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Rostock Fridays-for-future? Hort-Kinder machen Rostocker Schwanenteich sauber
Mecklenburg Rostock Fridays-for-future? Hort-Kinder machen Rostocker Schwanenteich sauber
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16:33 23.05.2019
Neun Kinder des Fritz-Reuter-Hortes aus Rostock sind am Freitag um den Schwanenteich gezogen, um die Umgebung von Müll zu befreien. Quelle: Moritz Naumann
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Rostock

Neun Kinder von der 1. bis zur 3. Klasse der Rostocker Türmchenschule haben gemeinsam mit ihren Horterzieherinnen Daniela Christiansen und Brit Risse den Schwanenteich von Müll befreit. Ausschlaggebend für dieses Projekt war jedoch nicht die Fridays-for-future-Bewegung, sondern ein kleiner Hund namens Sepp.

„Frau Christiansen, ich habe hier zwei Kronkorken gefunden“, ruft der zehnjährige Sky Medox Borkenhagen stolz seiner Erzieherin zu. Er und weitere acht Kinder des Fritz-Reuter-Hortes haben am vergangenen Freitag Müll gesammelt, der sich rund um den Schwanenteich befunden hat. Nach nicht mal zehn Minuten kam da schon einiges zusammen. „Wir haben schon Papiermüll, Flaschen, Scherben und Kippen gefunden“, zählen die Kinder auf. „Ich habe auch ein benutztes Pflaster gefunden“, ergänzt Sky.

Sammeln für Sepp

Im Februar geht Daniela Christiansen mit dem Hund ihrer Freundin und Kollegin Brit Risse am Schwanenteich Gassi. „Sepp ist erst seit September Teil von Brits Familie“, sagt Christiansen. Bei dem Spaziergang fällt der 38-Jährigen auf, dass überall – auf den Wegen und der Wiese – Gefahren für den noch jungen Dackel-Beagle-Mix lauern. „Da ist einem erstmal bewusst geworden, wie dreckig es hier überall ist. Und nicht nur hier – fast in der ganzen Stadt“, sagt Christiansen. Gemeinsam mit einem Praktikanten überlegen die beiden Erzieherinnen, was man dagegen tun könnte.

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Sie planen mit den Kindern ihres Horts die erste Sammelaktion und fragen, welches der Kinder dabei freiwillig mitmachen würde: „Da haben sich viele gemeldet“, sagt Christiansen. „Ich glaube, wir können mit so einer Aktion die Kinder sensibilisieren. Sie lernen dabei, welchen Aufwand es benötigt, so eine Fläche sauber zu halten.“

„Super duper Aktion“

Wie der neunjährige Ole Wendt die Aktion findet? „Super duper, super duper. Ich finde das gut, dass wir die Umwelt aufräumen.“ Auch die achtjährige Jasmin Jessica Hein greift gern zu Mülltüte und Sammelarm: „Ja ich mag ja die Natur. Da räume ich dann auch gerne auch auf.“ Ob Jasmin das zu Hause auch so gerne macht? „Ne, da eher nicht so“, sagt sie und grinst verschämt.

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Die Aktion ist Teil eines Projektes, welches den Kindern die Vergänglichkeit der Natur beziehungsweise die Unvergänglichkeit von Müll vor Augen führen soll. „Eine Babywindel verrottet erst nach bis zu 500 Jahren“, sagt die Leiterin der Horteinrichtung, Brit Risse. Im Kindergarten wollen die Erzieherinnen den Kleinen das mit einem Joghurt-Becher verdeutlichen. Den wollen wir vergraben und dann nach und nach mal schauen, was daraus wird. Über ein Jahr soll in diesen und weiteren Projekten das Thema Müll im Vordergrund stehen.

Ein Licht am Ende des Unrats

Am Ende finden die Kinder aber nicht nur enttäuschende Sachen wie volle Windeln, einen Haufen Scherben oder Zigarettenstummel. „Ich habe gerade 50 Cent gefunden“, ruft eines der Kinder. Der Rest kommt staunend herbeigelaufen. „Ich finde man muss die Kinder für so eine Aktion ganz doll loben. Das motiviert sie bestimmt auch nachträglich, die Welt für ihre Zukunft sauber zu halten“, sagt Christiansen.

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