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Rostock Für bessere Bedingungen in Ghana: Schüler geben Vollgas
Mecklenburg Rostock Für bessere Bedingungen in Ghana: Schüler geben Vollgas
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18:59 13.06.2019
Beim Spendenlauf haben die Schüler fleißig Runden gesammelt. Für jede Runde wird eine feste Summe an ein Projekt in Ghana gespendet. Quelle: Susanne Gidzinski
Rostock

 Kurz vor dem Ende gibt Lenn noch einmal alles. Mit erröteten Wangen und leicht außer Puste erreicht er das Ziel. Insgesamt acht Runden ist der Elfjährige durch den Warnemünder Kurpark gelaufen. Mit 6,4 zurückgelegten Kilometern in einer Stunde hat er sich dabei selbst übertroffen. „Ich wollte vier Kilometer schaffen und bin stolz, dass es doch mehr geworden sind“, sagt der Fünftklässler zufrieden.

Rund 400 Schüler des Ecolea-Gymnasiums haben es ihm am Donnerstag gleich getan und sich in ihre Sportklamotten geworfen. Mit dem Ziel so viele Runden wie nur möglich zu laufen, gaben sie beim diesjährigen Spendenlauf ihr Bestes. „Wir wollen helfen“, betont Filip. Bereits zum sechsten Mal nimmt der 16-Jährige an dieser Veranstaltung teil. Dass mit dem Erlös in diesem Jahr Schüler in Ghana unterstützt werden, findet er gut.

Runden sammeln für den guten Zweck

Dabei ist das Prinzip der Benefiz-Aktion einfach: Jeder läuft so viel er kann - pro absolvierter Runde gibt es einen kleinen Geldbetrag. Bereits im Vorfeld haben die Schüler fleißig private und kommerzielle Sponsoren gesucht, welche die zurückgelegte Laufstrecke mit einem vereinbarten Geldbetrag honorieren. Ob Eltern, Verwandte, Freunde oder auch Unternehmen – das soziale Engagement der Läufer findet viel Zuspruch.

„Ich konnte diesmal nicht nur meine Großeltern, sondern auch ein Unternehmen, in dem ich mein Praktikum absolviert habe, überzeugen zu spenden“, berichtet Thomas. Für den 16-Jährigen Anlass genug, sich besonders ins Zeug zu legen. „Mehr als 15 Runden wären schon toll“, verrät er. Sein Freund Florian hat sich ein ähnliches Ziel gesetzt: „Mindestens zehn Runden sollten drin sein.“ Seine Eltern spenden für jede absolvierte Runde einen großzügigen Betrag.

Gemeinsames Projekt mit Schülern in Ghana

Die Einnahmen sollen vor allem für die Organisation und Durchführung eines leichtathletischen Vergleichswettkampfs zwischen Grundschülern aus Apeyime, einem Dorf in der Volta-Region in Ghana, und Kindern der Abteilung Leichtathletik des SV Warnemünde verwendet werden. Dieser wird im September 2019 stattfinden und zeitgleich in beiden Ländern ausgetragen.

Hoch motiviert haben die Schüler des Warnemünder Ecolea-Gymnasiums eine Runde nach der anderen im Kurpark gedreht. Gemeinsam wollen sie ein Projekt in Ghana unterstützen.

Die Vorbereitung und Begleitung des Wettkampfs sei Aufgabe des Wahlpflichtkurses „Bilingual Sports“ an der Ecolea, wie Sozialpädagogin Grit Weickert berichtet. Rund zwei Drittel der Spenden werden genutzt, um Medaillen, Urkunden, Bälle, T-Shirts und vieles mehr zu realisieren. „Das ist wirklich eine schöne Sache. Ich finde es toll, dass sich unsere Schüler bereits in jungen Jahren für solch ein Projekt engagieren – ohne die Erwartung etwas zurückzubekommen“, meint Weickert. „Wir wollen ihnen damit das Gefühl vermitteln, etwas bewegen zu können.“

„Die Schüler dort haben nicht die Möglichkeiten, wie wir sie haben“, wirft Lenn ein. Für ihn ist es selbstverständlich, einen Beitrag zu leisten, auch wenn er nicht direkt an dem Projekt beteiligt ist. „Wenn wir damit zumindest ein bisschen dazu beitragen können, dass es den Kindern in Ghana gut geht, ist das schön.“ Dem können seine Freunde Bennet (11) und Linus (11) nur kopfnickend zustimmen.

Spiele und traditionelle Trommelmusik

Um der Veranstaltung den passenden Flair zu verleihen, hat sich die Trommelgruppe „Akwaaba“ dazu gesellt. Sie geben traditionelle westafrikanische Lieder zum Besten. „Wir wollen die Kids dazu antreiben die ein oder andere Runde mehr zu laufen“, meint Philipp Härtwig. Der Leiter der Rostocker Trommelschule „Go-Rhythm“, hat selbst viel Zeit in Ghana verbracht und weiß die Hilfe der Schüler zu schätzen. „Ich war sofort angetan, als ich von dem Projekt mitbekommen habe. Die Förderung von Bildung ist wichtig.“

Damit sich die Gymnasiasten, die nach Jahrgängen gestaffelt laufen nicht langweilen, haben sich die Schüler der elften Klasse ein sportliches Begleitprogramm ausgedacht. An unterschiedlichen Stationen können sich die Teilnehmer an Yoga, Fußball, Federball oder Tanzen ausprobieren. „Es ist ein rundum buntes und abwechslungsreiches Event“, sagt Weickert.

Susanne Gidzinski

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