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Rostock Grausame Tat in Rostock: „Du hast mein Leben zerstört, jetzt zerstöre ich deines“
Mecklenburg Rostock Grausame Tat in Rostock: „Du hast mein Leben zerstört, jetzt zerstöre ich deines“
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14:04 21.07.2019
Fassungslos stehen Polizisten, Feuerwehrleute und Anwohner vor dem Plattenbau im Kurt-Schumacher-Ring im Rostocker Stadtteil Dierkow in Rostock. Quelle: Stefan Tretropp
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Rostock

Es war eine Nacht des Grauens, die alle Beteiligten wohl nie mehr vergessen werden. Polizei und Rettungskräfte mussten in der Nacht zum Sonntag zu einer akuten Bedrohung in einen Plattenbau im Rostocker Ortsteil Dierkow ausrücken. Ein Beziehungsstreit forderte den Beamten alles ab – er endete mit einem toten Mann und einem in Lebensgefahr schwebenden Säugling.

Laut Polizei wurden die Einsatzkräfte kurz vor Mitternacht am Samstagabend in eine Wohnung in den Kurt-Schumacher-Ring gerufen. Laute Schreie und Knallgeräusche, die deutlich zu hören waren, hallten vom Balkon. Vor Ort eingetroffen stellte die Polizei fest, dass sich auf dem obersten Balkon ein Mann, offenbar in einer psychischen Ausnahmesituation befand. Der 40-Jährige hielt einen drei Monate alten Säugling auf dem Arm, schrie laut herum und drohte, diesen vom Balkon zu werfen. Da die Polizisten aufgrund der mit einer Waschmaschine versperrten Eingangstür nicht in die Wohnung kamen, mussten sie am Boden Stellung beziehen.

In Rostock hat ein Mann in der Nacht zu Sonntag einem Baby schlimmste Verletzungen mit einem Messer zugefügt. Der Säugling musste notoperiert werden.

Junge Frau und siebenjähriges Kind waren auch in der Wohnung

Währenddessen eskalierte die Situation auf dem Balkon weiter. In der Wohnung befanden sich neben dem Mann und dem Säugling auch noch eine 18-jährige Frau und ein sieben Jahre alter Junge. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten, bedrohte der Mann alle Anwesenden mit einem Messer. Notdürftig mit Decken von Anwohnern breiteten die Polizisten und Ersthelfer ein provisorisches Sprungtuch aus. Immer wieder schmiss der Angreifer vom Balkon Gegenstände auf die Personen nach unten.

Nachbarn wussten zu berichten, dass der Mann vorher gerufen haben soll: „Du hast mein Leben zerstört, jetzt zerstöre ich deines.“ Sie nahmen in den letzten Tagen immer wieder laute Schreie aus der Wohnung wahr. Wie es hieß, soll sich die 18-Jährige erst kürzlich von dem Mann getrennt haben, was dieser nicht verkraftet habe. So sei es wohl schließlich dazu gekommen, dass er mit dem Messer auf den Säugling einstach. Die Polizei bestätigte eine Beziehungstat bislang nicht, schließt sie aber auch nicht aus.

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Das Baby schwebt in akuter Lebensgefahr

Blutend setzte sich der Mann dann auf den Balkon und drohte weiter. Mit grober Gewalt gelang es der Polizei, in die Wohnung und zum Balkon zu kommen. Ein Polizist griff nach dem Angreifer und versuchte ihn vom Sturz abzuhalten, was ihm jedoch nicht gelang. Minutenlang nach dem Aufprall reanimierten Rettungskräfte den Mann, während der schwerst verletzte Säugling sofort in ein Krankenhaus kam und notoperiert werden musste. Laut Harald Nowack von der Staatsanwaltschaft schwebe das Baby in akuter Lebensgefahr. Die Mutter erlitt einen schweren Schock, ist für die Kripo noch nicht vernehmungsfähig. Ermittler der Mordkommission und der Gerichtsmedizin kamen zum Einsatz. Die Ermittlungen stehen erst am Anfang.

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Kostenlose Beratung zur Wahl des geeigneten Therapeuten: Psychotherapie-Informations-Dienst, Tel. 030/20916 63 30, www.psychotherapiesuche.de

Informationen für Betroffene und Angehörige: Stiftung Deutsche Depressionshilfe: www.deutsche-depressionshilfe.de; Deutschlandweites Info-Telefon: 0800 33 44 5 33

Kinder- und Jugendsorgentelefon: 0800-1110333

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Stefan Tretropp

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