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Rostock Neuauflage bietet Vielfalt in Stadtteilen
Mecklenburg Rostock Neuauflage bietet Vielfalt in Stadtteilen
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19:28 19.05.2019
Workshop im Peter-Weiss-Haus in Rostock zur Nacht der Kulturen. Schlagzeuger Axel Meier aus Berlin begeistert die Teilnehmer mit Samba Drumming. Quelle: Martin Börner
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Rostock

Nach sieben Jahren Pause hat der Verein „Bunt statt braun“ in Rostock die Nacht der Kulturen wiederbelebt. Am 18. Mai konnten die Rostocker ganztägig in vier verschiedenen Stadtteilen ein breites Kulturangebot erleben, erfahren und aktiv mitgestalten. Die bunte Palette reichte von Theater, bildender Kunst, Musik bis zu StreetArt.

Die letzte Nacht der Kulturen war 2011. „Wir haben nun ein neues Format für die Veranstaltung entwickelt und die Angebote auf die ganze Stadt, zumindest auf vier Stadtteile, ausgedehnt“, sagt Elke Watzema, Vorsitzende des Vereinsvorstandes. „Es soll ein Kulturerlebnis sein, das vielfältig ist und verschiedene Menschen an verschiedenen Orten aktiv einbezieht.“

Nach langer Pause wurde die „Nacht der Kulturen“ am 18. Mai in Rostock wieder belebt. Der Verein „Bunt statt braun“ hat ein breites kulturelles Angebot in vier Stadtteilen unterbreitet.

Eröffnet wurde die Veranstaltung im Rathausfoyer mit einem Konzert des Expat Philharmonic Orchestra, das 2016 auf Initiative syrischer, derzeit in Rostock lebender Musiker gegründet wurde. „Ich bin froh, dass ihr euch Rostock als Standort ausgesucht habt“, begrüßte Oberbürgermeister Roland Methling die syrischen Musiker. Er erinnerte an die Situation 2015 als rund 40 000 Flüchtlinge durch Rostock gezogen sind und hier sehr offen und freundlich aufgenommen wurden. „Das war ein wichtiger Beitrag für das Zusammenwachsen der Stadtgesellschaft“, sagte Methling.

Es ist das Anliegen des Vereins „Bunt statt braun“ mit dieser Veranstaltung die kulturelle Vielfalt in Rostock erlebbar zu machen und für Weltoffenheit und Demokratie zu werben. In acht Spielstätten wurden kostenfreie Angebote unterbreitet. Im Peter-Weiss-Haus in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt stand die Musik im Mittelpunkt. Singen, hören, spielen.

Der Berliner Schlagzeuger Axel Meier, Absolvent der Rostocker HMT, begeisterte in seinem Workshop Samba-Drumming die Teilnehmer für Rhythmen aus Brasilien. Bevor sie selbst an die Instrumente durften, hieß es aufwärmen: Mit den Füßen stampfen und dazu in die Hände klatschen, in unterschiedlichem Takt und Tempo. Mark Kremer, Physik-Doktorand, hatte keine Vorkenntnisse, aber Lust und Spaß: „Ich will mal richtig trommeln“, sagte der 27-Jährige, der nach diesem Kurs mit seinen Freunden noch weitere Angebote nutzen will. „Auf jeden Fall gehen wir zu Masaa ins Liwu.“ Hier wurden am Abend arabische Verse mit zeitgenössischem Jazz verknüpft.

Im Schatten der Bäume im Slüterhaus in Dierkow wurde gemalt. Die 14-jährige Maria Levchenko versuchte den einzigartigen Blick auf die Petrikirche auf ihre Leinwand zu übertragen. Maya Döring (13) neben ihr zeichnete Mangas, heute einen Wolf, aus dem später ein Fuchs wird. An Tiermalerei versuchten sich im Zelt nebenan mehrere Kinder unter Anleitung von Lisa Maria Kersting. Dazu surrten leise die Spinnräder des Spinnkreises Retschow. „Wir zeigen auf verschiedenen Spinngeräten, wie es geht“, sagte Jörg Sedl, der einzige Mann in der Spinnrunde.

Am Stand von Goldschmiedin Antje Adam hatte sich Annette aus Alt-Dierkow entschieden, sich selbst einen Messingring anzufertigen. Die 38-Jährige war 2011 das letzte Mal zur Nacht der Kulturen: „Da war das noch im Rathaus in Rostock, jetzt ist es vor der Haustür und da mache ich gern mit.“ Also Draht abschneiden, biegen, erwärmen, weiterbiegen, verlöten, hämmern. „Gar nicht so einfach“, gestand die junge Frau. Aber Schmuckdesignerin Antje Adam, die ihr Atelier in der Kunstschule „Frieda“ hat, ist geduldig und griff mit helfender Hand ein, wenn’s nötig ist.

Zum ersten Mal wurde auch ein Kunstwettbewerb für Kinder und Jugendliche ausgerufen. „Wir hatten über 70 Einsendungen“, freute sich Dr. Steffi Brüning vom Verein. Die Jury war begeistert und hat letztlich entschieden: „Wir haben viele beste Bilder, es gibt Preise für alle“, sagte Brüning. So konnten sich alle jungen Künstler über Gutscheine zum Einkauf von Zeichenmaterialien freuen. Den Sonderpreis der Jury bekam Nele Kontny für ihre Zeichnung. „Das Bild ist so toll“, erzählte Brüning, „dass wir es als Motiv für unsere alljährlichen Aufkleber zum Christopher-Street-Day nehmen werden.“

In Evershagen am Pablo-Neruda-Club konnten sich die Straßenkünstler beweisen. „Wir bieten hier Kunst zum Mitmachen in verschiedenen Workshops – Graffiti, Breakdance und Rap“, erklärte Matthias Siems (46) vom Vereinsvorstand. „Durch die Aktionen in den verschiedenen Stadtteilen sollen insbesondere auch die Leute vor Ort erreicht werden“, betonte Siems. Die Tänzer unterrichtet der Rostocker Rapper Tino „Mauler“ Bartos. Für die Sprayer wurde extra eine Wand vor dem Club aufgestellt, an der sich kleine und größere Künstler ausprobieren konnten. Sie konnten sich ihre Lieblingsfarben auswählen und unter professioneller Anleitung sprühen. „Coole Sache“, fand der zwölfjährige Necky Gerhardt, der schon Erfahrungen mit Graffitis hat.

Theater war das Motto in Warnemünde. Im Dock Inn Hostel hatte die Theatergruppe Freigeister in Kooperation mit dem Volkstheater ein Stück „Utopie der Wärme“ entwickelt und nachmittags aufgeführt. Abends stand ein Theaterstück „Nach Europa“ auf dem Programm, das Flucht zum Thema hat. Im Mau-Club am Warnowufer klang die „Nacht der Kulturen“ mit einer großen Party aus. Neuauflage gelungen, Wiederholung erwünscht.

Doris Deutsch

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