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Rostock Giga-Netz für Rostock: Landesregierung fördert Breitbandausbau
Mecklenburg Rostock Giga-Netz für Rostock: Landesregierung fördert Breitbandausbau
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15:10 08.05.2019
Etwa jeder 20. Rostocker hat noch nicht die Möglichkeit mit Bandbreiten über 50 Megabit pro Sekunde zu surfen.
Etwa jeder 20. Rostocker hat noch nicht die Möglichkeit mit Bandbreiten über 50 Megabit pro Sekunde zu surfen. Quelle: Martin Wissen
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Rostock

„Das ist das Sahnehäubchen in der Infrastrukturentwicklung unserer Stadt“, sagt Roland Methling. Der Oberbürgermeister hat am Mittwoch im Rostocker Rathaus einen Fördermittelbescheid von Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung, entgegengenommen. Damit sollen die letzten weißen Flecken in Rostock an das schnelle Internet angeschlossen werden.

Laut Oberbürgermeister Roland Methling verfügen bereits 95 Prozent aller Rostocker Haushalte über einen Anschluss, der Bandbreiten von mehr als 50 Megabit pro Sekunde zulässt. Das merke Methling auch in seinem Alltag. „Ich habe heute morgen die Digitalausgabe der OSTSEE-ZEITUNG innerhalb von wenigen Sekunden runtergeladen“, sagt er begeistert. Dennoch: Etwa fünf Prozent von Rostock brauchen dafür mit ihrem Hausanschluss noch etwas länger.

So fördern Bund und Land den Netzausbau

Doch das soll möglichst bald der Vergangenheit angehören. Denn sowohl der Bund als auch das Land fördern den Ausbau in der Stadt. Insgesamt stehen Rostock mit diesen Fördermitteln 34,4 Millionen Euro zur Verfügung. Die Bundesförderung von 17,2 Millionen konnte Methling bereits am 11. April in Berlin in Empfang nehmen.

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Dass die Stadt diese Förderung überhaupt erhalte, sei vor allem ihrer schnellen Reaktion geschuldet. „Solch eine Fördermittelvergabe vom Bund funktioniert nach dem Windhundprinzip. Als das damals ausgeschrieben wurde, hat Rostock sehr schnell reagiert“, sagt Minister Pegel. Mit weiteren 13,76 Millionen will nun auch die Landesregierung für den schnelleren Ausbau beitragen und sich damit auch gegenüber Städten wie Hamburg oder Berlin profilieren.

Oberbürgermeister Roland Methling (r.) hat am Mittwoch von Landesinfrastrukturminister Christian Pegel einen Zuwendungsbescheid für den Netzausbau in Rostock entgegengenommen. Quelle: Moritz Naumann

Digitale Infrastruktur als wichtiger Standortfaktor

Denn eine gute Internet-Infrastruktur sei auch ein unschlagbares Argument zur Stärkung der Wirtschaftlichkeit einer Region und die Bandbreite sei mittlerweile ein ebenso wichtiger Standortfaktor wie die Energie-, Wasserver- und Abwasserentsorgung. Und laut Minister Pegel müsse sich Rostock mit dem entsprechenden Ausbau nicht vor den Großstädten in direkter Umgebung verstecken: „Die Stadt bietet weniger Verkehrsdruck, eine bessere Infrastruktur und darüber hinaus eine tolle Lebensqualität und Wohnathmosphäre.“

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Gerade nachdem man auf dem Land mit dem Ausbau des Breitbandes sehr gut vorangekommen sei, müsse man aufpassen, dass die kleinen Orte die Städte wie Rostock nicht abhängen. Stadtsprecher Ulrich Kunze nennt ein Beispiel: „Es kann ja nicht sein, dass man etwa in Bad Doberan fast überall einen Gigabit im Hausnetz bekommt, während das in vielen Teilen von Rostock noch nicht möglich ist.“

Ein Anreiz für die Telekommunikationsunternehmen

Den Ausbau selbst müsse jedoch der Markt leisten, also die Telekommunikationsunternehmen. Für diese sollen die Fördermittel als Anreiz dienen, auch jene Standorte an das Hochgeschwindigkeitsnetz anzuschließen, bei denen sich der Ausbau rein wirtschaftlich nicht lohne. Die Stadt frage demnach: „Wie viel Geld müssen wir euch geben, damit ihr da ausbaut“, sagt Ulrich Kunze. Denn man könne nicht erwarten, dass kleine Unternehmen, die sich in Gewerbegebieten außerhalb der Stadt ansiedeln, solch einen Ausbau aus der eigenen Tasche finanzieren können. Das Vorhaben käme insgesamt 2800 Teilnehmern (Haushalte, Unternehmen) zugute und laut der Stadt könne Anfang 2020 der Ausbau beginnen. Bis zu diesem Zeitpunkt laufe das Ausschreibungsverfahren.

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Nach einem Markterkundungsverfahren gäbe es immer noch zahlreiche Gebiete, für die bisher keine Ausbauzusagen vorliegen und wo derzeit lediglich eine Bandbreite von maximal 30 Mbits/s möglich ist. Dabei handele es sich sowohl um innerstädtische, vor allem aber um Randgebiete der Stadt. Darüber hinaus könnten die Mittel auch helfen um noch nicht angeschlossene Institutionen wie Privatschulen oder neue Wohngebiete, wie jenes in der Satower Straße, an das schnelle Internet anzuschließen.

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Moritz Naumann