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Rostock Was wird aus Rostocks letzter Innenstadt-Brache?
Mecklenburg Rostock Was wird aus Rostocks letzter Innenstadt-Brache?
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06:30 08.01.2019
Der Parkplatz zwischen Rungestraße, Rostocker Heide und Buchbinderstraße: Der irische Investor will für dieses Areal im März erste Pläne vorlegen.
Der Parkplatz zwischen Rungestraße, Rostocker Heide und Buchbinderstraße: Der irische Investor will für dieses Areal im März erste Pläne vorlegen. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Jahrelang gab es Streit um Rostocks wohl prominenteste Brache – um den Glatten Aal. Erst tat sich viele Monate gar nichts, dann stritten die Stadtpolitiker mit dem irischen Investor Patrick J. MacGrath und seiner Firma Randalswood um die Gestaltung des einst geplanten „Rosengarten-Centers“ im Herzen der Hansestadt. Doch das ist alles Geschichte: Auf dem Glatten Aal drehen sich die Kräne, rollen die Bagger. Zumindest auf einer Teilfläche. Doch nun macht das Rathaus erneut Druck: MacGrath und Randalswood-Geschäftsführer Christian Solbrig sollen auch für das letzte noch unbebaute Grundstücke Ideen vorlegen. Und die wird es geben: „Im Januar machen sich die Architekten ans Werk.“

Zwei Flächen, zwei Konzepte?

Randalswood hatte die beiden Grundstücke am Glatten Aal bereits vor fünf Jahren erworben – im Rahmen einer Zwangsversteigerung, für sechs Millionen Euro. Ursprünglich wollte er auf beiden Flächen ein Einkaufszentrum errichten – das „Rosengarten-Center“. Überirdische Parkdecks, ein Hotel und möblierte Appartsments sah das Konzept ebenfalls vor. 100 Millionen Euro sollte das Ganze kosten. Doch auf Druck der Bürgerschaft planten Solbrig und MacGrath um. Auf der größten Flächen – direkt neben der Alten Post – werden nun Eigentumswohnungen gebaut. 90 Stück. Projektname „Hanse-Karree“. Platz für Einzelhandel gibt es kaum noch in dem 45-Millionen-Euro-Bau.

Was aus dem zweiten Grundstück werden soll – darüber gab es aus Irland hingegen bisher nichts zu hören. „Das Areal wird derzeit vorwiegend als Parkplatz genutzt“, sagt Stadtsprecherin Kerstin Kanaa. Auf die ursprüngliche Baugenehmigung hätte MacGrath verzichtet, ein neuer Antrag liege noch nicht vor. „Bislang wurden für das Grundstück des einst geplanten Haus B nur Parkplätze als Baulast gesichert.“ Schade sei das, heißt es aus dem Rathaus: „Wir hoffen sehr, dass der Investor zeitnahe Projektideen vorstellt. Denn derzeit ist dies die letzte Brache im unmittelbaren Innenstadt-Bereich.“

Raum für Ideenschmieden

Während sich die Iren noch sehr zurückhalten, haben die Stadtplaner und auch Oberbürgermeister Roland Methling bereits sehr genau Ideen für den Parkplatz: „Aus gestalterischer Sicht würden wir uns einen Bau wünschen, der sich der Umgebung anpasst – idealerweise mit einer historisierenden Fassade, die zu den historischen Innenstadt- und Hanse-Bauten passt“, heißt es aus dem Rathaus. Innen setzt die Stadt auf eine Mischung aus Büros und Wohnungen, aus Handel und Gewerbe. „Im Idealfall wird es eine Tiefgarage geben für die Nutzer des neuen Hauses. Im Erdgeschoss wünschen wir uns Handel und Platz für junge Ideenschmieden und Firmen – für so genannte Start Ups“, erklärt Verwaltungssprecher Ulrich Kunze. In den Obergeschossen zwei, drei und vier könnten dann neuen Wohnungen gebaut werden. „Wir möchten aber, dass nur ein Drittel davon verkauft wird. Zwei Drittel sollen Mietswohnungen bleiben.“

Pläne bis März

Randalswood-Chef Solbrig kennt all diese Wünsche. Ob er sie erfüllen wird – das lässt er offen. Nur einen Vorschlag aus dem Rathaus erteilt er bereits eine Abfuhr: Die Stadt hatte Idee, im Erdgeschoss des zu bauenden Hauses eine Markthalle einzurichten. „Das Konzept sehe ich Moment eher nicht“, sagt Solbrig. Er hat ein eigenes Nutzungskonzept. „Das steht in groben Zügen.“ Details nennt er nicht. Die wolle er erst mit der Stadtverwaltung diskutieren und dann öffentlich machen. Was aber sicher sei: „Ein oberirdisches Parkhaus wird es nicht geben. Und wir werden mit Sicherheit auch neue Wohnungen schaffen wollen. In nicht unerheblicher Anzahl.“ Ab Januar 2019 will Solbrig Architekten damit beauftragen, erste Entwürfe zu erarbeiten. „Unser Ziel ist es, im Juli oder August einen Bauantrag stellen zu können.“ Ab März will er das neue Konzept für Haus B dann vorstellen.

Andreas Meyer