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Rostock Frische Farbe für alte Kirche
Mecklenburg Rostock Frische Farbe für alte Kirche
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14:34 11.08.2019
Barbara Kirchhainer (69), Gemeindevertreterin, an der Kirche Sanitz. Quelle: Bernhard Schmidtbauer
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Sanitz

Auf dieser Arbeit liegt hundertprozentig ein Segen: Mit vorsichtigem Pinselstrich erneuert Uwe Schulz (60) Wandverzierungen im Sanitzer Gotteshaus. Es riecht angenehm nach frischer Farbe. Bei dem neuen Anstrich hatten Schulz und seine Kollegen von der Malerfirma Haug aus Waren/Müritz einiges zu beachten. Die Farben mussten genau denen entsprechen, die bei der letzten Sanierung der Gewölbedecken verwendet wurden. „Ich habe dazu Leimfarbe mit Kreide so lange angemischt, bis die Farbe gepasst hat“, sagt der erfahrene Handwerker. Und die tut es: Die Wandverzierungen, Fenstereinfassungen sowie Weihekreuze passen sich nahtlos ein. „Ich arbeite am liebsten in Kirchen, lieber als in modernen Bauten wie Wohnhäuser“, erklärt Schulz. Die Herausforderungen in den historischen Bauten seien viel anspruchsvoller. Betreut werden die Arbeiten vom Restaurator Heiko Brandner aus Rostock. Er hat bereits mehrfach in der Sanitzer Kirche gearbeitet. Auch die kleine Orgel wurde aufgehübscht, sie hat ein neues Podest erhalten. Dafür waren Mitarbeiter der Firma W. Sauer Orgelbau Frankfurt (Oder) am Werk.

Mitte der Woche sieht das Innere der mehr als 700 Jahre alten Feldsteinkirche zwar auch noch aus wie eine Baustelle, aber der Eindruck täuscht. „Ich habe nur noch kleine Arbeiten vor mir, in den Ecken hinter dem Altar“, sagt Schulz. Hinter den kühlen, bis zu zwei Meter dicken Kirchenmauern ist das Arbeiten für ihn in den letzten Hitze-Wochen sicher angenehmer gewesen als auf Baustellen in Wohngebieten.

Der Altar der Kirche in Sanitz mit den Figuren Glaube, Liebe, Hoffnung und Geduld Quelle: Bernhard Schmidtbauer

Dass der Zeitplan wohl eingehalten wird, darauf baut die ganze Gemeinde: Am Sonnabend wollen die Sanitzer ihre Kirche wieder in Besitz nehmen. Ab 19.30 Uhr lädt das „Brass Collegium Dessau“ zur Feier des Tages zu einem Konzert ein. Das Blechbläserquintett hat in den vergangenen 30 Jahren schon viele Sommerkonzerte in der Sanitzer Kirche gegeben.

Und falls es doch nicht klappt: Riesige Linden, die das Gotteshaus und seinen Friedhof wie ein Schutzgürtel umrahmen, bilden auch die richtige Kulisse für ein Konzert unter freiem Himmel. „Unsere wunderbare Feldsteinkirche ist ein Zeichen dafür, wie gut das Zusammenleben in Sanitz funktioniert“, sagt Barbara Kirchhainer (69), Gemeindevertreterin für die Linke. Das habe sogar Bischof Andreas von Maltzahn bei seiner Verabschiedung aus dem Bischofsamt im Mai in Schwerin gewürdigt.

Ihre Kirche, entstanden in der Zeit des Übergangs von der Romanik zur Gotik, ist nicht nur das geistliche, sondern seit langer Zeit auch ein kulturelles Zentrum von Sanitz. „Viele Jahrhunderte stand unsere Kirche im Zentrum des Ortes“, betont Barbara Kirchhainer. Mit der Entstehung der Ortsteile Alt-Sanitz und Neu-Sanitz sei die Kirche „an den Dorfrand gedrückt worden“. Ein Blick auf den Ortsplan zeige das deutlich. Dies ändere jedoch nichts an der zentralen Bedeutung des Feldsteinbaus für die Einwohner.

Barbara Kirchhainer hat die Restaurierungsarbeiten an und in der Kirche in den letzten Jahren verfolgt. 2009 seien die Außenarbeiten – das Dach wurde abgedichtet und Stützen für die Gewölbe verstärkt – abgeschlossen worden. „Danach wurde Geld für die Restaurierung des Chorraums und des Mittelschiffs gesammelt“, berichtet sie. Die Spendenfreudigkeit der Menschen in Sanitz sei in all den Jahren sehr hoch gewesen.

Der Maler Uwe Schulz (60) von der Firma Haug aus Waren bei feinen Arbeiten in der Kirche Sanitz. Quelle: Bernhard Schmidtbauer

„Die aktuelle Restaurierung kostet 35 000 Euro“, sagt Christian Meyer, Sprecher des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Mecklenburg. Davon würden 10 000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kommen, 10 000 Euro seien Patronatmittel und 15 000 stelle die Kirchengemeinde Sanitz/Thulendorf bereit. „Darunter sind auch zahlreiche Einzelspenden“, erklärt Pastor Gottfried Voß.

Allein dies zeigt: Der auffordernde Spruch „Lasst doch die Kirche im Dorf“ gilt für die Sanitzer nicht. Für sie ist es eine Tatsache: Ihre Kirche gehört zum Dorf.

Von Bernhard Schmidtbauer

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