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Rostock Sperrung der Molenmauer in Warnemünde bei Sturm?
Mecklenburg Rostock Sperrung der Molenmauer in Warnemünde bei Sturm?
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17:23 22.03.2019
An der Westmole in Warnemünde brachen Anfang Januar eindrucksvoll Wellen von 2 Meter Höhe. Trotzdem wagten sich Menschen auf die Treppe. Quelle: Antje Sommer
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Rostock

Wenn der Wind immer stärker wird und die See immer rauer, treibt es viele Schaulustige zur Mole. Dort wo die Wellen brechen und die Gischt in die Höhe spritzt, lassen sie die Gewalt der Natur auf sich wirken. Doch es ist genau dieses Verhalten, das bei Sturm und Hochwasser zur Lebensgefahr werden kann, wie der Ortsbeirat Warnemünde warnt. „Immer wieder sehen wir dort Menschen langlaufen – auch Kinder“, berichtet der Vorsitzende Alexander Prechtel (CDU). „Ich mag mir nicht vorstellen, was passiert, wenn sie beim Balancieren auf der Mauer abrutschen oder von einer Böe erwischt werden.“ Damit es in Zukunft gar nicht erst soweit kommt, fordert er eine Sperrung der Molenmauer bei besonderer Witterungslage.

Anlass zur Sorge gab das Sturmtief „Zeetje“ das Rostock Anfang Januar in den Ausnahmezustand versetzte. Mit 1,67 Metern wurde in Warnemünde der höchste Pegelstand seit 65 Jahren gemessen. „Das Problem war, dass die Mole von beiden Seiten überschwemmt wurde und nur noch die Mauer herausragte“, erinnert sich der Ortsbeiratsvorsitzende. Trotz des hohen Wasserstandes seien dort Kinder entlang spaziert. „Bei gutem Wetter spricht meiner Meinung auch nichts dagegen, da können die Eltern nebenher laufen und Händchen halten, doch unter diesen Umständen war das einfach nur gefährlich“, führt Prechtel fort.

Benutzung der Wege auf eigene Gefahr

Aus diesem Grund habe der Ortsbeirat dazu angeregt, die Mauer zeitweise sperren zu lassen und eine entsprechende Anfrage beim zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt gestellt. „Die Sperrung soll lediglich bei besonders stürmischer Wetterlage erfolgen. Das kommt relativ selten vor – so alle zwei bis drei Jahre“, meint Alexander Prechtel.

„Die Benutzung des Weges erfolgt auf eigene Gefahr und ist entsprechend gekennzeichnet“, erklärt Dirk Berger vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund. Wenn neben dem Verkehrsweg auch die Molenmauer begangen werde, was grundsätzlich dem Bestimmungszweck einer Mauer widerspreche, dann geschehe dies ebenso auf eigene Gefahr. „Die Verkehrssicherungspflicht umfasst die Verpflichtung, alle Verkehrsteilnehmer, die von den Flächen Gebrauch machen, vor Risiken zu schützen, die aus dem Zustand dieser Verkehrsflächen herrühren“, so Berger weiter.

Wer also eine Mauer hinaufklettere und diese begehe, tue dies ganz und gar unter Inkaufnahme eines Absturzes und unter Außerachtlassung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt. Diese Gefahr sei durch den Handelnden leicht zu erkennen. „Zudem ist die Herbeiführung der Gefahr dem Wirkungskreis des Handelnden zuzurechnen, die Handlung als solches wiederum für den Verkehrssicherungspflichtigen nicht zwingend zu erwarten.“ Eine besondere Absperrung der Molenmauer seitens des Amtes sei daher nicht möglich.

Vorsorgliche Sperrungen auch in Hafennähe

Diese Antwort stößt beim Ortsbeiratsvorsitzenden auf Unverständnis: „Ich finde das wirklich frech. Wenn doch irgendwann einmal etwas passieren sollte, wird man auch nicht sagen, dass diese Person halt selber Schuld sei. Schon gar nicht, wenn es ein Kind ist.“ In der Rostocker Innenstadt sei es schließlich ebenfalls möglich ganze Straßen bei Hochwassergefahr zu sperren, merkt er an. So beispielsweise Am Strande und der Verbindungsweg. Während das Sturmtief „Zeetje“ in der Hansestadt wütete, wurden diese massiv überflutet. Trotz der Absperrung versuchte eine Autofahrerin den Verbindungsweg zu passieren und blieb dabei stecken. Die Feuerwehr musste sie schließlich hinausziehen. „Das zeigt doch, dass der ein oder andere trotz einer Sperrung durchfährt. Im Interesse der Sicherheit sollten wir daher zumindest auf die Gefahr hinweisen“, findet Prechtel. „Es muss doch möglich sein ein Schild und ein Band anzubringen.“

Oberbürgermeister soll helfen

Weil das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund keine Anstalt mache eine Lösung anzubieten, habe sich der Ortsbeirat nun an den Oberbürgermeister gewendet. „Wir haben ihn gebeten nochmals an das Amt heranzutreten“, bestätigt Alexander Prechtel. Auch wenn die Sturmsaison so gut wie vorbei sei, sehe er einen dringenden Handlungsbedarf. „Wir werden auf jeden Fall dran bleiben. Ich hätte längst erwartet, dass die Stadt einfach den Eingang zur Mole blockiert, wenn schon das Schifffahrtsamt keine Lösung anbietet.“ Eine Option, die der Ortsbeiratsvorsitzende ebenfalls in Betracht ziehen möchte. „Irgendwo muss man schließlich ansetzen.“

Susanne Gidzinski

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