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Rostock Front gegen Teepott-Verkauf wächst
Mecklenburg Rostock Front gegen Teepott-Verkauf wächst
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00:00 28.02.2018
Vor allem ist es Sand, auf dem der Teepott steht. Verkaufen wollen die Rostocker das Grundstück trotzdem nicht. Quelle: Foto: Torsten Graczyk
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Warnemünde

Der Teepott und der mögliche Verkauf des Grundstücks, auf dem er steht, haben in Warnemünde und in Rostock für eine scharfe Diskussion gesorgt. Umstritten ist, ob die Fläche des Teepotts und des daneben stehenden Strandpavillons an die Friedemann- Kunz-Stiftung verkauft werden soll. Sie vertritt die Ansicht, dass sie über das Eigentum verfügen muss, wenn sie das Denkmal sanieren soll und Kredite haben möchte. Nun wird schon seit einiger Zeit im politischen Raum diskutiert: Nach den Linken hat sich nun auch die SPD gegen einen Verkauf ausgesprochen.

„Auf unserer Fraktionssitzung am Montag sind wir nach ausführlichen Gesprächen mit dem Eigentümer zu dem Ergebnis gekommen, dass für uns nur eine Lösung ohne Verkauf in Frage kommt“, sagte Fraktionsvorsitzender Steffen Wandschneider-Kastell. Zugegen war bei der Zusammenkunft Arno Pöker (ebenfalls SPD), der die Interessen der Friedemann-Kunz-Familienstiftung vertritt. „Am wichtigsten ist für uns, dass der Teepott erhalten und für die Öffentlichkeit erlebbar bleibt“, stellte Wandschneider-Kastell klar. Daher sei die SPD-Fraktion bereit, über Maßnahmen zu beraten, die die Wirtschaftlichkeit der Sanierung erhöhen. Es sei derzeit falsch und verfrüht, eventuelle Maßnahmen öffentlich zu diskutieren. „Bei der Bedeutung des Gebäudes sollte vor allem der Ortsbeirat Warnemünde in alle weiteren Entwicklungen einbezogen werden“, so Wandschneider-Kastell weiter.

„Wir haben über den Verkauf des Teepotts noch nicht weiter diskutiert“, sagte Daniel Peters (CDU), denn es liege noch keine Beschlussvorlage der Verwaltung vor, über die man sprechen könnte. „Aber gerade die Verwaltung ist nun am Zuge“, sagte Peters, sie müsse ein Einvernehmen mit dem Investor finden, über das man dann abstimme könne. Er persönlich, so Peters, wünsche sich, dass die Debatte um den möglichen Verkauf des Teepotts eher sachlich als emotional gesehen werde. Man müsse abwägen, welche Vorteile die Stadt habe, wenn das Teepott-Grundstück in ihrem Besitz bleibe. „Es sind ein paar Millionen als Preis im Gespräch und damit lässt sich in der Stadt schon einiges anfangen“, sagte der Christdemokrat: „Ich hätte dafür schon ein paar Ideen.“

Bei der UFR will man sich bei der nächsten Fraktionssitzung am Montag mit dem Thema Teepott befassen. „Es gibt bei uns eine klare Tendenz, die gegen den Verkauf des Grundstücks geht“, sagte gestern Fraktionschef Malte Philipp, „denn wir erkennen die Notwendigkeit eines Verkaufs nicht.“ Grundstücke in einer Lage wie das Teepott-Grundstück seien in Rostock noch nie verkauft worden „und sollen auch in den nächsten fünfhundert Jahren nicht verkauft werden“. Er könne den Wunsch der Friedemann-Kunz-Stiftung verstehen, das Grundstück kaufen zu wollen, aber es gebe keinerlei Veranlassung, einem Verkauf zuzustimmen. Einen Zusammenhang zwischen dem möglichen Verkauf und der Garage unter den Dünen sah Philipp nicht. Diesem Projekt stehe seine Fraktion aufgeschlossen gegenüber. „In vergleichbaren Fällen haben wir uns immer gegen einen Verkauf gestellt“, sagte Uwe Flachsmeyer (Grüne). Man könne davon ausgehen, dass es diesmal auch so sein werde, sagte der Kommunalpolitiker, „weil wir noch keinen unschlagbaren Grund für einen Verkauf gehört haben.“ Gleichwohl erkennt Flachsmeyer die Argumente der Kunz-Stiftung an: „Erbpacht wirkt sich auf Kredit- und Zinshöhe aus.“

Allerdings sei es nicht unmöglich, bei Erbpacht auch Kredite zu bekommen. Flachsmeyer, der gleichfalls auf eine Beschlussvorlage wartet, gab sich gestern gelassen: „Ich gehe davon aus, dass keine mehr kommt, wenn nun schon alle nein sagen.“

Enttäuscht zeigte sich Sybille Bachmann, Fraktionsvorsitzende des Rostocker Bundes. Es habe eine Runde beim Oberbürgermeister gegeben – „mit allen Fraktionsvorsitzenden.“ Bei dieser Zusammenkunft habe man sich dafür entschieden, juristisch prüfen zu lassen, ob ein Kaufvertrag für das Teepott-Grundstück mit einer Rückfallklause zugunsten der Hansestadt möglich sei. Gleichzeitig sollte die Erhaltung des Teepotts und die Verpflichtung zur Sanierung eingehalten werden. „Diese Prüfung ist noch nicht abgeschlossen“, sagte Sybille Bachmann: „Wenn sich diese Voraussetzungen in dem Kontrakt sichern lassen, ist es doch egal, wem das Ding gehört“. Eva- Maria Kröger, Chefin der Rostocker Linken, hatte bereits beim OZ-Forum vergangene Woche im Teepott verkündet, dass ihre Fraktionen gegen einen Verkauf sei.

Michael Schißler

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