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Rostock Funny van Dannen über Gott, Geld und den FC Bayern
Mecklenburg Rostock Funny van Dannen über Gott, Geld und den FC Bayern
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04:00 29.05.2018
Funny van Dannen (60) ist Liedermacher, Schriftsteller und Maler niederländischer Herkunft und lebt in Berlin. Quelle: Amelie Losier
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Rostock

Sie treten am 1. Juni zum allerersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern auf?

Funny van Dannen: Ja, vorher hat es leider nicht geklappt. Sonst bin ich aber auch nie im Sommer unterwegs gewesen, wegen meiner Allergie. Aber die hat sich mittlerweile gebessert.

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Aber Sie kennen den Nordosten schon?

Aber klar, wir haben schon oft an der Ostseeküste Urlaub gemacht – mit den Kindern, in Zingst und auf Rügen zum Beispiel. Und es hat uns immer gut gefallen.

Warum sollte man Ihr Konzert nicht verpassen?

Weil es eine tolle Mischung aus alten und neuen Liedern geben wird – auch mit Sachen, die selten oder noch nie gespielt wurden. Ich habe für die Tour so 30 bis 40 Songs ausgesucht, aber es kann auch spontan ganz andere Stücke geben.

Wieviele Songs haben Sie denn bislang schon geschrieben?

Hmm, ich schätze so 300.

Sie sind erfolgreich als Liedermacher, Schriftsteller, Maler – habe ich noch einen Beruf vergessen?

Nee. Früher habe ich auch Fußball gespielt, aber es hat nicht zum Profi gereicht. Und ich konnte auch keinen meiner Jungs an die Bayern verkaufen (lacht).

Welche Ihrer Professionen sorgt den für die meiste Publicity?

Ganz klar die Zusammenarbeit mit den Toten Hosen.

Und finanziell – was bringt am meisten ein?

Die Konzerte. CDs machen lohnt kaum noch – immer mehr Leute laden die Songs nur noch runter.

Aber es wird doch bald mal wieder eine neue CD geben?

Ja, wir arbeiten gerade daran. Sie soll im Hebst erscheinen und „Alles gut, Motherfucker“ heißen.

Um welche Themen wird es gehen?

Ach, Liebe, Leid, Politik, Gott und die Welt – was die Menschen eben so interessiert.

A propos Gott: Sie empfehlen in ihrem Song „Gutes tun“, den Islam besser kennenzulernen. Wie gut kennen Sie ihn? Und was stört Sie besonders?

Na ja – ich habe ja jahrelang in Berlin-Kreuzberg gelebt. Ich stehe Religionen generell kritisch gegenüber. Und ich lehne sie ab, wenn sie Menschen voneinander trennen. Wer Gott braucht, soll ihn gerne haben. Aber wer Gott mehr als die Menschen liebt, ist sündig.

Ihr zweiter Lieblingsfeind scheint ja der Kapitalismus zu sein – was stört bei dem am meisten?

Tja, der Kapitalismus sorgt ja einerseits sicher für Wohlstand bei vielen Menschen – aber viele leiden auch. Er erzeugt Druck, Existenzängste, und die sind nicht gerade förderlich für das Zusammenleben. Es sieht ja aber so aus, als gäbe es zur Zeit keine vernünftige Alternative.

Verbesserungsvorschläge?

Da, wo die Politik noch die Macht hat, sollte sie sie nutzen, um die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. So muss zum Beispiel Wohnraum erschwinglich sein – die Mietpreisbremse hat versagt. Energie und Wasser, so etwas muss in gesellschaftlicher Hand bleiben. Krankenpfleger, Altenpfleger – die müssen einfach viel besser bezahlt werden. Und auch die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ist nicht verkehrt. Das Geld wäre sicher da.

Luczak Thomas

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