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Rostock Rostocker Klärschlamm-Modell erhält Förderung
Mecklenburg Rostock Rostocker Klärschlamm-Modell erhält Förderung
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18:06 21.06.2019
KKMV-Aufsichtsratschef Eckhard Bomball (v. l.), WWAV-Geschäftsführerin Katja Gödke, Umweltsenator Holger Matthäus und KKMV-Geschäftsführer Klaus Rhode freuen sich auf das neue Projekt in Rostock. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

 Die Klärschlamm-Kooperation MV GmbH (KKMV) erhält eine Förderung aus dem Programm „Kommunale Klimaschutz-Modellprojekte“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. „Das ist ein besonderer Tag und der erste symbolische Spatenstich für ein bundesweites Vorbildprojekt“, sagt Aufsichtsratschef Eckhard Bomball.

Das Projekt wird durch die Fördermittelvergabe als bundesweites Modellprojekt anerkannt. In diesem arbeiten die 15 kommunalen Gesellschaften der KKMV zusammen, um gemeinsam am Standort Rostock eine umweltschonende und kostengünstige Klärschlammverwertungsanlage zu bauen und zu betreiben. Dies sei ein erster Beitrag zur Energiewende und die Hansestadt übernehme damit Verantwortung für die gesamte Region, sagt Bau-Senator Holger Matthäus.

Trocknen, transportieren, verbrennen

Der Standort der Anlage in Rostock-Bramow war in der Vergangenheit in der Kritik, da Anwohner unangenehmen Gestank befürchteten. Auch der Verein Pro Receycling forderte eine Umweltprüfung vom Land. Mit knapper Mehrheit hatte die Bürgerschaft sich im März aber für den Bau der Anlage an eben jenen Standort entschieden.

Zukünftig soll dann in Grevesmühlen, Stavenhagen und Schwerin der Klärschlamm vorgetrocknet und anschließend nach Rostock transportiert werden. Durch regenerative Abwärme wird dessen Heizwert erheblich gesteigert, sodass durch die Verbrennung in Rostock regenerative Energie gewonnen wird. So profitieren die Vortrocknungsstandorte von der überschüssigen Abwärme und Rostock erhalte zusätzlich „Grüne Wärme“ aus der Verbrennung.

Klärschlamm voller Medikamente

Darüber hinaus würden die Transportmengen von Klärschlamm durch dieses Verfahren um 20 000 Tonnen reduziert. Insgesamt geht man von einer CO2-Einsparung von 10 000 Tonnen pro Jahr aus. Die Anlage sei auch deswegen notwendig, weil sich der Klärschlamm nicht mehr zur landwirtschaftlichen Nutzung eigne. „Ehemals sind dadurch Medikamente, Hormone, Mikro- und Nanoplastik und Schwermetalle in den Boden gesickert. Die werden in der Anlage alle verbrannt“, sagt Holger Matthäus, der eine Partneranlage in Zürich als Vorbild nennt.

„Das ist eine kommunale und solidarische Lösung, die kostendeckend und umweltfreundlich ist“, sagt Matthäus. Insgesamt sei das Projekt für 20 Jahre ausgelegt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit fördert das Vorhaben mit 3,6 Millionen Euro. Insgesamt würde der Bau der Anlage etwa 50 Millionen Euro kosten. „Es ist wichtig, dass wir schnell vorankommen, bevor die Baukosten weiter ansteigen“, sagt Eckhard Bomball. Nach Angaben des KKMV-Geschäftsführers Klaus Rohde soll die Anlage 2022 gebaut und 2023 in Betrieb genommen werden.

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