Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Gemeinsam gegen Blutkrebs: Warnemünder Schule sucht Lebensretter
Mecklenburg Rostock

Gemeinsam gegen Blutkrebs: Warnemünder Schule sucht Lebensretter

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
15:43 20.12.2019
Maximilian Breyer möchte seine Mitmenschen für das Thema Blutkrebs sensibilisieren. Quelle: Susanne Gidzinski
Anzeige
Rostock

Es ist ein Projekt, das ihm sehr am Herzen liegt. Mit 17 Jahren hat sich Maximilian Breyer als Stammzellspender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen. Heute – zwei Jahre später – will er als Bundesfreiwilliger an der internationalen Schule Ecolea in Warnemünde nicht nur die Schüler und Lehrer, sondern sämtliche Bürger für das Thema Blutkrebs sensibilisieren. Eigens dafür organisiert der junge Mann eine große Informations- und Registrierungsveranstaltung. Er erzählt, was ihn zu diesem Vorhaben bewegt hat und wie das Ganze aussehen soll.

Für das Allgemeinwohl

Im August dieses Jahres hat der Abiturient aus Güstrow seinen Bundesfreiwilligendienst an der Warnemünder Ecolea-Schule angetreten. Frisch nach dem Abschluss möchte er ein wenig ins Berufsleben hineinschnuppern, bevor er sich für ein Studium einschreibt. „Ich weiß noch nicht, ob ich später Lehrer werden will, aber es ist auf jeden Fall spannend, auch einmal eine andere Perspektive in der Schule kennenzulernen“, meint der 19-Jährige.

Anzeige

Im Rahmen des einjährigen Dienstes sei es üblich, dass die Freiwilligen ein eigenständiges Projekt in Angriff nehmen, wie Breyer erklärt. Der Kreativität seien dabei keine Grenzen gesetzt – Hauptsache, es lasse sich umsetzen. Für ihn war schnell klar: „Ich möchte etwas tun, das sowohl der Schule als auch unserer Gesellschaft zugutekommt.“

Leben retten kann so einfach sein

Lange überlegen musste er nicht. Die Idee, eine Registrierungsaktion mit der DKMS umzusetzen, sei ihm zufällig gekommen. Beim Aktualisieren seiner persönlichen Daten auf der Internetseite der gemeinnützigen Organisation sei er auf die Aktion „Dein Typ ist gefragt!“ gestoßen. Dabei werden Gymnasien, Gesamt- und Berufsschulen dazu aufgerufen, aktiv zu werden und aufzuklären. „Nach Absprache mit der Schulleitung habe ich mich dann dazu entschieden, genau das auch an der Ecolea durchzuführen.“

Seit Mitte Oktober sitzt er mittlerweile an der Planung. Warum ihm das Vorhaben so am Herzen liegt? „Es ist die einfachste Art und Weise, Leben zu retten. Und jeder kann ohne großen Aufwand seinen Beitrag leisten“, sagt Breyer. „Je mehr Menschen mitmachen, desto besser.“

Schicksale, die bewegen

Schon seit einigen Jahren verfolgt er die Arbeit der DKMS über die sozialen Medien. Was er dabei alles mitbekommen hat, habe ihn sehr berührt. „Wenn man die ganzen Schicksale und die Lebensgeschichte dahinter sieht, bringt das einen zum Nachdenken“, betont der Bundesfreiwillige. Genau das möchte er auch an die Schüler in Warnemünde weitergeben. Er hofft auf eine rege Beteiligung der Jugendlichen. „Ich glaube, dass das Projekt gut ankommen wird und sich einige fleißige Helfer finden, die mit viel Herzblut mitwirken werden.“ Die im Schülerrat sitzenden Klassensprecher hätten bereits positiv auf das Vorhaben reagiert.

Große Registrierungsaktion im März

Los geht es mit der Aktion am 18. März – zunächst schulintern und anschließend öffentlich. „Wir haben uns dazu entschieden, zwei separate Veranstaltungen zu organisieren“, berichtet Breyer. Am Vormittag werden die Zehnt- und Elftklässler über das Thema Blutkrebs und die Notwendigkeit von Spenden informiert, bevor sie anschließend an der Registrierung teilnehmen können. Das Mindestalter beträgt 17 Jahre.

Am Nachmittag – zeitgleich mit der alljährlich stattfindenden Wissenschaftssoiree – bekommen schließlich auch sämtliche Rostocker die Möglichkeit, sich im Foyer der Schule informieren und registrieren zu lassen. Angeleitet werden sie von Schülern, die vorher von der DKMS instruiert werden. Bis zur Veranstaltung müssen allerdings noch viele Vorbereitungen getroffen, Arbeitsgruppen gebildet und die Eltern informiert werden, so Breyer. Noch befinde sich das Projekt in der Anfangsphase. „Die Arbeit lohnt sich“, ist sich der 19-Jährige sicher. „ Ich hoffe, dass wir gemeinsam etwas bewegen können und Leben retten.“

Lebensretter gesucht

Alle 15 Minuten erhält laut Deutscher Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ein Mensch in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Viele Patienten sind Kinder und Jugendliche. Die einzige Chance auf Heilung ist eine Stammzellspende. Doch jeder zehnte Patient findet keinen Spender.

Blutkrebs ist der Oberbegriff für bösartige Erkrankungen des Knochenmarks beziehungsweise des blutbildenden Systems, bei denen die normale Blutbildung durch die von entarteten weißen Blutzellen gestört wird. Wegen dieser Krebszellen kann das Blut seine lebensnotwendigen Aufgaben nicht mehr ausführen, zum Beispiel Infektionen bekämpfen, Sauerstoff transportieren oder Blutungen stoppen.

Die DKMS-Datei potenzieller Knochenmark- und Stammzellspender enthält mehr als neun Millionen Personen, davon über sechs Millionen in Deutschland. Die DKMS betreibt damit die weltweit größte Spenderdatei. Täglich werden durchschnittlich 20 Spender an Patienten vermittelt.

Internet: www.dkms.de

Lesen Sie auch:

Von Susanne Gidzinski

10 000 Menschen stimmen am Sonntag erstmals im Ostseestadion Weihnachtslieder wie „Alle Jahre wieder“, „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Kling Glöckchen Kling“ an. Die OZ berichtet von der besinnlichen Veranstaltung mit vielen Bildern und Videos live.

22.12.2019

Die Unimedizin Rostock rutscht immer weiter in die roten Zahlen. 2019 wird sie voraussichtlich 32 Millionen Euro Schulden machen. Der Aufsichtsrat tagt heute, um einen Weg aus dem Defizit zu finden.

20.12.2019

Bereits ab dem kommenden Schuljahr sollten fast 4000 Schüler in Rostock ihr Mittagessen von der Stadt bekommen – aus neuen, städtischen Großküchen. Die Speisen sollten besser, „grüner“ und regionaler werden. Doch daraus wird vorerst nichts.

20.12.2019