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Rostock Gefahr aus dem Kraftwerk: Politik will Gift-Ausstoß senken
Mecklenburg Rostock Gefahr aus dem Kraftwerk: Politik will Gift-Ausstoß senken
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06:36 05.01.2016
Blick auf das Steinkohlekraftwerk von Rostock. Das Kraftwerk lieferte im April 1994 seinen ersten Strom. Es stößt 20,5 Kilogramm hochgiftiges Quecksilber pro Jahr aus. Quelle: Norbert Fellechner
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Rostock

Gefahr aus dem Schornstein: Deutsche Kohlekraftwerke pusten jährlich mehr als fünf Tonnen hochgiftiges Quecksilber in die Luft, das in Rostock 20,5 Kilogramm. „Erhebliche Gesundheitsrisiken“ sieht Umweltwissenschaftlerin Dr. Barbara Zeschmar-Lahl von der BZL Kommunikation und Projektsteuerung GmbH aus Oyten (Niedersachsen). Sie rät in einer aktuellen Studie dringend zur Reduzierung der Emissionen.

40 Prozent des bundesweiten Quecksilber-Ausstoßes stammen laut BZL-Studie aus Kohlekraftwerken. In den USA, wo strengere Grenzwerte gelten, dürfte nur eines der 69 deutschen Kraftwerke am Netz sein. Das Metall Quecksilber könne weder chemisch noch biologisch abgebaut werden – und gelange auf verschiedenen Wegen in die Umwelt. „Es kann in geringen Konzentrationen zu psychischen Schädigungen führen“, so Zeschmar-Lahl. Als besonders gefährlich stuft sie Monomethylquecksilber ein. Er wirke auf das Nevensystem und schädige das Gehirn. Besonders betroffen seien Föten, Säuglinge, Kleinkinder. Mögliche Folgen seien Behinderung, Krampfanfälle, Seh- und Hörverlust oder eine verzögerte Entwicklung. Da 60 bis 80 Prozent dieser Quecksilber-Form den Menschen „über den Verzehr von Fischen“ erreichten, müsse reagiert werden, fordert die Wissenschaftlerin.

„Man muss über die Grenzwerte nachdenken“, sagt Jürgen Suhr, Chef der Grünen im Landtag. Die Landesregierung müsse Druck auf den Bund ausüben. Parallel sei alles dafür zu tun, „damit der Fisch im Land nicht in Verdacht gerät, belastet zu sein“. Denn die BLZ-Studie sieht bei Menschen, die an Nord- und Ostsee leben und viel Fisch essen, ein erhöhtes Risiko.

Dies wiederum weist der Deutsche Fischerei-Verband rigoros zurück. „Die Quecksilbergehalte im Meeresfisch sind seit Jahrzehnten gesunken“, erklärt Sprecher Claus Ubl. Die Landesregierung hat reagiert. Über die Umweltministerkonferenz habe MV-Minister Till Backhaus (SPD) gerade vom Bund eine Änderung gefordert.



Pubantz, Frank

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