschaft?
Mecklenburg Rostock Forum zur Oberbürgermeisterwahl: Wer hat die beste Idee für die Wirtschaft?
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21:31 11.04.2019
von links: Sybille Bachmann, Steffen Bockhahn, Uwe Flachsmeyer, Claus Ruhe Madsen, Moderator Andreas Ebel, Chris Müller-von Wrycz Rekowski, Tom Reimer, Edgar Schulze und Dirk Zierau Quelle: Ove Arscholl
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Rostock-Steintor-Vorstadt

Welcher OB-Kandidat kann am besten Wirtschaft? Diese Frage mussten sich am Donnerstag die Zuhörer am Ende selbst beantworten. Die Handwerkskammer hatte, gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer und dem Unternehmerverband, alle Bewerber zu einem Diskussionsforum eingeladen, bei dem sie ihre Kompetenzen und Ideen vortragen sollten. Von den neun Kandidaten waren acht gekommen, die sich den Fragen des Moderators, OZ-Chefredakteur Andreas Ebel, und des Publikums stellten. Nur Matthias Bräuer war der Einladung zur Podiumsdiskussion nicht gefolgt.

Favoriten im Vorteil

Die Kandidaten waren alphabetisch platziert, dadurch saß Sybille Bachmann (Rostocker Bund) ganz links und die eher als Außenseiter geltenden Bewerber Tom Reimer, Edgar Schulze und Dirk Zierau (UFR) rechts neben den Favoriten. Das war insofern etwas unglücklich, als dadurch die erfahrenen Redner in den ersten Fragerunden, die jeweils links starteten, immer auch zuerst sprechen durften, während die Politik-Neulinge nachziehen mussten. „Meine Vorredner haben eigentlich schon alles gesagt“, musste Schulze bei der Frage zum Thema Fachkräftesicherung dann auch eingestehen.

Attraktive Hansestadt

Zuvor hatten die anderen Kandidaten nämlich schon viele Punkte zu dem Thema genannt. Bachmann setzt vor allem auf Attraktivitätssteigerung im Kleinen: „Man kann schon mit wenigen Mitteln die Stadt schöner machen.“ Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) sprach sich für günstigen und gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr aus. Der von CDU und FDP unterstützte Claus Ruhe Madsen will vor allem die Studenten in der Hansestadt halten: „Sie sollten nicht nur geduldet, sondern willkommen geheißen werden.“

Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) hält Außenwerbung für den besten Weg, um Fachkräfte nach Rostock zu holen: „Wir müssen deutlich machen, dass die Hansestadt nicht nur ein schöner Urlaubsort ist, sondern laut erzählen, dass es sich lohnt, nach Rostock zu kommen.“ Reimer möchte die Kulturszene stärken, um Rostock attraktiver zu machen, Schulze mehr bezahlbare Wohnungen schaffen und Zierau Auszubildende aus dem Umland in die Hansestadt locken.

Keine schlüssigen Konzepte

Die Frage hatte Heike Anne Hildebrand, Verwaltungsleiterin beim Medizintechnik-Branchennetzwerk Biocon Valley, gestellt. „Ich bin mit den Antworten nur zum Teil zufrieden. Es waren keine schlüssigen Konzepte dabei.“ Rostock habe ein massives Fachkräfteprobleme, etwa in der Pflege, in der Bildung oder im Handwerk. „Nur die Attraktivität der Stadt zu steigern, reicht da nicht. Das ist mir zu dünn.“

Zu Beginn der Diskussionsrunde sollte jeder Kandidat seine wirtschaftliche Kompetenz und seine wichtigsten Ziele darlegen. Da konnte die einzige Frau vorlegen: „Ein wenig weibliche Intuition würde der Stadt gut tun“, sagte Bachmann, die sich als Vermittlerin präsentierte: „Wenn es Probleme gibt, trifft man sich eher auf eine Tasse Kaffee als zu einer Auseinandersetzung.“ Bockhahn sagte, als Bundestagsabgeordneter habe er immerhin einen kleinen Politikbetrieb mit sieben Mitarbeitern geleitet. Seine Stärke sei es, einmal getroffene Entscheidungen auch umzusetzen.

Gedichte für Unternehmer

IHK-Präsident und Möbelhändler Madsen betonte: „Es ist wichtig, im Rathaus jemand zu haben, der die Wirtschaft versteht.“ Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) bezeichnete sich selbst als „klassisches Kind der Verwaltung.“ Er habe eine ganze Reihe von Ansiedlungen in der Stadt betreut. „Ich traue mir zu, einigermaßen zu erfassen, was ihnen auf der Seele liegt.“ Reimer liest nach eigenen Angaben viel über Wirtschaft und berät Unternehmen – unter anderem mit selbst verfassten Gedichten. Zierau betonte: „Durch meine Erfahrung als Leiter der Personal- und Rechtsabteilung weiß ich, wie man das Unternehmen Stadt leitet.“

Anschließend bekam jeder Kandidat eine Frage zugelost. Uwe Flachsmeyer (Grüne) sollte sich zur Konkurrenz zwischen öffentlichen und privaten Unternehmen äußern: „Ich bin stolz, dass wir in der Bürgerschaft die Wasserversorgung rekommunalisiert haben.“ Das private Unternehmen habe an dem hohen Wasserpreis verdient. „Wasser ist aber ein öffentliches Gut.“ Das gelte auch fürs Wohnen.

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