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Rostock Für den Klimaschutz: Oberbürgermeister Madsen verbietet Fleisch im Rostocker Rathaus
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Für den Klimaschutz: Madsen verbietet Fleisch im Rostocker Rathaus

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17:27 19.12.2019
Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen will bei offiziellen Anlässen kein Fleisch mehr servieren lassen. Quelle: Bernd Wüsteneck/dpa; Montage: RND/axl
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Rostock

Auf Mettbrötchen werden Mitarbeiter und Gäste bei Konferenzen im Rostocker Rathaus künftig verzichten müssen. Denn die Hansestadt hat für offizielle Anlässe ein Fleischverbot in der Stadtverwaltung verhängt – als vermutlich erste Kommune bundesweit. Rostocks neuer Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) will es so – um das Klima zu schützen: „Wir alle wissen, dass die Fleischproduktion problematisch ist. Deshalb wollen wir ein kleines Zeichen setzen, das niemandem weh tut.“

OZ-Leser-Umfrage: Ist das Fleischverbot sinnvoll oder Unsinn?

Rostock hat den Klimanotstand

Die Hansestadt hatte im Herbst offiziell den Klimanotstand ausgerufen. „Wir müssen diesem Schritt nun aber auch Taten folgen lassen“, sagt OB Madsen. Dabei gehe es ihm nicht nur um große, sondern auch viele Beiträge zum Klimaschutz: „Und der Verzicht auf Fleisch ist so ein kleiner Beitrag.“ Wenn die Hansestadt offizielle Gäste bewirtet, Konferenzen und Tagungen ausrichtet, soll es deshalb in Zukunft kein Mett, keine Salami, keine Putenbrust mehr geben. „Selbst als Däne esse ich lieber Mett als Matjes. Aber wir alle müssen auch verzichten. Und dieser Verzicht tut niemandem wirklich weh.“

Vorbild für andere Städte?

Madsen geht mit dem Fleisch-Verzicht sogar noch einen Schritt weiter als der grüne Oberbürgermeister in Greifswald: „Natürlich ist der hohe Fleischverbrauch ein großes Problem. Und ja: Es ist sinnvoll, wenn wir unseren Konsum etwas einschränken“, sagt Stefan Fassbinder. Aber: Es gäbe durchaus auch Obst- und Gemüsesorten, die unter problematischen Bedingungen angebaut und rund um die Welt geflogen werden. Greifswald setze daher auf einen anderen Weg: „Wir bieten bei Gästebewirtungen regionale oder fair gehandelte Produkte.“ Greifswald arbeite gerade an einer neuen Einkaufsrichtlinie, wolle nur noch frische Bio-Produkte kaufen. Und: Im Rathaus soll es kein Mineralwasser mehr geben. Leitungswasser tue es auch.

Der Boltenhagener Bürgermeister Raphael Wardecki (Grüne) findet Madsens Fleisch-Verzicht im Rathaus ebenfalls „spannend“: „Ich würde mir seine Erfahrungen gerne mal bei einem Fischbrötchen servieren lassen“, sagt er. Und: In dem Ostseebad würden Gemeinde und Kurverwaltung schon jetzt nur Produkte aus der Region servieren. „Lokal schont auch das Klima.“

Kritik vom Bauernverband

Ganz und gar nicht gut kommt der Rostocker Fleisch-Bann beim Bauernverband MV an: „Das ist purer Aktionismus“, schimpft Präsident Detlef Kurreck. „Wir alle brauchen die Landwirtschaft – und die Landwirtschaft braucht auch die Fleischproduktion.“ Wurst und Fleisch aus MV könne jeder – auch unter Klimaschutz-Gesichtspunkten – jederzeit essen. „Unser Fleischerhandwerk ist Kulturgut! Das Fleisch stammt oft von Familienbetrieben.“

Auch aus Sicht von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) geht Madsen zu weit: Rostock soll sich besser auf den Energiesektor oder den Verkehr konzentrieren. Da sei deutlich mehr für den Klimaschutz zu erreichen, sagt Backhaus. Ja, die Deutschen essen zu viel Fleisch. Aber: „Zum Fleischverzicht aufzurufen, ist die völlig falsche Botschaft und verkennt die Leistungen, die die Landwirtschaft jeden Tag für jeden Einzelnen für uns erbringt.“ Backhaus weiter: „Die Agrarbetriebe in MV produzieren gesunde und hochwertige Lebensmittel und wirtschaften zunehmend im Einklang mit der Natur. Das belegt nicht zuletzt die erfolgreiche Entwicklung des Öko-Landbaus.“

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Von Andreas Meyer

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